Er überstrahlte am Schluss alle. «Dafür habe ich 45 Jahre geübt», sagte Willy Keusch. Der 66-jährige Boswiler ist der einzige, der im Kanton am Gewehr-Feldschiessen 72 Punkte erreichte – also das Maximum.
Keusch ist ein geübter Schütze, für die volle Punktzahl reichte es aber noch nie. «Letztes Jahr schoss ich 70 Punkte. Dass es jetzt für das Maximum gereicht hat, freut mich natürlich sehr», meinte der passionierte Schütze, der mit dem Sturmgewehr 57 gleich 18 Mal einen Vierer erzielte. Was es zum Erfolg brauchte? «Viel. Alles muss stimmen. Am Schluss hat es auch mit dem nötigen Glück zu tun. Und die Nerven müssen halten.»

Aber das Feldschiessen ist nicht nur etwas für Schützen. Nicht umsonst gilt der Anlass als das grösste Schützenfest der Welt. Alleine im Bezirk Muri nahmen in den letzten Tagen 1343 Gewehrschützen teil. Geschossen wurde in Benzenschwil, Sins und Boswil, die Besenbürer und Rottenschwiler Schützen schossen in Rottenschwil , die Bettwiler in Fahrwangen. Markus Mathis, Präsident des Bezirksschützenverbandes Muri zieht ein durchzogenes Fazit. «Dass wir die Anzahl der Teilnehmenden nicht steigern konnten, ist schade. Besonders angesichts der Diskussionen über die Verschärfung des Waffengesetzes wäre das wichtig gewesen», sagt er. Die Vereine müssen sich bemühen, den Schiesssport der Bevölkerung näher zu bringen.

Text: ake/wr, Foto: ake

Mehr im «Freiämter» vom Dienstag, 12. Juni.