Es war ein Grossandrang an der «Gmeind» in Muri. Der Festsaal war prall gefüllt. Einige Stimmberechtigte standen sogar während der gesamten Versammlungsdauer. Wobei sie das freiwillig taten. «Es hat hier vorne noch letzte freie Sitzplätze», der Appell von ...
Es war ein Grossandrang an der «Gmeind» in Muri. Der Festsaal war prall gefüllt. Einige Stimmberechtigte standen sogar während der gesamten Versammlungsdauer. Wobei sie das freiwillig taten. «Es hat hier vorne noch letzte freie Sitzplätze», der Appell von Gemeindepräsident Hans-Peter Budmiger hallte mehrmals durch den Saal. «Ich will nicht drohen, aber es könnte schon drei Stunden lang dauern», setzte er noch einen drauf. Bei einigen vergebens. Aber geschätzt hat Budmiger übrigens sehr gut.
Eine besondere «Gmeind» war es für Beat Küng. Weil er neben Milly Stöckli und Carolynn Handschin zu jenen gehörte, die verabschiedet wurden. Aber auch, weil er mit dem Baukredit der Badi-Sanierung den entscheidenden Schritt jenes Projekts vertrat, das ihn während seiner gesamten Amtszeit begleitete. Scherzhaft meinte er: «Schön, sind Sie alle für meine Verabschiedung da.» Dass es der Mehrheit vor allem um die Badi ging, das wusste er selbstverständlich. Überwältigt sei er, sagte Küng nach der Versammlung und dem deutlichen und dreifachen Ja zur Badi. Seine Vorfreude auf die neue Badi ist spür- und sichtbar – mit der Visualisierung, die ihn Gitarre spielend in der Wiese und umgeben von Kindern zeigt.
Die Verabschiedung von Küng, Stöckli und Handschin war natürlich einer der Höhepunkte der Versammlung. Und alle drei nutzten die Möglichkeit, Worte an die Stimmberechtigten zu richten – natürlich in erster Linie voller Dank. «Und auch voller Demut», betonte Carolynn Handschin. Beat Küng gab Einblick in sein Inneres: «Ich habe mir mehrmals vorgenommen, hie und da cooler zu bleiben, aber geschafft habe ich es nie.» Küngs Fazit: «Es hat Spass gemacht, meistens.» Milly Stöckli sprach von einem echten Abenteuer. «Ich freue mich darauf, künftig Strassen zu nutzen, ohne zuerst eingehend deren Baupläne zu kennen.»
Noch immer ist es irgendwie weit weg. Und trotzdem rückt es in grossen Schritten näher: das 1000-Jahr-Jubiläum des Klosters Muri. Dass dies ausgiebig gefeiert wird, ist selbstverständlich. Die Geschichtsschreibung läuft seit Jahren, ein Geschäftsführer ist eingesetzt, erste Pflöcke sind eingeschlagen – rund um den Pavillon, rund um das grosse Sommerfest. Und nun also auch um eine Ausstellung, die ergänzend zur breiten Museumslandschaft sein soll. Mit Christoph Zurfluh und Nicole Laubacher zeichnen zwei Murianer für diese verantwortlich. «Wir wollen zeigen, was das Kloster alles mit sich brachte», sagt Laubacher. Niederschwellig, unkompliziert, für Erwachsene und für Kinder. Natürlich spielen auch die Habsburger eine Rolle. «Schade, dass Sissi nie hier war», sagt Zurfluh und lacht. «Wir könnten das aber auch einfach behaupten.» Könnten sie, tun sie natürlich nicht – die Klostergeschichte bringt auch sonst viel Spektakuläres mit sich.
Annemarie Keusch