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Damit Essen weniger im Müll landet

Die Verschwendung von Lebensmittel, ein Problem, das immer wieder thematisiert wird. So auch gestern an der Oberstufe in Muri. Es wurde gekocht, diskutiert, gelernt und sogar gerappt. Klar wurde: «Food Waste» ist weit mehr, als Lebensmittel nicht wegzuwerfen.
Franziska Koch ist Hauswirtschaftslehrerin an der Bezirksschule Muri. Und das Thema «Food Waste» ist ihr wichtig. Das merkt man schnell, nicht nur wenn man weiss, dass sie den Thementag an der Oberstufe Bachmatten quasi im Alleingang organisiert hat.
Rasch zückt Koch ihr Handy, scrollt ein paar Wochen zurück und zeigt das Bild eines Abfalleimers. Darin ist gut sichtbar ein Plastiksack mit zwei Äpfeln entsorgt, nicht ganz im Eimer, so dass Koch den Beutel herausfischen konnte. «Zwei schöne, frische Äpfel. Nicht faul, gar nichts», sagt die Lehrerin.
Äpfel aus dem Abfall schmecken gut
Geschmeckt hat der Strudel mit der Füllung aus diesen beiden Äpfeln den Schülern aber nicht besonders. Koch hatte ihnen vorgängig erzählt, woher die Äpfel stammten.
«Sie fragten mich, ob ich diese einfach roh essen würde», erzählt Franziska Koch. Sie antwortete: Ja, sie könne ihn ja waschen. «Dass das die Schüler nicht machen würden, war mir klar. Aber bei verkochten Äpfeln merkt man sicherlich gar nichts mehr, zumal sie in einem Plastiksack waren.» Geheuer war das trotzdem nicht allen. Koch: «Hätte ich ihnen nicht gesagt, dass das Äpfel aus dem Abfall seien, sie hätten gar nichts gemerkt.»
Besser lagern und Reste verwerten
Solche oder ähnliche Situationen erlebt die Hauswirtschaftslehrerin oft. Krumme Rüebli, zu grosser Kabis, unförmige Kartoffeln, ein Tag altes Brot. Anstatt auf dem Teller landen solche Artikel bei vielen im Abfall. «Darum finde ich es sehr wichtig, die Verschwendung von Lebensmitteln zu thematisieren», unterstreicht Franziska Koch. Und darum sagte sie sofort zu, als sie von der Schule angefragt wurde, den Thementag zu organisieren. «Wir wollen die Kinder motivieren, dass sie sich mit diesem Thema auseinandersetzen. Mein Traum ist es, dass sie das Gelernte in ihrer Familie, im Freundeskreis oder im Verein streuen.»
Kochen ist natürlich ein wichtiger Bestandteil der Thematik «Food Waste». Dass mit unförmigem Gemüse trotzdem feine Gerichte gekocht werden können, lernten die Schüler genauso, wie das Zubereiten eines Suppenhuhns. Hinzu kamen Workshops zum Thema «Clever einkaufen» oder zu engagierten Betrieben, die sich gegen «Food Waste» einsetzen. Aber auch praktische Tipps bekamen die Oberstufenschülerinnen und -schüler mit auf den Weg. Beispielsweise wie Lebensmittel besser oder länger gelagert, oder wie Reste kreativ verwertet werden können.

Text und Bild: ake

Mehr im «Freiämter» vom Dienstag, 13. Februar

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