«Das wird keine Liebesbeziehung»

Di, 12. Jan. 2021
Bobpilotin Melanie Hasler aus Berikon will nach dem schwachen 13. Rang jetzt beim Weltcup in St. Moritz wieder in die Bahn finden. Bild: zg

Bob, Weltcup und Europameisterschaft: Enttäuschung für Melanie Hasler in Winterberg – jetzt gehts nach St. Moritz

Totale Dominanz der deutschen Bobfahrerinnen beim Heimspiel in Winterberg. Die Berikerin Melanie Hasler schafft es beim Weltcup, der gleichzeitig als Europameisterschaft zählte, nur auf den 9. Rang (EM) respektive den 13. Rang (Weltcup). Nun hofft sie auf Besserung in St. Moritz.

Stefan Sprenger

Für einmal ist die Stimmung etwas gedämpft. Melanie Hasler, sonst eine Frohnatur, ist enttäuscht. «Damit kann ich nicht zufrieden sein», so die 22-Jährige. Aber in ihrer ersten Weltcup-Saison dürfen ihr solche missratenen Rennen passieren. «Es war alles in allem trotzdem okay», so Hasler. Aber eben zu wenig für ihre hohen Ambitionen.

Über eine Sekunde Rückstand

Wichtig ist, dass die junge Freiämterin den 9. Rang erklären kann. Sie fuhr zum ersten Mal überhaupt mit breiteren Kufen. «Je breiter, desto schwieriger ist es, den Bob zu fahren», erklärt Hasler. Der 1. Lauf geht dann auch in die Hosen: 11. Zwischenrang. Immerhin können Hasler und ihre Anschieberin Irina Strebel im zweiten Durchgang noch zwei Plätze gutmachen. Am Ende ist es der 9. Rang. Der Rückstand auf den 1. Platz beträgt 1,23 Sekunden. Weil erstmals auch Teams aus Kanada und den USA dabei sind, wird es im Weltcup gar der 13. Rang. Am Start waren 18 Teams aus elf Nationen.

Abhaken. Weiter gehts. Melanie Hasler kann am Sonntagabend wieder lachen. «Die Bahn in Winterberg liegt mir irgendwie einfach nicht. Die Trainings sind jeweils ganz gut, aber in den Rennen läuft es einfach nicht wie gewünscht.» Hasler fasst es augenzwinkernd zusammen: «Das wird keine Liebesbeziehung zwischen mir und Winterberg.»

Auf der Bahn in Deutschland dominieren die einheimischen Fahrerinnen. Laura Nolte holt Gold bei ihrem EM-Debüt. Die Bobpilotin aus Deutschland fuhr 0,42 Sekunden Vorsprung auf den 2. Platz heraus. Weil das Rennen auch als Europameisterschaft gewertet wurde, holte die Jugend-Olympiasiegerin von 2016 bei ihrem ersten Start in einem kontinentalen Titelrennen gleich die Goldmedaille. Zugleich war es der dritte Saisonsieg für Nolte. Den 2. Platz holte die Weltcup-Führende Kim Kalicki, ebenfalls aus Deutschland. Der 3. Weltcuprang und EM-Bronze wurde doppelt vergeben. Olympiasiegerin Mariama Jamanka (Deutschland) und die Österreicherin Katrin Beierl hatten nach zwei Rennläufen die exakt gleiche Gesamtzeit.

Trotz 13. Rang im Weltcup bleibt Melanie Hasler im Gesamtklassement auf dem guten 4. Platz.

Monobob, Weltcup, Junioren-WM

Und nun wird es bergauf gehen. Da ist sich Melanie Hasler sicher. Denn jetzt hat sie Heimspiel. In den nächsten zwei Wochen wird sie in St. Moritz sein und hat dort einiges vor. «Auf nach St. Moritz: neue Bahn, neues Glück», sagt sie hoffnungsvoll. Dort startet sie im Monobob, fährt ein Weltcuprennen und zudem wird sie an der Junioren-Weltmeisterschaft an den Start gehen. Dort will sie «vorne dabei sein». Auch beim Monobob «will ich einen raushauen». Besonders: In der ersten Woche in St. Moritz heissen ihre Anschieberinnen Irina Strebel und Eveline Rebsamen. Danach folgt der Wechsel auf Nadja Pasternack und Jasmin Näf. «Solche Wechsel sind nicht alltäglich, aber es sind alles starke Leute.» Es ist zu spüren, dass sich Hasler enorm freut auf die Rennen in der Schweiz. «Ich bin sehr gespannt auf alles, was jetzt kommt.» Nach der Enttäuschung von Winterberg soll nun St. Moritz wieder für Aufschwung sorgen.

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