Aus eins mach zwei
20.02.2026 Wohlen, SchuleDas Schulhausprovisorium am Oberdorfweg soll im Junkholz und Bünzmatt weiterverwendet werden
Aktuell nutzt die Bezirksschule das Containerprovisorium am Oberdorfweg. Wenn diese im Sommer wieder zurück in die Halde zieht, sollen die Container die Platznot im ...
Das Schulhausprovisorium am Oberdorfweg soll im Junkholz und Bünzmatt weiterverwendet werden
Aktuell nutzt die Bezirksschule das Containerprovisorium am Oberdorfweg. Wenn diese im Sommer wieder zurück in die Halde zieht, sollen die Container die Platznot im Bünzmatt und Junkholz lindern, bis die dortigen Erweiterungen gebaut sind.
Chregi Hansen
Mit der neuen Schulraumstrategie setzt die Gemeinde Wohlen vorerst auf Provisorien. Statt im Junkholz und im Bünzmatt bereits Neubauten zu realisieren, sollen diese Provisorien die Zeit überbrücken bis zu einer definitiven Lösung. Das Gute daran: Die Container sind bereits vorhanden – aktuell werden diese noch durch die Bezirksschule genutzt.
Wenn die Bez im Sommer die sanierten und erweiterten Räumlichkeiten am alten Standort beziehen kann, sollen die Containerbauten aufgeteilt werden. Die eine Hälfte wird ins Bünzmatt gezügelt, die andere ins Junkholz. In beiden Schulanlagen besteht Platznot – dank der Lösung mit den Provisorien kann Zeit gewonnen werden, um die notwendigen Sanierungen und Erweiterungen in aller Ruhe zu planen.
Einmal 3,6 und einmal 3,375 Millionen Franken
Auch wenn die Container vorhanden sind, gratis ist diese Lösung nicht. Der Gemeinderat legt nun die Kreditanträge vor für beide Provisorien. Für das im Bünzmatt ist ein Kredit in der Höhe von 3,6 Millionen Franken nötig, das im Junkholz kommt mit 3,375 Millionen Franken etwas günstiger. In beiden Fällen ist der Kredit aber höher als ursprünglich geplant. Dies zum einen, weil die Container länger zum Einsatz kommen als ursprünglich angedacht. Zum anderen erweist sich in beiden Fällen der Baugrund als schlecht. Das Fundament muss aber so gebaut werden, dass später allenfalls gar eine Aufstockung der Container möglich ist.
Das Containerprovisorium für das Bünzmatt soll auf der Wiese zwischen dem Bünzmatt und der Badi erstellt werden. Dies hat mehrere Vorteile.
Zum einen bleibt die grosse Sportwiese frei – hier könnte später ein neuer Erweiterungsbau erstellt werden. Zum anderen liegt das Provisorium direkt neben dem Bünzmatt 1 und somit ist die Anbindung zur Primarschule gesichert. Auf die bestehenden Bäume und das Feuchtbiotop soll bei der Platzierung der Container Rücksicht genommen werden. Umgekehrt besteht hier eine anregende Spielumgebung. Das Gebäude ist sowohl von der Allmendstrasse als auch über das Schulareal erschlossen.
Abschied vom Kindergarten Sorenbühl nehmen
Das vorliegende Provisoriumsprojekt umfasst Räume für zwei Kindergärten, drei Unterstufenklassen und eine Einschulungsklasse. Durch den Umzug der Unterstufenklassen wird im bestehenden Bünzmatt-Schulhaus Platz frei für die Oberstufe. Bei den beiden hier geplanten Kindergärten handelt es sich um den Ersatz für den bestehenden Doppelkindergarten am Sorenbühlweg. Dieser ist seit 56 Jahren in Betrieb und genügt den qualitativen und quantitativen Vorgaben längst nicht mehr. Der Mietvertrag mit dem Gemeinnützigen Ortsverein GOV läuft noch bis 2028. Nach dem Umzug des Kindergartens in das Provisorium wird die weitere Zukunft des Gebäudes geprüft, im Vordergrund steht dabei eine schulnahe Nutzung, allenfalls für die Tagesstrukturen. GOV und Gemeinde streben eine partnerschaftliche Lösung an.
Das Provisorium wird zweigeschossig gebaut, eine Aufstockung um ein bis zwei Geschosse soll möglich sein. Im Erdgeschoss befinden sich zwei Kindergärten mit den dazugehörigen Gruppenräumen sowie weitere Räume für den Schulbetrieb. Im Obergeschoss befinden sich die Einschulungsklasse (EK) sowie drei Klassenzimmer mit Gruppenräumen für die 1. und 2. Klasse. Die vorhandenen Container müssen für die neue Nutzung im Innern angepasst werden, um die Belichtungs- und Erschliessungssituation zu verbessern. Das Erdgeschoss muss gegen unten gedämmt und abgedichtet werden. Die bestehende Gebäudetechnik kann übernommen werden.
Auch der Kiga Bollmoos hat bald ausgedient
Ähnlich präsentiert sich die Situation in der Schulanlage Junkholz. Auch hier braucht es zusätzliche Räume, bis zur geplanten Sanierung und Erweiterung. Und auch hier gilt es, einen bestehenden Kindergarten zu ersetzen, in diesem Fall denjenigen im Bollmoos. Im Provisorium, welches auf dem Hartplatz neben der Turnhalle geplant ist, finden zwei Kindergärten (der Ersatz für den Kindergarten Bollmoos und ein zusätzlicher), zwei Unterstufenklassen und eine Einschulungsklasse Platz. Dadurch ergeben sich im bestehenden Schulhaus freie Zimmer für die Mittelund die Oberstufe. Die Integration des Kindergartens Turmstrasse ist zu einem späteren Zeitpunkt geplant.
Durch die Platzierung auf dem Hartplatz bleibt die Spielwiese grösstenteils frei, dies lässt für die Planung eines Erweiterungsbaus alle Optionen offen. Wie im Bünzmatt wird das Provisorium zweigeschossig erstellt mit der Option einer Aufstockung. Für die beiden Kindergärten ist ein separater Eingang samt Spielbereich vorgesehen.
Einzug der Schule im Sommer 2027
Der Terminplan sieht bei beiden Projekten identisch aus. Ziel ist es, die Container im Sommer nächsten Jahres zu beziehen. Damit dies klappt, soll im kommenden Monat das Baugesuch eingereicht werden und muss das Parlament die beiden Kredite gutheissen. Vorgesehen ist der Baubeginn im Herbst dieses Jahres. Die Zeit eilt auch darum, weil das Containerprovisorium Oberdorfweg bis Ende Jahr geräumt und wiederhergestellt werden muss. Die Demontage erfolgt mittels Pneukran. Die einzelnen Container werden voneinander getrennt und der Innenausbau wird angepasst.
Unterschiedlich ist die Zeitdauer der Nutzung. Im Junkholz geht man von einer Betriebsdauer von rund vier Jahren aus, im Bünzmatt hingegen ist aktuell von sieben Jahren die Rede. Der Gemeinderat betont, dass die Bauweise in der Erstellung wesentlich kostengünstiger ist als ein permanenter Bau ist und dank der Wiederverwendung des Containerprovisoriums Oberdorfweg auch Ressourcen schont. Falls das Parlament hingegen die beiden Kredite ablehnt, drohe an der Schule Raumnot. Zudem müssten die Elemente des Provisoriums zwischengelagert oder gar verkauft werden. Nicht zuletzt müssten die Kindergärten Bollmoos und Sorenbühl weiter betrieben werden, trotz ihrer vorhandener Mängel.
Vorgesehen ist, dass der Einwohnerrat das Geschäft an der nächsten Sitzung behandelt.

