Soziale Themen im Zentrum des Runden Tischs in Rottenschwil. Die aktuelle Asylsituation, soziale Aspekte sowie Alter und Gesundheit standen im Zentrum des Runden Tisches der Gemeinde Rottenschwil. Die Gemeinderäte sind sich einig, dass im Sozialbereich alles in geordneten Bahnen verläuft.

Der Gemeinderat werde dieses Jahr den Runden Tisch nutzen, um der interessierten Bevölkerung Informationen aus den Ressorts zu vermitteln, betonte Frau Gemeindeammann Giordana Huonder. So war es auch am vergangenen Donnerstag geplant. Gemeinderat Christian Wyss konnte das geplante Inputreferat aus dem Ressort Soziales jedoch nicht halten, da er kurzfristig aus beruflichen Gründen an der Teilnahme verhindert war. Gemeindeschreiberein Cornelia Burkard übernahm diese Aufgabe.
Fünf Asylsuchende aus Eritrea
In Rottenschwil sind gegenwärtig fünf Asylsuchende aus Eritrea untergebracht, gab Cornelia Burkard bekannt. Es handelt sich um eine 23-jährige Mutter mit ihrem einjährigen Sohn, eine 60-jährige Mutter mit ihrem 22-jährigen Sohn sowie ein 19-jähriger Mann. «Der Kanton teilt uns eine gewisse Quote zu, die zu erfüllen ist. Falls wir diese Quote nicht erfüllen, müssen wir eine entsprechende finanzielle Leistung erbringen.»
Für die Gemeinde sei es kostengünstiger, die Zugewiesenen aufzunehmen und zu betreuen. Die fünf Asylsuchenden seien angenehme Leute und verständen sich untereinander sehr gut. Entsprechend positiv seien auch die Kontakte zwischen den Asylsuchenden und der Gemeinde.
Kleinere Schwierigkeiten gebe es natürlich immer in einem solchen Zusammenleben, gerade wenn es um den kulinarischen Aspekt geht: «Eritreer kochen etwas anders, als wir es uns gewohnt sind», meinte Cornelia Burkard mit einem Schmunzeln. In der Nachbarschaft könne das schon mal zu Reaktionen führen.
Die Herausforderung für die Gemeinde bestehe in der Integration der zugewiesenen Leute. Da diese vor allem über die Sprache geschehe, besuchen die Asylsuchenden gegenwärtig einen Deutschkurs, der vom Bund finanziert werde. Ein wichtiger Aspekt sei auch eine sinnvolle Beschäftigung: Rottenschwil hat das Glück, dass die beiden jungen Männer ein Praktikum absolvieren können.
Für den Fall, dass der Kanton ­weitere Asylsuchende zuweise, sei Rottenschwil gewappnet. Die Wohnung, in der die Asylsuchenden untergebracht sind, verfüge über die entsprechenden räumlichen Kapazitäten. Eine Prognose, wie sich die Situation entwickeln werde, könne der Kanton jedoch nicht stellen.
Eine Familie bezieht Sozialhilfe
Wenig Unangenehmes hatte Cornelia Burkard auch im Bereich Soziales zu berichten. In Rottenschwil lebe gegenwärtig eine Familie, welche Sozialhilfe bezieht. «Wir versuchen, diese Familie im Rahmen des Möglichen so zu unterstützen, dass sie finanziell bald wieder auf eigenen Füssen stehen kann.»
Die Unterstützung bestehe vorwiegend in der Mithilfe, Bewerbungen zu verfassen und diese zu kontrollieren. Nur wenn die Betroffenen Initiative zeigten, werde sich der Erfolg eines Tages einstellen. Da ein ­Familienmitglied gegenwärtig auf Stundenbasis arbeiten kann, seien die Voraussetzungen günstig, dass die Familie dereinst finanziell wieder unabhängig werden könne.

Text und Bild: Thomas Kron

Mehr im «Freiämter» vom Dienstag, 17. April.