Das Schöne ist überall

Fr, 05. Mär. 2021
Karin Klöckl freut sich darauf, schon bald mit ihrer Kunst in die Villa Wild einziehen zu dürfen. Bild: Susanne Schild

Karin Klöckl stellt in der Villa Wild in Muri aus

Ab dem 9. Mai kann die aktuelle Ausstellung «Serendipity» von Karin Klöckl besucht werden.

Ein Jahr später als ursprünglich geplant zeigt die Murianer Künstlerin Karin Klöckl rund 40 realistische Ölbilder im Kunsthaus Villa Wild. «Auf die Vernissage wird im Mai zwar verzichtet, aber dennoch ist es schön, dass die Villa Wild wieder mit Kunst bespielt werden darf», freut sich Kurator Ueli Strebel. --sus


Die Zufälligkeit des Schönen

Karin Klöckl stellt ab Sonntag 9. Mai im Kunsthaus Villa Wild aus

Nach einem Jahr des Abwartens öffnet das Murianer Kunsthaus Villa Wild wieder seine Türen. Den Auftakt der geplanten Ausstellungsreihe macht die Künstlerin Karin Klöckl. Die gezeigten 40 realistischen Ölbilder auf Leinwand stehen unter dem Begriff «Serendipity».

Susanne Schild

«Serendipity» beschreibt den glücklichen Zufall, der einen entdecken lässt, wonach man überhaupt nicht gesucht hat. «Durch diese Zufälligkeit sind viele meiner aktuellen Werke entstanden», erklärt Karin Klöckl. «Ich sitze im Auto und warte. Es regnet und die Wassertropfen laufen die Scheibe hinunter. Ich fokussiere diese, zoome sie heran und alles andere verschwindet im Hintergrund. Das alles geschieht rein zufällig, aus dem Nichts heraus.»

Malstopp im letzten März

In dieser gedankenlosen Zufälligkeit das Schöne zu entdecken, das ist für die 54-jährige «Serendipity». Viele ihrer Bilder beziehen sich auf die Natur. Wenn sie mit ihrem Hund spazieren geht, bleibt ihr Blick einfach hängen und sie versinkt im Detail. Karin Klöckl verliert sich in der Struktur, spielt mit dem Diffusen, mit Schärfe und Unschärfe und fügt die Ebenen zusammen. Man entdeckt neue Zusammenhänge und nimmt sie selbst anders wahr.

Auf die Ausstellung im Kunsthaus Villa Wild hat sie sich über ein Jahr lang vorbereitet. «Als dann im März letzten Jahres feststand, dass die Ausstellung abgesagt werden muss, war das ein Hammerschlag für mich», erinnert sie sich. «Danach bin ich in einen regelrechten Malstopp gefallen. Nur vier Schwarz-Weiss-Werke, die Menschen zeigen, die aus dem Bild huschen, sind während des Lockdowns entstanden.» Schwarz-Weiss ist man von der ansonsten sehr «bunten» Künstlerin eher weniger gewohnt. Danach hat Karin Klöckl sich mit dem Material Ton beschäftigt. «Ich brauchte den Break», streicht sie heraus. Umso mehr freut sie sich jetzt, die alte Villa wieder mit Leben erfüllen zu dürfen. Als sie sich auf die Ausstellung vorbereitete, hatte sie die Räume im Hinterkopf. Das Alte des Hauses, den Verfall, findet man auch in einigen ihrer Bilder wieder. Ein Werk zeigt beispielsweise ein altes Türschloss. «Die Geschichte seines Verfalls spiegelt sich in der Farbe wider.»

Das Haus mit Bildern bespielen

Karin Klöckl will, dass die Ausstellungsbesucher innehalten, um die Bilder auf sich wirken lassen zu können.

Die Kleinigkeiten entdecken, von ihnen berührt zu werden. «In allem und überall kann man das Schöne finden. Leider wird das im Alltag oft übersehen.» Es lohne sich, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen. «Wer wie sie nicht nur auf die stärksten Reize achtet, schärft den Blick fürs Unscheinbare», meint Kurator Ueli Strebel. Man entdecke neue Zusammenhänge und nehme auch sich selber anders wahr.

Ende April wird sie zusammen mit Kurator Ueli Strebel beginnen, das Haus mit ihren Bildern zu bespielen. Ein Konzept, wie und wo sie ihre Werke platzieren möchte, hat sie bislang noch nicht. «Das macht für mich den Reiz des Hauses aus. Die vielen Stockwerke, die vielen Räume, die unterschiedlichen Lichtverhältnisse. Neben dem Verfall entsteht hier gleichzeitig Neues. Nicht nach einem Konzept, sondern durch Zufall.»


Über die Künstlerin

Karin Klöckl, wurde 1967 in Spreitenbach geboren, liess sich zuerst zur Hochbauzeichnerin ausbilden und besuchte 1992 bis 1996 die Fachklasse die Fachklasse für Zeichnungslehrerinnen und -lehrer an der Schule für Gestaltung in Zürich. Danach war sie als Zeichenlehrerin an verschiedenen Schulen tätig und ist es noch an der Bezirksschule in Muri. Seit 1991 arbeitet sie neben dieser Berufstätigkeit im eigenen Atelier und widmet sich nicht nur der Malerei, sondern schafft auch Skulpturen. Inspirationen holt sie sich auch aus längeren Auslandaufenthalten, etwa in Burma. --sus

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