Immer am Ball bleiben

Fr, 15. Okt. 2021

«Buur on Tour» hat sich im Freiamt etabliert

Im März 2019 lanciert, hat sich «Buur on Tour» im Freiamt längst etabliert. Gegen 50 Bestellungen liefern sie Woche für Woche in der Region aus.

Bis nach Stetten oder Rudolfstetten fahren die vier Frauen Freitag für Freitag. Aus dem ganzen Freiamt kommen wöchentlich zwischen 30 und 50 Bestellungen. Gemüse, Früchte, Konfitüre, Käse, Butter, Brot – «vom Zmorge bis zum Znacht» bietet «Buur on Tour» etwas an. So war es das Ziel vor zweieinhalb Jahren, als das Projekt im Freiamt startete.

Auf die Entwicklung seither blickt Leiter Ramon Staubli zufrieden zurück. Das Sortiment ist seit dem Start stark gewachsen, mittlerweile liefert «Buur on Tour» die Bestellungen selber aus und seit Kurzem bestellen Kundinnen und Kunden über eine neue Homepage. «Immer am Ball zu bleiben ist wichtig», sagt Ramon Staubli. --ake


Regionalität ist Trumpf

«Buur on Tour» entwickelt sich laufend weiter – zur Freude von Ramon Staubli

Nach wie vor sind es 13 Produzenten. Noch immer bieten sie den Kundinnen und Kunden ganz frische Produkte aus der Region. Seit «Buur on Tour» im März 2019 im Freiamt lanciert wurde, hat sich aber auch einiges verändert. Etwa liefern sie die bestellte Ware mittlerweile selber aus.

Annemarie Keusch

Regionalität und Saisonalität. Zwei Begriffe, die aktueller nicht sein könnten. Immer mehr Leute kaufen vermehrt das, was zurzeit in der Region wächst, anstatt importiertes Gemüse oder Fleisch in den Einkaufskorb zu legen. Ein Trend, auf den vor zweieinhalb Jahren auch «Buur on Tour» aufsprang und von dem die Organisation immer noch profitiert. «Besonders während des ersten Lockdowns spürten wir das extrem. Es war erfreulich, dass so viele Bestellungen hereinkamen, aber auch herausfordernd», sagt Ramon Staubli, Leiter von «Buur on Tour» Freiamt.

Statt einmal wöchentlich lieferte «Buur on Tour» in dieser Zeit teilweise zweimal pro Woche aus. Mittlerweile habe sich die Situation wieder beruhigt. «Wir merken, dass die Leute wieder mehr unterwegs sind», sagt Staubli. Bei 30 bis 50 Bestellungen pro Woche hat sich die Zahl wieder eingependelt. Ramon Staubli nickt als Antwort auf die Frage, ob er mit diesen Zahlen zufrieden sei. «Wenn uns jemand zu Beginn des Projekts gesagt hätte, dass wir jetzt an diesem Punkt stehen, hätte ich mich gefreut.»

Immer mehr Produkte im Sortiment

Ohne grosse Erwartungen wurde «Buur on Tour» im März 2019 im Freiamt lanciert. Vom Bauernverband angepriesen übernahm schon damals Ramon Staubli die Initiative in der Region. Das Ziel war und ist das Gleiche: Vom «Zmorge» bis zum «Znacht» die Produkte liefern zu können. Staubli spricht von wichtigen Erfahrungen, die in den ersten Wochen und Monaten gemacht werden mussten. Er erwähnt aber auch das Wohlwollen und die Unterstützung, die die Bevölkerung dem Projekt entgegenbrachte.

Laufend haben Staubli und die anderen zwölf Produzenten, die Teil von «Buur on Tour» im Freiamt sind, ihr Projekt weiterentwickelt. Das Sortiment ist gewachsen und soll es weiter tun. «Vor allem Süssgebäcke sind dazugekommen, aber auch Frischfleisch.» Und die Entwicklung soll weitergehen. «Wir passen uns laufend den Bedürfnissen der Kundschaft an, das müssen wir auch», weiss Staubli. Gerade im Fleischsegment will «Buur on Tour» weiter ausbauen. Rind- und Lammieisch fehlen im Angebot. «Wir versuchen das zu lösen, aber einfach ist es nicht», meint Staubli. Gerade auch, weil fast alle der 13 Produzenten ihre Produkte zumindest teilweise direkt ab Hof verkaufen. «Das läuft derart gut, dass nicht immer genug frisches Fleisch für ‹Buur on Tour› übrig bleibt.» Staubli meint es nicht negativ. «Dass die Leute mehr regional und direkt ab Hof kaufen, ist nur zu begrüssen.»

Kommt nicht nur bei Familien bestens an

Sich weiterentwickeln, das ist Staubli und den «Buur on Tour»-Produzenten wichtig. Das tun sie nicht nur, was das Sortiment betrifft. Lieferte anfangs noch die Post die bestellte Ware aus, tut «Buur on Tour» das seit einiger Zeit nun selber. Vier Angestellte gehen jeden Freitag auf Tour und stellen die Säcke mit Gemüse, Früchten, Käse, Butter oder Fleisch vor die Haustür, in den Kühlschrank in der Garage – dort, wo es der Kunde auch wünscht. «So haben wir unseren Service nochmals verbessert», betont Staubli. Noch besser, noch frischer. Die Kühlkette wird bis vor die Haustüre garantiert, der direkte Kontakt generiert. «Wir haben damit bislang nur positive Erfahrungen gemacht.»

Der Kontakt zu den Kundinnen und Kunden ist «Buur on Tour» wichtig. Ihre Bedürfnisse wollen sie abholen und abdecken. Dass dies klappt, zeigt die Breite an Menschen, die Woche für Woche auf der Plattform bestellen. «Ich ging anfangs davon aus, dass es mehrheitlich Familien wären, die unser Angebot nutzen», gibt Staubli zu. Den durchschnittlichen Kunden beschreiben kann er aber nicht. «Junge, Ältere, Singles, Paare, Familien, Pensionäre, alles.»

Produkte bebildert
Ramon Staubli steckt viel Herzblut in «Buur on Tour». «Schon täglich», antwortet er auf die Frage, wie oft ihn das Projekt beschäftige. Intensiv sei es am Donnerstag und am Freitag, dann, wenn die Produzenten ihre Produkte liefern und er und seine Frau Magdalena sie verpacken, damit sie ausgeliefert werden können. Staubli ist es ein Anliegen, erklären zu können, warum der Bestellschluss am Dienstagabend ist, obwohl die Ware erst am Freitag geliefert wird. «Viele Leute sind sich dessen nicht mehr bewusst. Bei grossen Händlern ist am Vortag bestellte Ware am Nachmittag im Briefkasten. Wir hingegen brauchen Zeit, um perfekt frische Produkte liefern zu können. Was die Kundinnen am Freitag geliefert bekommen, wurde erst am Mittwochnachmittag geerntet.» Salate etwa lagern nicht schon zwei, drei Tage.

Sich der Entwicklung anzupassen, ist Staubli dennoch wichtig. Eine neue Homepage ist das aktuellste Projekt. «Benutzerfreundlicher», beschreibt er. Zudem wurden an einem Tag alle Produkte fotografiert. «Der Kunde will sehen, was er kauft.» Zudem sei die neue Website Smartphone-tauglicher. «Das ist gefragt, immer mehr.» Auch ein Puzzleteil, das stimmen muss, damit «Buur on Tour» ankommt. «Wir sind überzeugt, dass es ein Projekt der Zukunft ist: regional, faire Preise, frisch», sagt er. Zudem bleibe die Wertschöpfung in der Region und die Kunden bekommen einen direkten Bezug zu den Produzenten. «Ein tolles Projekt», findet Staubli nach wie vor. Eines, wofür er gerne weiterhin sein Herzblut investiere, und eines, das er selber auch gerne als Kunde nutzt.

Mehr Infos: www.buurontour.ch

 

 

 

 

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