«Etschgi» ausgezeichnet

Di, 15. Dez. 2020
Esther Sorg in ihrem Daheim in Sarmenstorf. Sie zeigt ihr Werk (links auf der Buchseite), das in «Corona in Cartoons» erschienen ist. Bild: Stefan Sprenger

Esther Sorg alias «Etschgi», die Karikaturistin dieser Zeitung, hat gleich drei gute Nachrichten. Nach 2018 und 2019 ist sie erneut Teil der Ausstellung «Gezeichnet» im Museum für Kommunikation in Bern. Zudem ist sie eine von 52 Schweizer Pressezeichnern, die im Buch «Corona in Cartoons» ein Werk zeigen dürfen. Und: Eine Karikatur der Villmergerin, die in Sarmenstorf lebt, schaffte es in den «Nebelspalter». --spr


Ritterschlag für Etschgi

Esther Sorg, die Karikaturistin dieser Zeitung, ist im zeichnerischen Höhenflug

Gezeichnet vom Erfolg. Eine Villmergerin, die in Sarmenstorf lebt, darf im Museum für Kommunikation in Bern ausstellen. Und das schon zum dritten Mal. Dazu wurde der Karikaturistin dieser Zeitung eine besondere Ehre zuteil: Eines ihrer Werke wurde im «Nebelspalter» abgedruckt.

Stefan Sprenger

In ihrem Zeugnis aus der 1. Klasse steht: «Esthi ist ein aufgewecktes Mädchen, leider stört sie den Unterricht mit Dreinschwatzen.» Esther Sorg wächst in Villmergen auf. Schon früh gibts neben dem Konfi-Brot den «Tages-Anzeiger» zum Frühstück. Der «Tagi»-Karikaturist «Nico» begeistert sie schon als junges Mädchen. Sie lernt schon früh, ihre eigenen Ideen zu zeichnen.

Esther Sorg besucht die Kantonsschule, wird Sekundarlehrerin, unterrichtet dabei auch Bildnerisches Gestalten. Das Zeichnen, das Kreativsein, es ist ihre grosse Leidenschaft. Seit bald vier Jahren veröffentlicht die heute 44-Jährige ihre Werke in dieser Zeitung. Etwas, worauf sie und diese Zeitung gleichermassen stolz sind.

Unter den grossen Namen

Nach 2018 und 2019 ist sie auch jetzt im Jahr 2020 bei der Ausstellung «Gezeichnet» dabei. Die Medienmitteilung verspricht eine grossartige Sache: «Lachen erlaubt! Gezeichnet 2020 ist der bestimmt humorvollste Jahresrückblick auf die wichtigsten Ereignisse und Diskussionen der vergangenen zwölf Monate.» Total 46 Schweizer Karikaturisten und Cartoonisten stellen gemeinsam ihre wichtigsten und witzigsten Pressezeichnungen im Museum für Kommunikation aus. «Auch zur 13. Ausgabe sind wieder alle zeichnenden Aushängeschilder der Schweizer Medien dabei», heisst es.

Esther Sorg, die heute mit ihrem Mann und zwei Kindern in Sarmenstorf lebt, seit 30 Jahren Fasnacht macht (unter anderem als Sch n itzelban k «Schnoranzia»), mischt sich dabei zeichnend unter die ganz grossen Namen der Branche. Felix Schaad (Tages-Anzeiger), Max Spring (Berner Zeitung), Silvan Wegmann (CH Media), Peter Gut (Neue Zürcher Zeitung), Patrick Chappatte (Le Temps), Michael Streun (Nebelspalter) und Esther Sorg (Freiämter Regionalzeitungen AG). Darauf darf sie stolz sein. Und sie gibt das Kompliment gleich zurück. «Dass diese Zeitung auf mich und meine Karikaturen setzt, wird enorm geschätzt, das höre ich immer wieder. Dass ich mit meinen Karikaturen die Leute zum Schmunzeln und zum kritischen Hinschauen bringen darf, ist eine tolle Sache und aussergewöhnlich für eine Regionalzeitung», so Sorg. Diese Message ist ihr wichtig.

Verblüffende Vernissage 2019, digital im 2020

Die Vernissage zu «Gezeichnet 2020» fand vor wenigen Tagen statt. Digital, wegen Corona.

Bei der Online-Vernissage waren beispielweise «Arena»-Moderator Sandro Brotz, «Mr. Corona» Daniel Koch oder Monika Rühl, Vorsitzende der Geschäftsleitung von economiesuisse, dabei. Die digitale Vernissage war passabel, kann einer Eröffnung vor Ort aber natürlich nicht das Wasser reichen.

Esther Sorg erinnert sich an letztes Jahr. Damals, im Dezember 2019, als Corona noch ein Bier war. Sie erlebte einen verblüffend tollen Tag. «Ich bin alleine nach Bern gereist, habe dann im Café Fédéral einen Kaffee getrunken, die vielen spannenden Menschen beobachtet und vor lauter Inspiration angefangen zu zeichnen. Danach spazierte ich über den Bundesplatz, über die Brücke ins Museum für Kommunikation und ging an die Ausstellung.» Sorg beobachtet die Menschen, die «Etschgis» Werke begutachten. «Mit einigen Menschen kam ich ins Gespräch. Es waren wunderbare Begegnungen.» Der Tag wird noch besser: Als sie auf ihr Handy schaut, kriegt sie von Bundesrätin Viola Amherd ein «Like» für eines ihres Werke. Und beim Mittagessen kommt sie mit einer Frau ins Gespräch, die Fan von den Werken von «Etschgi» ist. «Das alles hat mich umgehauen», so die Lehrerin.

Umgehauen hat sie in letzter Zeit so einiges. Beispielweise wurde eines ihrer Bilder in der letzten Ausgabe des Satire-Magazins «Nebelspalter» abgedruckt. «Ein Ritterschlag», meint sie dazu. Früher hat sie den «Nebelspalter» immer konsumiert und die Karikaturen bewundert. Heute ist eines ihrer Werke abgedruckt. Ebenfalls ein «Etschgi»-Bild ist im Buch «Corona in Cartoons» abgedruckt, wo 52 Schweizer Pressezeichner mitmachten und Bundesrat Alain Berset das Vorwort lieferte.

Esther Sorgs Werke sind ausgezeichnet. Sie selbst ist aber noch lange nicht fertig. «Ich mache weiter. Unbedingt.» Und das freut das ganze Freiamt.

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