Delegiertenversammlung des Verbandes Aargauischer Bienenzüchter in Abtwil mit regionalem Touch
Nicht nur die Landwirte sind den Launen der Natur unterworfen. Auch die Imker mit ihren Bienen bekommen sie zu spüren. Das war eines der Themen der Delegiertenversammlung. Die Vereine Muri und Umgebung und Oberfreiamt stellten ihr Projekt «Lehrbienenstand Mühlau» am Schluss den anwesenden Imkerinnen und Imkerin vor.

1888 gegründet, 45 Mitglieder und 404 Bienenvölker kann der Imkerverein Oberfreiamt aufweisen. Der Verein war zudem Gastgeber der diesjährigen Delegiertenversammlung des Verbandes Aargauischer Bienenzüchter. Präsident Theo Meyer begrüsste die zahlreichen Anwesenden und bedankte sich beim Kantonalverband. «Dieser bewilligte die Durchführung an einem Samstag» bemerkte er in seiner Rede und nutzte gleich die Gelegenheit, ein Mittagessen und ein Nachmittags-Programm nach der Versammlung anzubieten.
Wichtige Mitarbeiter der Natur
Bienen sind wichtige «Mitarbeiter» für die Landwirtschaft. Der Verband und die angeschlossenen Vereine bemühen sich, den schwindenden Bestand an aktiven Imkern aufzuhalten «und neue Imkerinnen und Imker auszubilden.» Dies konnten die Anwesenden unter anderem aus dem Jahresbericht des Verbandspräsidenten Andreas König entnehmen. König ging auch dem Raps auf den Grund, der 2017 früh, fast gleichzeitig mit den Obstbäumen, blühte. «Man will mit dieser Züchtung dem Rapsglanzkäfer entgegenwirken», erklärte er. Doch so suchen die Bienen die grössten Trachtquellen, das Angebot an Nektar, Pollen und Honigtau, auf und lassen das restliche Angebot oftmals links liegen, was für die Obstbäume fatal sein kann. «Es wird in die Natur eingegriffen, ohne an die Folgen zu denken», kritisierte König.
Konstruktive Zusammenarbeit
So arbeiten einige Vereine aktiv mit Landwirten zusammen und bilden für beide Seiten eine attraktive Symbiose: Sie stellen Bienenvölker während der Blütezeit in eine Obstplantage. Durch die konstruktive Zusammenarbeit mit dem Bauernverband sieht sich der Verband ermutigt, auch in diesem Jahr die Kampagne «Ressourcenprojekt-bienenfreundliche Landwirtschaft im Kanton Aargau» fortzusetzen, von dem sowohl Landwirte wie auch Imker profitieren können.
Gemeinsames Projekt zweier Vereine
Mit einem besonderen Projekt «Lehrbienenstand Mühlau» trat Bruno Heggli, Präsident des Imkervereins Muri & Umgebung, vor die Versammlung. Eine Belegstation ist ein Aufstellungsort für junge, unbegattete Bienenköniginnen und Drohnen derselben Rasse zur gezielten Zucht von Honigbienen. Eine solche Belegstation führen die Imkervereine Muri & Umgebung und Oberfreiamt gemeinsam in Mühlau («Der Freiämter» berichtete). Nun ist das bestehende Raumangebot «Möösli» für die Aus- und Weiterbildung zu klein geworden und man sucht nach einer optimalen Lösung. Wenn es mit der Finanzierung klappt, wird in Mühlau ein neuer Lehrbienenstand entstehen. Geplant sind ein Schulungs- und Vereinsraum für rund 60 Personen, Küche, WC-Anlage, Kiesparkplatz und einem Aussenplatz für Bienen in verschiedenen Beutentypen (Behausungen). Ein Teil der Finanzierung steht bereits durch Eigenmittel der beteiligten Vereine und Spendengelder. «Trotz der erteilten Baubewilligung werden wir den Bau erst in Angriff nehmen, wenn die ganze Finanzierung von 185 000 Franken steht», erklärte Heggli. Wie wichtig Züchtungen und Belegstationen sind, konnten die Mitglieder aus dem Jahresbericht des Obmanns Markus Müller entnehmen. Genau deshalb ist es den Initianten des neuen Lehrbienenstandes wichtig, die geforderten finanziellen Mittel aufzubringen. Sie hoffen auch auf finanzielle Unterstützung aus den eigenen Reihen.

Text: Monica Rast / Bild: bigstock

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