Gönnervereinigung Pro Spital Muri blickte auf bereits 75 Jahre zurück. Der einstige «Spitalverein» hat nicht nur kürzlich einen neuen Namen erhalten. Auch der Wirkungsbereich hat sich während 75 Jahren verändert. Präsident Herbert Strebel gab an der jährlichen Versammlung einen kurzen Einblick in frühere Zeiten.

Zum Schluss wurde es noch ein wenig festlich in der voll besetzten Kapelle des Spitals. Die Familie Bürger erfreute die Versammlungsbesucher mit mittelalterlich anmutenden Klängen. Harfe, Cello, Klavier und Querflöte wurden vom zu vier Fünfteln anwesenden Familienorchester zum Erklingen gebracht. «Es sollte zum Jubiläum noch etwas Besonderes sein», erklärte Herbert Strebel das Engagement der Musiker nach dem offiziellen Versammlungsteil. Schliesslich gab es Grund zum Feiern.
Drei Franken Mitgliederbeitrag
Vor 75 Jahren wurde der damalige «Spitaverein» gegründet. «Mitten in den Kriegsjahren», wie der Präsident festhielt. Drei bis fünf Franken hätten die ersten Mitglieder beigesteuert. «Im Vergleich zu heute ein ansehlicher Betrag.» Die Grösse des Spitals gab immer wieder zu reden, wie Strebel in seinem kurzen Rückblick weiter erwähnte. Um 25 bis 30 Betten war einst eine Diskussion entfacht. Zum Vergleich: Heute sind es rund 500 Patientenbetten und 189 Personalbetten. Auch die Idee des Gönnervereins sei damals noch eine andere gewesen. «Nur etwa zehn Prozent der Bevölkerung war bei einer Krankenkasse versichert», verdeutlichte Strebel. So war es auch Aufgabe des Spitalvereins, Leuten zu helfen, die ihren Spitalaufenthalt nicht selber berappen konnten.
Die heutige Spitalvereinigung ist keine Instituation mehr, die direkt zum Überleben von Mitmenschen beiträgt. «Es geht darum, den Patienten den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen und dem Personal die Arbeit zu erleichtern, damit es sich mehr dem Menschlichen widmen kann», erklärte Strebel. Aber auch den Besuchern solle das Spital in guter Erinnerung bleiben. Jedes Jahr leistet die Vereinigung hierfür einen Beitrag. Im vergangenen Jahr wurde der Innenhof des Interdisziplinären Zentrums begrünt. Sabine Rüttimann, Präsidentin des Stiftungsrats Spital Muri verlieh ihrer Freude darüber Ausdruck und ergänzte: «Ich bin schon gespannt, welche Unterstützung Sie dieses Jahr beschliessen.»

Bild und Text: Philipp Indermühle

Mehr im «Freiämter» vom Freitag, 18. Mai.