Das Fällen einer 80-jährigen, geschützten Linde in der Gemeinde Oberrüti, sorgt bei einigen Einwohnern für Unverständnis. Die Lage war idyllisch: Eine grosse Linde mit einer Ruhebank, mit Blick auf das Dorf Oberrüti, dahinter die Rigi, in der Ferne der Alpenkranz. Eine Art «Lueg-ins-Land-Ort». In früheren Zeiten, als die Menschen noch zu Fuss von Dorf zu Dorf unterwegs waren, dienten solche Orte im Schatten eines frei stehenden Baumes der willkommenen Rast und Erholung. Eine Postkartenansicht, die auch schon die Gemeindebroschüre zierte. Zu finden auf einer historischen Strecke ausserhalb des Dorfes in den Höfen. Wo die Abtwilerstrasse zum Hohenrain und dann zum Hohensteg wird.
Doch nun exisitiert das Postkartenbild nicht mehr. Der freistehende Baum, in der Bau- und Nutzungsordnung der Gemeinde Oberrüti, eingetragen unter der Nr. 51 im «Verzeichnis der geschützten Naturobjekte, Einzelbaum Linde», wurde im November 2017 gefällt – mit Erlaubnis des Gemeinderates.
Einwohner haben sich danach beim Gemeinderat beschwert und sich auch an den «Freiämter» gewandt.

Text und Bild: Hans Kaufmann

Mehr im «Freiämter» vom Freitag, 13. Juli.