«Klima interessiert sich nicht für Corona»

Di, 02. Mär. 2021
Die Handy-Sammlung war einer der wenigen Anlässe, die das Muri Energie Forum im letzten Jahr durchführen konnte. Bild: zg

Das Muri Energie Forum plant unter dem Jahresthema «Waldpower»

Einen Anlass nach dem anderen musste das Muri Energie Forum im letzten Jahr absagen. Entsprechend zieht der Vorstand das fürs letzte Jahr geplante Jahresthema «Waldpower» ins aktuelle Jahr. Und Präsident Stefan Staubli warnt davor, das Klima in den Hintergrund zu rücken.

Tag für Tag in den Schlagzeilen ist der Klimawandel nicht (mehr). Die Pandemie hat die Oberhand in der medialen Berichterstattung. «Tagesaktuell rückt das Energiethema in den Hintergrund, das ist so», sagt Stefan Staubli, Präsident des Muri Energie Forums. Aber er ist überzeugt: «Das Thema wird bestehen bleiben und insbesondere die Diskussion bezüglich Mobilität hat eine neue Wende genommen.» Die Coronakrise zeige, dass es in vielen Bereichen anders – für die Umwelt besser – gehe. Etwa die Möglichkeiten bezüglich Homeoffice haben sich entwickelt. «Das wäre so und in diesem Tempo nicht möglich gewesen ohne die Pandemie. Und davon wird auch etwas bleiben.»

Dasselbe gelte für Meetings, die vermehrt online stattfinden. «Das ist gut so», sagt Staubli. Die Klimaerwärmung interessiere sich nicht für Corona. «Das Thema bleibt auf der Agenda, ob wir wollen oder nicht.» Staubli warnt: «Die Gefährdung der Lebensgrundlagen durch den Klimawandel ist bedrohlicher als die aktuelle Coronapandemie.»

Wenn nichts geplant wird, findet sowieso nichts statt

Dafür, ökologische Themen, neue energetische Möglichkeiten und überhaupt das Klima ins Gespräch zu bringen, engagiert sich das Muri Energie Forum seit Jahren. Im letzten Jahr fielen fast sämtliche organisierten Anlässe der Pandemie zum Opfer. Entsprechend habe sich der Vorstand entschieden, das für 2020 vorgesehene Jahresthema «Waldpower» ins Jahr 2021 zu übernehmen. Verschiedene Anlässe sind diesbezüglich geplant. Die GV inklusive Referat von Andreas Rigling, Leiter der Abteilung Walddynamik an der eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL), soll im Frühling stattfinden. Weitere Anlässe wie etwa «Vom Baum zum Haus», «Wald der Zukunft» oder «Wir heizen der Schweiz ein! Holzenergie aktueller denn je» stehen auf dem Jahresprogramm.

«Immer vorausgesetzt, dass die aktuellen Bestimmungen zur Pandemie eingehalten werden können, möchten wir das Programm durchziehen», sagt Staubli. Die Planung der Anlässe sei grösstenteils schon im letzten Jahr gemacht worden.

Starre durchbrechen

Ob sie auch dieses Jahr wieder nicht in die Tat umgesetzt werden kann, weiss niemand. «Wenn wir nichts vorbereiten aus Angst, es könnte dann wieder nicht klappen, dann findet auch 2021 nichts statt.» Diesen Zustand der Starre gelte es zu durchbrechen. «Wir müssen bereit sein, das zu machen, was geht, und allenfalls auch die Formen zu überdenken oder anzupassen.»

Energiebewusstsein weiter fördern

Ein Zugpferd des Muri Energie Forums ist der Energiepreis. Dieses Jahr wird er zum zehnten Mal vergeben. «Eine gute Sache», sagt Stefan Staubli. Der Preis helfe mit, das Energiebewusstsein weiter zu fördern. Und auch die Bevölkerung mache nach wie vor mit und reiche Projekte ein. «Musste sich die Jury anfänglich immer um Eingaben bemühen, melden sich mögliche Preisträger mit ihren Projekten in den letzten drei, vier Jahren selber an. Wir haben mittlerweile meistens eine schöne Qual der Wahl.»

Mit oder ohne Corona wird der Energiepreis auch 2021 vergeben werden können. Aber Staubli und die anderen Vorstandsmitglieder hoffen, dass es dieses Jahr nicht der einzige Anlass sein wird. --ake

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