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Völkerwanderung in die Innerschweiz

Der Rigimarsch als Training für den StrongmanRun. Am 28. Rigimarsch von Bremgarten auf die «Königin der Berge» stellten sich 2000 Begeisterte der Herausforderung: 65 Leistungskilometer durch die Nacht. 1024 oder 51,2 Prozent schafften es ins Ziel. Ein Erlebnisbericht von Philippe Knecht (18) aus Muri.
Der Ausdruck «die Nacht durchmachen» ruft bestimmte Vorstellungen ins Gedächtnis. Gewöhnlich enthält aber keine davon Wanderschuhe und eine fünfzig Kilometer lange Marschroute in die Innerschweiz.
Ich hatte mir mit einem Freund letztes Jahr vorgenommen, an diesem Riesenevent – das ursprünglich als Trainingsroute für den Hundert-Kilometerlauf von Biel konzipiert war – teilzunehmen. Innert zehneinhalb Stunden absolvierten wir blasenfrei die Strecke und jubelten, als wir um halb sieben in der Früh auf dem Rigi Kulm angelangt waren und die redlich verdiente Aussicht auf den Vierwaldstättersee, getaucht in die Morgenröte, genossen.
Spontan dabei
Wiederholungsbedarf sahen wir aber beide nicht so schnell, hatte uns doch insbesondere die Etappe von Immensee auf die Seebodenalp – sechs Kilometer bergauf auf Asphalt – gehörig zu schaffen gemacht. «Einmal musst du halt einfach mitmarschiert sein», sagten wir danach, «komme, was wolle.» Umso überraschter war ich, als mich vor wenigen Wochen ein Klassenkamerad spontan als Ersatz für seinen angeschlagenen Vater erneut mitnehmen wollte. Ich sei, als Teilnehmer des Fisherman’s Friend StrongmanRuns («Freiämter» vom 8. Mai), ja verrückt genug für so etwas. Ein kleiner Blick in die Agenda … und prompt sagte ich zu.
Von 110 auf 2000
Dementsprechend hatte ich auch keine echte Vorlaufzeit. Ich wusste lediglich, dass ich mit drei Rigimarsch-Neulingen unterwegs sein würde – und sie, wie ich letztes Jahr, dieselben Fehler machen würden. Dazu gehört unter anderem, trotz der Verpflegungsposten selbst Nahrungsmittel mitzuschleppen. Sie wären aber bestimmt nicht die einzigen bei diesem stets wachsenden Anlass, der 1991 gerade mal 110 Marschierende gezählt hatte.
Bereits im letzten Jahr hatte die Teilnehmerzahl auf zweitausend limitiert werden müssen, da der Ansturm vom Helferteam nur noch mit Mühe bewältigt werden konnte. Nach dem Öffnen des Anmeldefensters Anfang Jahr dauerte es nicht einmal einen ganzen Monat, bis sämtliche Tickets vergeben waren. Eine Kalkulation, die gemäss dem OK aufgegangen ist, gab es doch dieses Mal trotz ungünstigen Wetterverhältnissen am regnerischen Auffahrtsmorgen keine Unfälle.
100 Kilo Schoggi verzehrt
Die Statistiken dieses Jahr sind beachtlich: «Heuer wurden 1400 Liter Tee, 800 Liter Bouillon, 80 Liter heisse Schokolade und 120 Liter Kaffee inklusive 15 Liter Kaffeerahm ausgeschenkt. Nebst 100 Kilo Schokolade wurden auch knapp 400 Kilo Brot und Äpfel verteilt.»
Meine Marschambitionen hielten sich in Grenzen, da ich die offerierte Teilnahme als Geschenk und nicht als Herausforderung ansah (denn das war letztes Jahr der Fall gewesen). Zudem wollte ich mir keine Verletzungen holen, die mich dann am StrongmanRun im Juni behindern würden. Ein optimales Training ohne Druck also!

Bild: zvg

Mehr im «Freiämter» vom Dienstag, 15. Mai.

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