Der Vollblut-Fasnächtler

Di, 02. Mär. 2021
René Neiger ist Fasnächtler durch und durch. Seit vielen Jahren engagiert er sich für die fünfte Jahreszeit in Muri – an dieser speziellen Fasnacht ganz besonders. Bild: Archiv

René Neiger ist «Kopf des Monats» Februar

Seine Stimme war an dieser Fasnacht präsent wie kaum eine andere. Ins FGN-Radio investierte René Neiger viel Zeit und Herzblut. Überhaupt, kreative Ideen hat der Murianer immer wieder.

Er interviewte Studiogäste, führte durch das Programm, entwickelte dieses vorgängig mit. Und ganz allgemein: das Fasnachtsradio war seine Idee. René Neiger war an dieser Fasnacht präsent wie kein anderer Fasnächtler in der Region. Und das, obwohl die Fasnacht nicht einmal annähernd so gefeiert werden konnte, wie das in «normalen» Jahren möglich ist.

Davon liessen sich die Verantwortlichen, speziell René Neiger, aber nicht unterkriegen. Stellvertretend für alle Fasnächtlerinnen und Fasnächtler, die sich trotz der Einschränkungen nicht entmutigen liessen, nach fasnächtlichen Alternativen suchten und dafür sorgten, dass diese Tradition auch dieses Jahr lebte, wurde Neiger von der Redaktion zum «Kopf des Monats» gewählt. --ake


Der Mann mit ganz vielen Ideen

Fasnächtler René Neiger wurde zum «Kopf des Monats» Februar gewählt

Entmutigen liessen sich die Fasnächtler in einigen Gemeinden nicht. Speziell in Muri und in Villmergen wurde die fünfte Jahreszeit trotz Pandemie ausgiebig und dank vielen kreativen Ideen gefeiert. Stellvertretend für alle Fasnächtler wählte die Redaktion den Neuenburger Schultheiss René Neiger zum «Kopf des Monats».

Annemarie Keusch

Er ist einer der präsentesten Köpfe an der Murianer Fasnacht. Als «Negro der Geneigte» kennen ihn viele. Er ist Schultheiss der Fasnachtsgesellschaft Muri-Neuenburg. Er engagiert sich im Turnverein. Und er ist Fasnächtler durch und durch. Mit vielen bunten und kreativen Ideen – auch in diesem Jahr, in dem die Fasnacht so ganz anders gefeiert werden musste.

An vorderster Front war René Neiger dabei. Er stand am Ursprung des Fasnachtsradios, das viele Leute weit über Muri hinaus durch die fünfte Jahreszeit führt. «Er hat immer wieder sehr gute Ideen», sagt Rolf Stöckli, der als «Rolf de Schnupfer» Vizeschultheiss von Muri-Neuenburg ist. Neiger sei sehr kreativ. «Oft entspringen unsere Mottos seinen Ideen.» Und auch im Turnverein hält er die Tradition der Fasnacht hoch. «René ist ein Vollblutfasnächtler, der ganz viel Herzblut investiert.»

Dreimal OK-Präsident des Umzugs

Und Neigers Art kommt nicht nur in der eigenen Fasnachtsgesellschaft gut an. Auch Simon Waltenspühl, der als «Simon der Leibhaftige» an der Spitze von Muri-Adelburg steht, und Paul Rey, der als «Paul der Smarte» Schultheiss von Muri-Wien ist, sind voll des Lobes über ihren Schultheiss-Kameraden. So sagt Simon Waltenspühl: «Er hat nicht nur gute Ideen. Er setzt diese auch um. Er investiert sehr viel in die Fasnacht.» Paul Rey sagt über die Zusammenarbeit und Rivalität der drei Fasnachtsstädte: «Es macht wirklich Spass. Wir unterstützen uns gegenseitig. Und es kann durchaus vorkommen, dass Schultheiss-Sitzungen feuchtfröhlich enden und bis in die Morgenstunden dauern.» Aber dennoch, die gesunde Rivalität ist da. «Natürlich, jeder will die schönste, beste und interessanteste Stadt haben.» – «Aber immer anständig, natürlich», fügt Simon Waltenspühl an.

Für alle drei Schultheisse ist die Fasnacht ein grosses Highlight im Jahr. «Für die Fasnacht in Muri ist René sehr wichtig», sagt Simon Waltenspühl. Die letzten drei Male war er OK-Präsident des Umzugs und auch für den Startschuss, die Schlüsselübergabe und -rückgabe sei er die Ansprechperson. «Das gibt einiges zu tun.» Auch Paul Rey sagt, dass sich Neiger zu einer tragenden Figur der Murianer Fasnacht entwickelt hat.

Voller Motivation im Stadtrat von Neuenburg

Die zentrale Figur ist er bei der Fasnachtsgesellschaft Neuenburg. Vizeschultheiss Rolf Stöckli sagt: «Er motiviert die anderen, schaut, dass es mit unseren Anlässen weitergeht, gibt altbekannten Traditionen einen neuen Touch.» Schon über 15 Jahre sitzt Neiger im Stadtrat von Muri-Neuenburg, seit 2005 ist er deren Schultheiss. «Auch in diesem speziellen Jahr war seine Motivation ungebrochen. Hätten wir alles abgesagt, wäre es für René wohl am schlimmsten gewesen.»

Aber von Absagen war nie die Rede. Stattdessen entwickelte Neiger neue Ideen. «Klar, vorher ist es ohne ihn auch gegangen. Aber solch engagierte Leute im Stadtrat zu haben, ist wunderbar. Als Vizeschultheiss habe ich dank Renés grossem Einsatz nicht allzu viel zu tun.» Im Fasnachtsradio hatte Neiger neben den beiden Technikern die höchste Präsenzzeit, machte Interviews, unterhielt die Leute. Und das über mehrere Tage stundenlang. Überhaupt, wenig Schlaf macht dem Herzblut-Schultheiss wenig aus. Simon Waltenspühl sagt, angesprochen auf Neigers Stärken als Fasnächtler: «Er hat stets Humor und gute Laune, auch wenn es sehr kurze Nächte sind, und er hat stets einen kühlen, kühnen Kopf für spontane Ideen.»

Einiges für kommende Jahre mitnehmen

Anerkennung für seinen grossen Einsatz zugunsten der Fasnacht bekommt Neiger nicht nur aus Fasnachtskreisen, sondern auch von Gemei ndepräsident Hans-Peter Budmiger. «Er ist ein positiver, kreativer und verbindender Schultheiss.» Neiger sei wichtig für die Murianer Fasnacht, nicht nur weil er Schultheiss ist. «Er ist wichtig, für die Fasnacht, aber auch sonst für Muri», sagt Budmiger. Der Gemeindepräsident weiss, wie verankert die Fasnachtstradition in Muri ist. «Fasnacht ist natürlich sehr wichtig, zum einen, um Traditionen aufrechtzuerhalten, und weil man sich dort trifft, sich austauscht und feiert.» Fasnacht bringe zum Ausdruck, was Muri ausmacht, ein Miteinander über alle Grenzen hinweg, ob Alter, Einkommen, Hobby, Musikrichtung oder was auch immer. «Wie so oft stellt sich auch hier die Frage, was zuerst war – Ei oder Huhn?»

Besonders beeindruckt zeigt sich Budmiger davon, was in Muri trotz Pandemie an der Fasnacht auf die Beine gestellt wurde. «Es ist sensationell.» Die Fasnacht habe gelebt. «Man kann durchaus einiges für die Zukunft mitnehmen. Manchmal ist weniger mehr», findet Budmiger.

«Die Murianer Fasnacht ist ganz einfach die beste»

Die Murianer Fasnacht, sie war im Freiamt mit Villmergen eine der präsentesten. Dass die Fasnacht im Klosterdorf die beste ist, darüber sind sich die Schultheisse einig. Simon Waltenspühl sagt dazu: «Warum die Murianer Fasnacht die beste ist? Ganz einfach, wir haben die Vielfalt dank den Fasnachtsgesellschaften, Guggenmusiken, Vereinen, Tambouren. Und in Muri gibt es während einer «normalen» Fasnacht über 30 Anlässe für Gross und Klein.»

Ähnlich tönt es bei Paul Rey. «Die Murianer Fasnacht ist einzigartig, weil sie für Gross und Klein vieles bietet, an vielen Örtlichkeiten im Dorf stattfindet und weil das Zepter in dieser Zeit bei den Fasnachtsgesellschaften liegt.» Und wenn die Schultheisse dieser Gesellschaften derart kreative und initiative Köpfe sind, dann kann das nur gut kommen.


Die bisher Gekürte

Im Monat Januar wählte die Redaktion Melanie Hasler zum Kopf des Monats. Die Bobpilotin zeigte international ihr Können und erreichte im Weltcup und an der Junioren-WM den dritten Platz. --red

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