Den Puls der Wählerschaft spüren

Fr, 27. Nov. 2020
Wollen den Rückenwind in weiteren Projekten nutzen: GLP-Grossrat Hans-Peter Budmiger (links) und Samuel Peyer, Präsident der GLP Bezirk Muri. Bild: Annemarie Keusch

Die GLP Bezirk Muri lanciert eine Online-Umfrage und sie hat einen weiteren Erfolg zu vermelden

Die GLP war im Bezirk Muri bei den Grossratswahlen die ganz grosse Gewinnerin. Wenige Tage vor der Wahl überhaupt gegründet, stellt die GLP nun einen Grossrat: Gemeindepräsident Hans-Peter Budmiger. Auf dieser Welle wollen die Grünliberalen weiterreiten. Mit einer Umfrage wollen sie mit ihrer Wählerschaft in Kontakt treten.

Annemarie Keusch

Der erste Vorstoss war angekündigt, bevor Hans-Peter Budmiger überhaupt in den Grossen Rat gewählt wurde. Thema: Hausärztemangel im Freiamt. Auch daraus, dass er gerne Teil der Kommission Gesundheit und Sozialwesen werden würde, machte Budmiger kein Geheimnis. Und nun ist er es, auch wenn die formelle Wahl vom Januar noch nicht stattfand. Entschieden wurde dies an der Fraktionssitzung, an der Budmiger erstmals dabei war. «Ich äusserte meinen Wunsch, sagte aber auch, dass ich mich natürlich in den Dienst der Partei stelle», hält er fest.

Ob es der Rückenwind vom guten Wahlergebnis war? Oder sein bisheriges Engagement als Gemeinderat und -präsident, der in Muri dieses Ressort betreut und seine Tätigkeit als Stiftungsratspräsident der Pro Senectute Aargau? «Dass mir das möglich gemacht wurde, freut mich sehr», sagt Budmiger. Denn, die GLP ist in den meisten Kommissionen nur mit einer Vertreterin oder einem Vertreter dabei. «Die Partei stellte sich die Frage, mit wem in welchen Kommissionen sie am besten aufgestellt ist», erklärt Budmiger.

Vorstoss nicht an erster Sitzung einreichen

Dass die 15 Jahre politischer Erfahrung im Gemeinderat Muri halfen, bestätigt Budmiger. Seine Tätigkeit als Stiftungsratspräsident der Pro Senectute und als Vorstandsmitglied der Pflegi habe aber auch zu Fragen geführt, etwa jener der Unabhängigkeit. «Weil die Materie so komplex ist, überwiegt der Vorteil der Erfahrung.» Für GLP-Bezirks-Präsident Samuel Peyer ist klar, dass Budmiger in dieser Kommission für den Bezirk Muri ideal ist. «Für die Region, das Spital, die Altersheime, die Spitex ist es wichtig, dass der Bezirk Muri in Aarau vertreten ist.» Gleich sieht es Budmiger: «Der ganze Kanton ist unterversorgt, was die Hausärzte betrifft. Wir besonders, und dagegen müssen wir etwas machen.»

Den versprochenen Vorstoss werde er einreichen, wenn auch nicht gleich an der ersten Sitzung. Und im Hinblick auf die erste Grossratssitzung Anfang Januar sagt Budmiger: «Ich bin schon ein wenig nervös.»

Sich in Gemeinden engagieren

Die GLP reitet auf der Erfolgswelle, im Bezirk Muri ganz besonders. Und diesen Rückenwind wollen die Verantwortlichen nutzen. «990 Listenstimmen und 6933 Wählerstimmen gingen für uns ein. Mit den Leuten, die uns wählten, wollen wir in Kontakt treten», sagt Parteipräsident Samuel Peyer. Sie wollen wissen, warum sie grünliberal gewählt haben, und sie wollen die Wählerschaft mitentscheiden lassen, in welche Richtung die Partei geht, Erwartungen und Wünsche einholen. Hans-Peter Budmiger sagt dazu: «Bezirkspolitik ist alle vier Jahre wichtig. Jetzt wollen wir unsere Politik, die offensichtlich den Nerv der Bevölkerung getroffen hat, in die Gemeinden bringen.»

Ob das in Kommissionen, Gemeinderäten oder in anderen Gremien ist, lässt sich die Partei offen. «Wir wollen in der Kommunalpolitik mitreden.» Ob dieser Weg traditionellerweise über Ortsparteien geht oder nicht, ist noch völlig unklar. Die Ziele der GLP im Bezirk hingegen sind deutlich formuliert: «Bei den Gesamterneuerungswahlen der Gemeindebehörden im nächsten Herbst wollen wir mindestens einen zweiten Gemeinderat im Bezirk stellen», wiederholt Präsident Samuel Peyer das, was an der Gründungsversammlung der Partei schon erwähnt wurde. «Wenn wir bewegen wollen, müssen wir in den Gemeinden präsent sein», ergänzt Hans-Peter Budmiger. Erste Gespräche diesbezüglich seien im Gang. «Wir sind gespannt auf weitere und freuen uns darauf», sagt Peyer.

Ziel: 150 Teilnehmende

Seit gestern ist die Online-Umfrage aufgeschaltet, dank der die GLP mit ihrer Wählerschaft in Kontakt kommen will. 150 Teilnehmende ist das Ziel, das sie sich setzen. «Und schön wäre es, wenn als Folge davon auch die Zahl der Mitglieder steigen würde», sagt Samuel Peyer. Seit gestern ist die Umfrage aufgeschaltet und sie kann unter www.glp-muri.ch ausgefüllt werden.


Urech wechselt die Kommission

Mit Hans-Peter Budmiger (GLP) ist der Bezirk Muri neu in der Kommission Gesundheit und Sozialwesen vertreten. Auch die anderen, bisherigen Grossräte haben sich diesbezüglich Gedanken gemacht. Besonders Ralf Bucher (CVP), der seit acht Jahren in der Kommission Aufgabenplanung und Finanzen (KAPF) sitzt und diese die letzten vier Jahre präsidierte. «Eigentlich wollte ich wechseln, aber die innerparteiliche Konstellation führte dazu, dass ich bleibe, auch um Konstanz zu garantieren», sagt Bucher. Mit Franziska Stenico-Goldschmid bleibt auch die zweite CVP-Vertreterin in ihrer Kommission, der Geschäftsprüfungskommission. Keinen Wechsel gibt es ebenfalls bei Flurin Burkard (SP). Burkard bleibt in der KAPF und er bleibt auch Präsident in der interparlamentarischen Geschäftsprüfungskommission der interkantonalen Polizeischule (IPH).

Einen Wechsel gibt es hingegen bei den SVP-Vertretern des Bezirks. Daniel Urech bleibt nicht länger in der Kommission Volkswirtschaft und Abgaben (VWA), sondern wechselt in die Geschäftsprüfungskommission. Nicole Müller-Boder (SVP) bleibt in der Kommission für öffentliche Sicherheit (SIK). --ake

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