Sein grösster Sieg

Di, 07. Sep. 2021

Döbeli gewinnt das «Nordwestschweizerische»

Es ist nicht das erste Mal, dass Andreas Döbeli nach dem Schlussgang des Nordwestschweizer Teilverbandsfests auf den Schultern getragen wird. Schon 2019 klassierte er sich im ersten Rang, weil er aber den Schlussgang verlor, war es Rang 1b. Jetzt ist der Sarmenstorfer alleiniger Sieger. Schon vor dem Schlussgang stand er alleine an der Spitze und schaffte es auch noch, Patrick Räbmatter auf die Schultern zu legen. «Neben dem Kranz am ‹Eidgenössischen› ist das mein grösster Erfolg», sagt Andreas Döbeli. Erstmals durfte er mit dem Siegermuni posieren. --red


Diesmal alleine ganz zuoberst

Zum zweiten Mal gewinnt Andreas Döbeli das Nordwestschweizerische Schwingfest – Joel Strebel muss die Saison beenden

Der Titelverteidiger am «Nordwestschweizerischen» hat wieder zugeschlagen: Andreas Döbeli gewann in Zunzgen zwei Jahre nach Wittnau das eigene Teilverbandsfest, diesmal alleine. Im Schlussgang besiegte der 23-jährige Sarmenstorfer den 150-Kilo-Brocken Patrick Räbmatter mit einer taktischen Meisterleistung.

«Das ist nebst dem eidgenössischen Kranz vor zwei Jahren in Zug mein grösster Erfolg», erklärte Döbeli im Siegerinterview auf dem Platz strahlend, ja euphorisiert. Zwar hatte er 2019 in Wittnau zusammen mit David Schmid den Tagessieg gefeiert, doch die Schlussgangniederlage gegen den Lokalmatador trübte damals die Freude. Diesmal gehörte dem Freiämter der Triumph alleine: Weil die nächsten Verfolger Joel Strebel und der Nordostschweizer Gast Samir Leuppi im sechsten Gang gestellt hatten, hätte dem führenden «Res» Döbeli gar ein Remis gegen Patrick Räbmatter genügt.

Angepasste Taktik

Weil «gestellte» Gänge keine Spezialität des angriffsfreudigen Sarmenstorfers sind, gestaltete sich diese Aufgabe über zwölf Minuten alles andere als einfach. Kommt hinzu, dass der Angriffsdruck von Kraftathlet Räbmatter in den ersten Minuten enorm war. Am Homberg-Schwinget vier Wochen zuvor hatte Döbeli gegen «Räbi» zu forsch angegriffen und schnell platt verloren. Diesen Fehler vermied der Freiämter in Zunzgen. Stattdessen parierte er die ersten Attacken des Uerkners souverän.

Nach fünf Minuten suchte Andreas Döbeli erstmals selber den Angriff mit innerem Haken. Dieser und auch der nächste Versuch scheiterten. Inzwischen atmete Räbmatter schwer. So wagte Döbeli in der neunten Minute einen forscheren Versuch mit derselben Technik und kam so zum platten Resultat. Im siebten Duell gewann der Sarmenstorfer nach vier Niederlagen erstmals gegen das Aushängeschild des Schwingklubs Zofingen.

König Wenger einen Gestellten abgetrotzt

«Ich spürte, dass ich heute gut zwäg bin. Weil ein Gestellter gereicht hätte, lagen die Vorteile auf meiner Seite; ich glaubte an den Sieg, den ich mit einer vorsichtigen Taktik anstrebte», schilderte der Festsieger seine Absicht, die er perfekt umsetzte. «Ich mache nicht mehr so dumme Fehler wie noch vor zwei Jahren, ich bin reifer geworden», analysierte er im Platzinterview seine Fortschritte.

Dies bewies er am Vormittag auch im Gang gegen Schwingerkönig Kilian Wenger. 2019 in Zug hatte er gegen diesen noch im ersten Zusammengreifen verloren, jetzt trotzte der Sarmenstorfer dem athletischen Berner einen Gestellten ab. Alle anderen Gänge gewann Döbeli. Zu den Opfern gehörte im ersten Duell auch der Luzerner Eidgenosse René Suppiger.

Joel Strebel: Kranzgewinn und Saison-Aus

Vergeblich an der «Festung» Wenger rüttelte Joel Strebel im Anschwingen. Der Schwingerkönig von 2010 behielt Gleichgewicht und Übersicht und setzte im richtigen Zeitpunkt mit einem behäbigen Kurz zum entscheidenden Gegenangriff an. Der Aristauer siegte darauf viermal, aber nur einmal platt, sodass er nicht mehr für den Schlussgang infrage kam. Zuletzt stellte er sich in einem guten Gang gegen den Zürcher Samir Leuppi.

Allerdings absolvierte Strebel das Nachmittagspensum mit schmerzstillenden Mitteln. Gegen den Waadtländer Eidgenossen Steve Duplan zog er sich eine Knieverletzung zu. Genauer gesagt einen Innenbandriss. Mit sieben Kranzgewinnen und zwei zweiten Plätzen präsentiert sich die Saisonbilanz ausgezeichnet. Doch der Aristauer muss wegen der Verletzung die Saison abbrechen. Beim Höhepunkt in diesem Jahr in Kilchberg wird er nicht mitwirken können.

Pascal Johos Husarenstück

Eine Woche nach dem Gewinn des eidgenössischen Doppelzweigs in Schwarzenburg sorgte Pascal Joho an seinem ersten Schwingfest bei den Aktiven für Aufsehen. Der 17-jährige Sarmenstorfer besiegte im vierten Gang den Baselbieter Teilverbandskranzer Roger Erb mit einem perfekt angesetzten Linkshüfter platt und tauchte in der Zwischenrangliste inmitten von Eidgenossen im zweiten Rang auf. Zwei weitere starke Baselbieter, Samuel Brun und Christian Brand, verhinderten dann aber den Kranzexploit des jungen Freiämters. Von den weiteren Freiämtern gefielen auch Philip Joho und Remo Vogel, die sich mit je drei Siegen und in der ersten Ranglistenhälfte klassierten. --wr

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