Köpfli wird immer grösser

Fr, 02. Okt. 2020
Hier erzielt Tim Köpfli (links) im Supercupfinal gegen Lausanne einen Punkt. Am Ende des Spiels wird er zum besten Akteur gekürt. Bilder: zg

Der Freiämter Tim Köpfli feiert überraschenden Erfolg im Supercup und steht im Kader der Schweizer Nati

Tim Köpfli hat einen Lauf. Mit Luzern schafft er einen historischen Sieg im Supercup. Er wird dabei «Man of the Match». Zudem ist er neu in der Schweizer Volleyball-Nationalmannschaft mit dabei. Vor dem Saisonstart sagt der Mann aus Hermetschwil-Staffeln: «Ich bin heiss auf Erfolge.»

Stefan Sprenger

Das Grosi ist sein grösster Fan und an fast jedem Spiel dabei. Logisch, dass die 83-jährige Margrit auch beim Supercup ihren Enkel Tim Köpfli anfeuert. Am Ende darf sie jubeln. Tim Köpfli zeigt eine sackstarke Leistung und wird zum «Man of the Match» gekürt, und Luzern schlägt den Favoriten Lausanne deutlich mit 3:0. Für die Innerschweizer ist es ein historischer Erfolg.

Trotz Abgängen stark

Es ist der erste Titelgewinn eines Zentralschweizer Männerteams im Volleyball. «Wir hatten einen klaren Matchplan und haben uns klar durchgesetzt», so Köpfli.

Zu erwarten war dieser Erfolg gegen den Favoriten aus Lausanne nicht. Luzern muss nach der starken letzten Saison einige Abgänge verkraften. Schlüsselspieler wie Edvarts Buivids, Mathis Jucker und Shonari Hepburn haben den Verein verlassen und sind zu zahlungskräftigeren Schweizer Vereinen gewechselt. «Für Lausanne war es nach diesen Wechseln schwierig, uns einzuschätzen», so der 24-Jährige.

Der Sieg im Supercup in Gümligen war für die Luzerner eine Genugtuung. Denn im vergangenen Frühjahr hatte das Team einen starken Lauf. Luzern stand im Play-off-Halbfinal gegen Schönenwerd und im Cupfinal gegen Lausanne. Dann kam Corona. Die Volleyball-Saison wurde abgebrochen. «Enorm schade», meinte Köpfli damals. Es wäre spannend gewesen zu sehen, ob die Luzerner eine Überraschung geschafft hätten.

Der Supercup vor wenigen Tagen war die Ersatzveranstaltung für den Cupfinal. «Schön, dass es doch noch geklappt hat», meint Köpfli. 25:20, 25:21 und 25:23. Der Supercup-Pokal ist zu Recht nach Luzern gewandert. Für den Aussenangreifer Köpfli ein weiterer Meilenstein auf dem Weg nach ganz oben. «Für mich war es ein total neues Erlebnis, in einem grossen Final auf solch einem Spielfeld und vor einer derartigen Kulisse anzutreten. Ich konnte das Spiel voll geniessen.»

Nati-Trikot erst beim Teamfoto angezogen

Der 1,93 m grosse Köpfli will hoch hinaus. Und seine Karriere zeigt steil nach oben. In der Nationalliga A hat er definitiv Fuss gefasst. Bei Luzern übernimmt er immer mehr Verantwortung. Er hat die Ambitionen, in dieser Saison Team-Topskorer zu werden. «Dazu brauche ich konstant starke Leistungen.» Am Sonntag (17 Uhr) startet das Team zu Hause gegen Schönenwerd. Für Köpfli, der nach seiner Zeit beim TV Lunkhofen (2006 bis 2013) zu Schönenwerd wechselte, natürlich ein besonderes Spiel gegen den Ex-Verein.

Ein weiterer Hinweis auf den Höhenflug des Freiämters: Er erhielt im Frühling ein Aufgebot für die Nationalmannschaft. «Das Aufgebot war ein grosses Ziel, das ich nun erreicht habe. Nach der letzten, starken Saison war das ein schöner Lohn. Ich bin sehr stolz, dass ich für das Schweizer Team spielen darf.»

Köpfli war in einem vierwöchigen Trainingslager mit dabei, wo sich die Volley-Nati auf die EM-Qualifikation vorbereitet hat. Diese Qualifikation wurde aber abgesagt und auf Januar 2021 verlegt. So ist Köpfli zwar Mitglied der Schweizer Auswahl, «aber das Trikot durfte ich bislang erst beim Teamfoto anziehen», meint er mit einem Augenzwinkern. Es ist aber nur eine Frage der Zeit, bis er sein Debüt auf dem Feld gibt. Nach dem Sieg im Supercup-Final gehörte der Nationalmannschaftstrainer zu den ersten Gratulanten. «In diesem Spiel habe ich beste Werbung für mich gemacht», sagt Köpfli lächelnd.

Der Traum vom Ausland

In einem Jahr wird er sein Wirtschaftswissenschaftsstudium mit einem Bachelor abschliessen – wenn alles rundgeht. Dann läuft auch sein Vertrag bei Luzern aus. Und dann, wie weiter? «Im Ausland als Vollprofi zu spielen würde mich sehr reizen», meint Köpfli. Genau wie seine Freundin Maja Storck, die in der Deutschen Bundesliga bei Dresden eine Starspielerin ist. «Zuerst gilt es in dieser Saison Vollgas zu geben», meint Köpfli, der einen weiteren Schritt nach vorne machen will.

Mit Luzern vorne mitspielen

Luzern scheint in dieser Saison für eine Überraschung gut. Andere Teams haben sich zwar verstärkt und Luzern hat Leistungsträger verloren, doch: «Wir haben mit dem Sieg gegen Lausanne im Supercup bewiesen, dass wir mit den grossen Teams mithalten können. Wir streben einen Platz im vorderen Tabellendrittel an.»

Supercup-Sieger, «Man of the Match», Aufgebot für die Schweizer Nati, Leistungsträger und Punktegarant in der NLA: Der Höhenflug von Tim Köpfli geht weiter. Wenn er so weitermacht, wird nicht nur sein Grosi noch viel zu jubeln haben, sondern das Freiamt auch bald Heimat von einem der grössten Schweizer Volleyballspieler sein.

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