Planänderung angenommen

Fr, 20. Nov. 2020
Der «Ochsen» ist eine der ältesten Tavernen im Kanton. Jetzt werden daraus Mehrfamilienhäuser. Bild: Archiv

Die Fassade und das Dach werden jetzt doch abgerissen

Bei den Bauarbeiten stellte die Baufirma fest, dass die Fassade und das Dach vom ehemaligen Restaurant Ochsen sehr baufällig sind. Jetzt hat Architekt Stefan Hegi das Einverständnis des Kantons erhalten, sie abzureissen und neu aufzubauen.

Chantal Gisler

Das Dach ist jetzt ganz weg. Das ehemalige Restaurant Ochsen an der Marktstrasse wird umgebaut. Vor über einem Monat kam es zum Stillstand (siehe Ausgabe vom 16. Oktober). Der Grund: Während den Bauarbeiten bemerkte man, dass die Dachkonstruktion und die Aussenwände der Beiz von schlechter Qualität sind. Diese sollten eigentlich so erhalten bleiben. Aus Sicht der Bauherrin wäre es am klügsten, wenn sie abgerissen und wieder neu aufgebaut werden würden. Doch dazu braucht es eine Bewilligung von der Gemeinde und vom Kanton. «Die Zusage vom Gemeinderat hatten wir schnell», erklärt der zuständige Architekt Stefan Hegi. Die Antwort vom Kanton liess auf sich warten. Bis jetzt. «Wir haben kürzlich die Stellungnahme vom Kanton erhalten.»

Konkret heisst das: Das Dach ist weg. Und auch die Nordfassade wird abgebrochen und wieder neu aufgebaut. Das bringt viele Vorteile, sagt Hegi: «Wärmetechnisch und statisch wird das Gebäude durch die Massnahmen besser.» Er verspricht ausserdem: «Der Ochsen wird wie vorher aussehen, vielleicht sogar noch schöner.»

Rund 400 Jahre alt

Der «Ochsen» in Sarmenstorf ist eine sehr geschichtsträchtige Beiz. Die ehemalige Taverne gehört zu den schützenswerten Bauten im Inventar des Kantons. Unter Ortsbildschutz steht die ehemalige Beiz aber nicht. Schliesslich soll sie über 400 Jahre alt sein, zum ersten Mal in einer Urkunde erwähnt wurde sie um das Jahr 1600. Jetzt wird der «Ochsen» zu Mehrfamilienhäusern umgebaut. Die Scheune dahinter wurde bereits abgerissen. Auch hier sollen Mehrfamilienhäuser entstehen.

Bauende 2022

Vor drei Jahren hat der Sarmenstorfer Gemeinderat den Umbau bewilligt. Vor zwei Jahren wurde auch der Plan für die alte Scheune hinter dem «Ochsen» bewilligt. Doch so einfach ging es nicht. Gegen das Vorhaben wurde Einsprache erhoben, die die Realisierung verzögerte. Die Bauherrin musste zwei Gutachten einholen. Die Vorgaben vom Kanton waren klar: Das Bild der Fassade darf sich nicht markant verändern.

Beim Abriss und Wiederaufbau ist der Kanton nun einen Kompromiss eingegangen, was Stefan Hegi sehr freut. «Das Gebäude wird grossartig aussehen und seinen Charme behalten.» Aber wirkt sich das Vorgehen auf die Baudauer aus? Und ist mit Mehrkosten zu rechnen? Nein, sagt Hegi. «Es wird uns etwa gleich teuer kommen, wie wenn wir die Fassade und das Dach erhalten müssten.» Auch zur Baudauer kann er sich noch nicht äussern. Es könnte immer noch sein, dass sie sich verzögern könnte. «Aber wir rechnen damit, dass wir im Frühling 2022 fertig sind.»

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