Heute Kinder, morgen Künstler

Fr, 23. Okt. 2020
Das Jugendorchester Freiamt kann auf eine 25-jährige Erfolgsgeschichte zurückschauen. Bilder: zg

Das Jugendorchester Freiamt wird 25 Jahre alt

1994 ging vom Rotary Club Freiamt die Initiative aus, ein Jugendstreichorchester Freiamt zu gründen. Bereits im Sommer des gleichen Jahres hatte sich das Orchester mit 11- bis 19-jährigen Streichern formiert und die Probearbeiten wurden aufgenommen. Schon die ersten Konzerte waren ein voller Erfolg.

Susanne Schild

Die Idee eines Jugendstreichorchesters Freiamt entstand aus dem Bedürfnis und der Notwendigkeit heraus, talentierten Jugendlichen, die in den verschiedenen Musikschulen im Freiamt eine Grundausbildung genossen haben, eine Möglichkeit zum gemeinsamen Musizieren zu bieten. Mit der organisatorischen und finanziellen Unterstützung des Rotary-Clubs Freiamt, administrativer Unterstützung des Künstlerhauses Boswil und der Zusage eines namhaften Betrags durch die Ernst-Dambach-Stiftung Villmergen hatte sich das Orchester mit 11- bis 19-jährigen Streicherinnen und Streichern im Sommer 1994 formiert und die Probearbeiten aufgenommen.

Die ersten Auftritte 1995 unter der Leitung von Dirigentin Ruth Schnidrig in der Alten Kirche Boswil waren ein voller Erfolg. Ihr Nachfolger wurde Moritz Baltzer. Zusammen mit der aktuellen Dirigentin Anne-Cécile Gross prägten beide das Jugendorchester massgebend.

Gemeinsames Musizieren im Vordergrund

Obwohl Gross, anders als Balzer, auf ein möglichst breit gefächertes Repertoire setzt, stand und steht das gemeinsame Musizieren immer im Vordergrund. «Je weniger gebunden die jungen Streicher an eine bestimmte Musikrichtung sind, desto grösser ist auch die Chance, sich in alle möglichen Richtungen zu öffnen», ist Gross überzeugt. «Wir spielen alles, von der Klassik bis hin zu zeitgenössischer Musik. Ich möchte, dass die Jugendlichen möglichst die ganze Vielfalt der Musik erfahren können.»

Um erfolgreich musizieren zu können, muss man Respekt, Enthusiasmus und Liebe der Musik gegenüber aufbauen. Die Ohren und das Herz müssen sich öffnen, dann entwickelt sich die Musik von innen aus den Kindern heraus.

Anne-Cécile Gross möchte den Kindern die Ausrüstung für eine musikalische Laufbahn mit auf den Weg geben. «Die Kinder von heute sind die Künstler von morgen», streicht sie heraus. Aktuell zählt das Jugendorchester Freiamt 17 Mitglieder. «Leider haben wir im Moment keine Bratsche im Orchester», bedauert Gross. «Aber das wird sich hoffentlich bald wieder ändern.»

Die Motivation zählt

Die Zusammensetzung des Orchesters variiert ständig, was auch gut sei. Wer Mitglied im Orchester werden möchte, ist jederzeit willkommen. «Bei mir gibt es weder ein Vorspiel noch müssen die jungen Musiker eine ausserordentliche Begabung haben. Doch die Motivation eines jeden Einzelnen muss vorhanden sein. Nur so schafft man gute Resultate», ist Gross überzeugt. Wenn die Musik aus dem Herzen kommt, dann lernt man schnell und gerne. «In meinem Orchester gibt es für alle einen Platz.»

Anne-Cécile Gross vertritt das Prinzip, die Kinder dort abzuholen, wo sie stehen. Alles andere lasse sich durch Übung kompensieren. Die Dirigentin versucht, die Persönlichkeiten der jungen Musiker miteinzubeziehen. «Ich kenne jedes Kind mit all seinen Stärken und Schwächen.» Anne-Cécile Gross bezeichnet das mit «Musik à la carte». Sie versucht, auf jeden einzugehen, die Register ausgeglichen aufzustellen, sodass sich der Einzelne in das Gesamte einfügen kann. Es sei immer wieder erstaunlich zu beobachten, was sich aus den einzelnen Jugendlichen entwickelt. Jeder leistet seinen Beitrag zu einem lebendigen Orchester. «Wir sind ein Klangkörper und klingen nur zusammen gut.»

«Kra Kra Krabat»

Musizieren soll jedoch nicht mit dem erhobenen Zeigefinger erfolgen. «Blosses Auswendiglernen ohne zu verstehen hilft nichts. Ich gebe Tipps, doch jeder muss seinen Weg alleine gehen und bestmöglichste Förderung erfahren.»

Für das Jubiläum hat sich das Jugendorchester Freiamt etwas Besonderes einfallen lassen. Gemeinsam mit Tine Beutel, die für Konzept, Regie und Theater verantwortlich ist, will man das Programm «Kra Kra Krabat» zur Aufführung bringen. «Gerade Themen wie Akzeptanz, Anderssein, Konkurrenz, Liebe und Ängste passen zu den Jugendlichen», ist Gross überzeugt. Ein erfolgreiches Konzert ist dann der Lohn für die ganze Arbeit.

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