Vier Tage Lagerleben in der Murianer Waldhütte Tannenlaube, ein prägendes Erlebnis für jedes Kind. Das Frühlingslager für «Wald­eulen» von sechs bis zwölf Jahren hat sich mittlerweile fest etabliert. Hier können Kinder, nicht all zu weit weg von zu Hause, Ferien im Wald mit einem festen Dach über dem Kopf verbringen.

Die Reste vom Feuer sind am Verglühen, ein beachtlicher Gepäckhaufen liegt vor der Hütte abholbereit und 19 Kinder vertreiben sich gut gelaunt die Wartezeit mit «Schiitli um», einem Versteckspiel, bis die Eltern kommen. Lagerleiterin Dunja Hofmann sitzt etwas erschöpft, aber zufrieden und keineswegs gestresst, vor der Tannenlaube, ihrem Feriendomizil der vergangenen vier Tage. Immer wieder suchen einige kleine Wald­eulen ihre Nähe, denn: «Die drama­tische Stunde des Abschieds naht», wie es die elfjährige Mia mit tragischer Stimme auf den Punkt bringt. Meine beiden Jungs begrüssen mich strahlend und dreckig von oben bis unten, ausgerüstet mit einem selbst gebastelten Pfeilbogen und jeder Menge selbstgeschnitzter Pfeile, um gleich darauf wieder im Wald zu ­verschwinden für die nächste Ver­steckis-Runde.
Kinder wachsen mit
«Dieses Lager sollte ursprünglich eine Alternative zum Sommerlager von Blauring und Jungwacht sein: Nicht so lange, nicht weit weg und bereits ab Kindergartenalter», erklärt die 36-jährige Kindergartenlehrerin aus Muri. Darum fand es anfangs auch in den Sommerferien statt. Da es im Sommer aber sehr schattig um die Hütte herum ist, damit auch dunkel und ausserdem der Wald sehr dicht, wechselte sie den Lagerzeitpunkt auf die Frühlingsferien. Zunächst bestand die Gruppe ausschliesslich aus Kindergartenkindern. Schnell stand fest, dass viele auch nach Schuleintritt gerne wieder in das Waldlager kommen wollten und so wuchs das Alter der Teilnehmenden sozusagen wie von selber mit. Zu den «alten Hasen» gehören mit ihren elf Jahren Mia, Yanik und Linus, gefolgt von Ranja (zehn), Loris, Fio und Amaelle (alle drei neunjährig), die bereits das vierte oder fünfte Mal dabei sind. Dass auch die grösseren Kinder immer wieder mitkommen, freut Dunja Hofmann sehr: «Es ist für mich total spannend, zu sehen, wie sie sich von Jahr zu Jahr entwickelt haben, selbständiger werden und auch wie sich die Themen ändern.»

Text und Bild: Heike Jirku

Mehr im «Freiämter» vom Dienstag, 17. April.