«Ein richtiges Feuerwerk»

Di, 19. Okt. 2021
Zwei Tore und ein rausgeholter Penalty: Valdimiro Cuinjinca ist der Matchwinner beim FC Wohlen. Bild: Alexander Wagner

Fussball, 1. Liga classic: FC Wohlen – Grasshopper Club Zürich II 5:2 (2:1)

Trotz zahlreichen Absenzen setzt sich der FC Wohlen gegen den bisherigen Tabellenführer GC II deutlich mit 5:2 durch. Ausschlaggebend für den hohen Sieg der Freiämter ist eine starke Teamleistung. Aus dem Kollektiv hervorheben kann man Valdimiro Cuinjinca.

Josip Lasic

Was für eine Geschichte. Im Sommer war Valdimiro Cuinjinca so gut wie weg. Vom FC Wohlen wurde schon vermeldet, dass er seinen Vertrag nicht verlängern wird. Nach dem Rauswurf von Offensivspieler Adijan Keranovic entschied man sich im gegenseitigen Einverständnis, dass Cuinjinca doch im Freiamt bleibt. Spätestens beim Spiel gegen GC II waren alle Beteiligten froh über diese Entscheidung.

45 Sekunden sind gespielt, als Cuinjinca in den Strafraum der Gäste eindringt. Baba Souare kann den 28-Jährigen nur mit einem Foul bremsen. Penalty. Luigi Milicaj bringt Wohlen mit 1:0 in Führung. Der sehr frühe Anfang vom Ende des GC-Nachwuchses. Die Zürcher kommen zwar
– ebenfalls per Penalty – durch Super-League-Spieler Nikola Gjorgjev nach 19 Minuten zum Ausgleich. Doch die Zweitvertretung des Rekordmeisters hat die Rechnung ohne Valdimiro Cuinjinca gemacht. In der 29. Minute bringt er die Gastgeber wieder in Front. In der 47. Minute erhöht Giampà auf 3:1. Zwei Minuten später trifft Cuinjinca zum 4:1 Die Messe auf den Niedermatten ist gelesen. «Ich bin sehr froh, dass ich in Wohlen geblieben bin», sagt der Flügelspieler, der mit dem herausgeholten Penalty und zwei Toren der Matchwinner ist. «Es war ein unglaubliches Gefühl, zu treffen. Schön, dass ich der Mannschaft so helfen konnte.»

Komornicki: «Ich bin stolz»

Der Doppeltorschütze hat in dieser Saison noch kein Spiel über 90 Minuten bestritten. Aber: Er wird regelmässig eingesetzt. «Der Trainer schenkt mir das Vertrauen und ich bin sehr froh, dass ich es jetzt so zurückzahlen konnte.»

Das gilt auch für all seine Mitspieler. Der Sieg gegen GC II war nicht alleine die «Cuinjinca-Show», sondern eine starke Leistung des gesamten Teams. Die Voraussetzungen waren nicht leicht für den FCW. Mit Alban Pnishi, Anatoliy Kozlenko, Vilson Doda, Ronny Minkwitz, Momo Seferi, Joel Richner und Justin Pfister war die Absenzenliste lang und prominent. Und der Gegner: der technisch gut ausgebildete und spielerisch starke Nachwuchs eines Super-Ligisten, der gleichzeitig auch vor der Partie noch Tabellenführer war. Doch die Wohler haben sich mit allem dagegengestellt, was sie zur Verfügung hatten. Ob die verbleibenden Stammspieler, wie Davide Giampà und Esat Balaj, oder die jungen Spieler, wie Javi Gabathuler, Hugo Chabin, Stiljan Gegaj oder Noel Romano, alle gingen an ihre Grenzen und riefen ihre bestmögliche Leistung ab. «Ich bin nicht nur zufrieden, ich bin stolz», sagt Trainer Ryszard Komornicki. «Das Team hat nach den zwei Niederlagen Charakter gezeigt. Die Jungs haben trotz den vielen Absenzen gezeigt, was sie draufhaben.»

Der Trainer ist selbst etwas überrascht ob der Deutlichkeit des Sieges. «Damit habe ich absolut nicht gerechnet. In der ersten Halbzeit hat man gesehen, dass es ein schwieriges Spiel ist. Aber das in der zweiten Halbzeit war ein richtiges Feuerwerk. Wir haben auch als Team verteidigt. Ein Kompliment an die Mannschaft.»

Knapp an Tabellenführung vorbei

Tatsächlich sieht man noch in der 1. Halbzeit, dass GC II ein spielerisch starkes Team ist. Als die Wohler aus der Pause kommen und Giampà und Cuinjinca innerhalb kürzester Zeit auf 4:1 erhöhen, spielt nur noch ein Team. Ab der 76. Minute wird es noch einmal brenzlig. Zuerst trifft Luigi Milicaj die Latte. Im Gegenzug kommt GC II zu einer riesigen Chance. Loïc Jacot im Wohlen-Goal entschärft diese allerdings mit einer spektakulären Parade. In der 80. Minute dringt Milicaj noch einmal in den gegnerischen Strafraum ein. Diesmal legt er quer. Luiyi Lugo vollstreckt. 5:1. Der Sieg ist in trockenen Tüchern.

Das 5:2 in der letzten Minute durch Nikola Gjorgjev ist nur noch Ergebniskosmetik – mit einem kleinen Wermutstropfen. Durch diesen Gegentreffer verpasst es der FCW, nach dem Sieg gegen den bisherigen Leader selbst die Tabellenspitze zu erklimmen. Die Freiämter haben eine Tordifferenz, die genau um ein Tor schlechter ist als die des neuen Erstplatzierten Höngg.

Die Freude überwiegt dennoch bei den Wohlern. Luigi Milicaj, der mit einem Tor und einem Assist auch viel zum Sieg beigetragen hat, sagt: «Man muss auch den Leuten vertrauen, die nicht regelmässig spielen. Man sieht es an Valdimiro. Er spielt selten von Anfang an und hat gegen GC das Spiel seines Lebens gemacht.»

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