Dreimal deutlich Ja zur Badi
25.11.2025 Muri, AbstimmungenEin hochverdientes Trio
Milly Stöckli, Beat Küng und Carolynn Handschin aus dem Gemeinderat verabschiedet
Milly Stöckli 16 Jahre, Beat Küng rund 9 Jahre und Carolynn Handschin 4 Jahre: Die «Gmeind» war ihre letzte ...
Ein hochverdientes Trio
Milly Stöckli, Beat Küng und Carolynn Handschin aus dem Gemeinderat verabschiedet
Milly Stöckli 16 Jahre, Beat Küng rund 9 Jahre und Carolynn Handschin 4 Jahre: Die «Gmeind» war ihre letzte als Gemeinderäte.
Annemarie Keusch
Als «einflussreichste Freiämter Lokalpolitikerin dieses Jahrtausends» bezeichnet Gemeindeammann Hans-Peter Budmiger Milly Stöckli. Mit ihr nahm die SVP vor 16 Jahren erstmals Einsitz im Gemeinderat. «Mit Milly arbeitet man gerne zusammen und verbringt gerne Zeit mit ihr», betonte Budmiger. Regenüberlaufbecken, ARA, Zürcherstrasse. «Und glauben Sie mir, niemand hätte den Radweg lieber bereits fertiggebaut als sie.» Er habe sich immer 150 Prozent auf Stöckli verlassen können. Stöckli selbst spricht von einem echten Abenteuer. «Mich im Gemeinderat zu engagieren, das hat mir immer viel bedeutet.» Rund neun Jahre lang hat Beat Küng das Ressort Hochbau betreut. «Mit Herzblut, Ausdauer und Engagement», betont Budmiger. Und mit dem Anspruch, zu gestalten und nicht nur zu verwalten. Badi, Bahnhof, Trainingshalle, Kunstrasen: Die Projekte gingen ihm nie aus. «Dabei war er immer bereit, den Extrameter zu gehen.» Küng blickt auf eine intensive, spannende und lehrreiche Zeit zurück – «mit dem besten Team». Es habe Spass gemacht, «meistens».
Ein besonderer und emotionaler Tag ist es auch für Carolynn Handschin. «Trotz der kurzen Amtszeit war ich mit Leidenschaft dabei», sagt sie. Das bestätigt Budmiger. Bildung, Kultur und Sport waren ihre Aufgabenbereiche. «Auch wenn sie von aussen ruhig wirkt, hat sie ihre Meinung wenn nötig klar und pointiert formuliert.» Die Verabschiedungen waren der Schlusspunkt einer ereignisreichen «Gmeind».
Über 13 Millionen Franken für Badi-Sanierung, Badewasserheizung und Parkierungsanlage gesprochen
Muri bekommt eine neue Badi. Nach eingehender Diskussion sagt der Souverän deutlich Ja zum knapp 12-Millionen-Franken-Kredit. Im September 2027 soll der Baubeginn erfolgen. Neben der Beckensanierung erhält die Badi eine neues Eingangsgebäude.
Annemarie Keusch
Der Stein ist quasi hörbar. Der Stein, der Beat Küng beim Blick in den sehr vollen Festsaal vom Herzen fällt, als ganz viele Hände in die Höhe gehen und damit Ja sagen zu den knapp zwölf Millionen Franken für den Ausbau und die Sanierung der Badi. Vorausgegangen war eine detaillierte Vorstellung des Projekts. Bis ins Jahr 1980 ging Küng dabei zurück. «Als die Badi gebaut wurde. Ein mutiger und weitsichtiger Entscheid, wie wir ihn heute auch fällen können.» Denn mittlerweile sei vieles erneuerungsbedürftig. «An der Front funktioniert alles, aber im Hintergrund ist vieles schwierig.» Sanitäre Anlagen, Gastronomie, Garderoben, Eingang.
Rotstift nach wie vor im Einsatz
Dass es um viel Geld geht, dessen sind sich im Festsaal alle bewusst. «Vielleicht ist das nicht immer nachvollziehbar», sagt auch Küng. Erschwerter Baugrund, viel Technik, gesetzliche Vorgaben für öffentliche Bauten. Küng betont: «Die rund 12 Millionen Franken sind ein Kostendach. Grosse Überraschungen sollten keine mehr folgen. Wir werden diesen Kredit einhalten.» Im Gegenteil. Man sei weiterhin mit dem Rotstift am Werk, wie man es seit Projektbeginn 2019 immer gewesen sei. Auch wenn noch vieles unklar ist – etwa die Beteiligung der Nachbargemeinden an den Kosten. «Leute aus Gemeinden, die sich nicht beteiligen, werden künftig mehr Eintritt zahlen müssen.» Das Preisniveau für Murianer soll in etwa bleiben. Küng ist überzeugt, dass umliegende Gemeinden einen Teil mitfinanzieren. «Weil es für sie auch Vorteile mit sich bringt. Gerade im Bereich Schulschwimmen.»
Ein neuer Haupteingang im Westen des Areals, samt Restaurant, Technikräume, sanitäre Anlagen und Umkleidekabinen. Mit Chromstahl ausgekleidete Becken. Ein neues Kleinkinderbecken samt Spielplatz im Norden der Badi. So ist es geplant. «Es geht natürlich um die Badi. Aber nicht nur. Es geht um eine Freizeitanlage, an der wir uns 45 Jahre erfreuen können», hielt Küng fest.
SVP äussert Kritik
Seine Präsentation und das Projekt stiessen auf viel Zustimmung. Felix Köpfli, Präsident Mitte, betonte: «Natürlich stehen in den nächsten Jahren viele Investitionen bevor. Wir haben in den letzten Jahren wenig investiert, weil viele Projekte nicht ins Fliegen kamen. Der riesige Haufen vor sich hergeschobener Projekte droht noch grösser zu werden, wenn wir nicht endlich etwas investieren.» Auch Joy Räber ist begeistert: «Ein zukunftsorientiertes, generationenübergreifendes Projekt, das der gesamten Bevölkerung zugute kommt.»
Aber es gibt auch kritische Stimmen. SVP-Präsident Roman Roth spricht von einem Ja zur Badi, aber einem Nein zu den hohen Kosten. «Es läuft in unserer Gemeinde finanziell aus dem Ruder.» Zudem ist er überzeugt davon, dass sich andere Gemeinden nicht an den Investitionen beteiligen. Ausserdem sagt Roth: «Wenn wir den Eintritt für Auswärtige teurer machen, dann kommen sie einfach nicht mehr.» Angesichts der anstehenden Investitionen in Muri müsse man die Kosten lindern, wo immer dies möglich sei. «In diesem Projekt gäbe es Möglichkeiten», ist er überzeugt. Den Steuerfuss anzuheben, bringe für die Gemeinde schlicht mehr Nachteile, als eine attraktive Badi Vorteile mit sich bringt. «Wir müssen Mass halten», mahnte Roth. Dass er nicht einverstanden sei mit dem Finanzhaushalt, tat auch ein anderer Stimmbürger kund. Roths Rückweisungsantrag blieb aber schliesslich chancenlos. Laut Zeitplan soll der Baubeginn im September 2027 erfolgen – möglichst in den Wintermonaten, um den Badibetrieb möglichst wenig einzuschränken.
Nur sechs Gegenstimmen zur Badewasserheizung
Somit war der Weg auch für die zwei folgenden Traktanden vorgespurt. Denn wie Beat Küng in seiner Präsentation betonte: «Es hängen alle drei Kreditanträge zusammen.» In der Badewasserheizung sieht der scheidende Gemeinderat vor allem in Bezug auf das Schulschwimmen grosse Vorteile. «Es kann damit viel verlässlicher geplant werden.» Eine minimale Wassertemperatur von 24 Grad sei mittels Wärmepumpe, Beckenabdeckung und Photovoltaikanlage sichergestellt. «Das garantiert einen Badi-Betrieb von April/Mai bis im September.» Weil Schwimmen Teil des Lehrplans 21 ist und sich alle Gemeinden daran halten müssen, sieht Küng hier Möglichkeiten für zusätzliche Einnahmen. Und natürlich auch eine gute Möglichkeit für Murianer Schulen, das Schwimmen zu intensivieren.
Knapp 1,1 Millionen Franken spricht der Souverän mit nur sechs Gegenstimmen schliesslich für die Heizung. «Ganz sicher viel günstiger, als eine Schwimmhalle zu bauen.»
Parkplatz allenfalls mit Photovoltaik überdachen
Auch die Parkierungsanlage in der Bachmatten findet eine grosse Mehrheit. Dabei geht es darum, den bisher nicht wetterfesten Bereich der Parkplätze wetterfest zu machen – mit Kiesunterlage. 200 Parkplätze, einige E-Ladestationen und Veloparkplätze sind geplant. Finanziert werden die 680 000 Franken zu hundert Prozent aus dem Parkraumfonds. «Also verursachergerecht», findet Beat Küng. In den Plänen eingerechnet ist Reservefläche für eine Bushaltestelle, falls es im Bereich der Sportanlage und des neuen Badi-Eingangs dereinst eine solche gibt. Die Anregung von Sandro Bischof, GLP, den Parkplatz allenfalls mit einer Photovoltaikanlage zu überdachen und die Fläche doppelt zu nutzen, nahm der Gemeinderat entgegen.


