Die bisherige Entsorgungsstelle beim Feuerwehrmagazin genügt den Ansprüchen der wachsenden Gemeinde nicht mehr. Nun können sich Private für den Betrieb einer bedienten Abfallsammelstelle bewerben – sofern sie über ein geeignetes Grundstück verfügen.

Montag, Donnerstag und Samstag ist die zentrale Sammelstelle Wiliweg derzeit während anderthalb bis zwei Stunden geöffnet. Das ist für eine grosse Gemeinde wie Muri unbefriedigend und erfordert von der Bevölkerung eine strikte Planung der Abfallentsorgung. «Leider dürfen wir wegen eines Gerichtsentscheids nicht länger offen haben», erklärt Gemeinde-Vizepräsidentin Milly Stöckli.

Private boten sich als Betreiber an.

Doch die Lage könnte sich im Idealfall schon in diesem Jahr verbessern. Der Gemeinderat hat ein Submissionsverfahren eingeleitet und ermöglicht es damit Privaten, sich für den Betrieb einer Sammelstelle in Muri zu bewerben. Daran, dass es ­dafür Interessenten gibt, zweifelt Stöckli nicht. Schliesslich waren es Private, die den Gemeinderat zu diesem Schritt anregten und sich sogleich als Betreiber anboten.
«Matchentscheidend wird aber sein, ob die Bewerber das Land dazu haben», ist sie überzeugt. Denn wer die Entsorgungsstelle in Muri betreiben möchte, muss entweder selber taugliches Land in der Gemeinde besitzen oder über einen Vertrag für die Grundstücksnutzung während mindestens 20 Jahren verfügen. Seit heute Freitag können Interessierte die Ausschreibungsunterlagen bei der Abteilung Bau und Planung abholen. Eingabetermin ist der 9. März 2018. Wie schnell es danach geht, ist offen. «Eine Eröffnung noch in diesem Jahr wäre sportlich, ist aber nicht unmöglich», glaubt Milly Stöckli. Der Wechsel soll aus Sicht des Gemeinderats einfach möglichst zeitnah erfolgen.
Sobald die neue Entsorgungsstelle ihren Betrieb aufnimmt, wird die bisherige eingestellt. Der Standort wird also künftig ein anderer sein. Mit dem Wechsel sollten sich die Öffnungszeiten zudem stark verbessern. Ansonsten muss die Murianer Bevölkerung mit keinen grossen Veränderungen rechnen. «Was bisher gratis war, wird auch zukünftig gratis sein», versichert Milly Stöckli. Für kostenpflichtige Entsorgungen existieren Vorgaben, die überhöhte Tarife verbieten. Und Einheimische werden gewisse Vorteile geniessen, die noch zu definieren sind.
Mit zusätzlichen Kosten für die Gemeinde rechnet Stöckli nicht. Der künftige Betreiber wird einen Sockelbeitrag erhalten, der sich im Rahmen der heutigen Aufwendungen für die gemeindeeigene Entsorgungsstelle bewegt. Die genaue Vergütung wird aber Verhandlungssache sein. Umso mehr hofft der Gemeinderat auf möglichst viele Bewerber. Er will zu gegebener Zeit weiter informieren.
Das Rennen ist damit eröffnet. Und die Frage lautet: Wer entsorgt künftig den Murianer Müll?

Text und Bild Philipp Indermühle

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