Zwölf Jahre sind für ihn genug

Fr, 05. Mär. 2021
Noch bis Ende Jahr bilden Milly Stöckli, Daniel Räber, Hans-Peter Budmiger, Heinz Nater und Beat Küng (von links) den Murianer Gemeinderat. Heinz Nater tritt für die nächste Amtsperiode als Einziger nicht mehr an. Bild: zg

Heinz Nater kandidiert nicht für eine weitere Amtsperiode als Murianer Gemeinderat

Leicht sei ihm der Entscheid nicht gefallen, sagt Gemeinderat Heinz Nater. Per Ende Jahr tritt er nach zwölf Jahren aus dem Gremium aus. «Es war eine gute Zeit und für mich ist es jetzt der beste Zeitpunkt, um aufzuhören», sagt er.

Annemarie Keusch

Sicherheit, Wirtschaft und Kultur. Diese Themen beschäftigten Heinz Nater als Gemeinderat sehr intensiv. Die Fusion der Zivilschutzorganisationen ist für ihn eines der zentralen Projekte gewesen, die er in seiner zwölfjährigen Amtszeit aufgleiste, begleitete und realisierte. «In meinem Ressort arbeitet man als Gemeinderat eng mit den anderen Gemeinden der Region zusammen. Das gefiel und gefällt mir», sagt Nater. Ob Polizei, Feuerwehr oder Bevölkerungsschutz, aber auch im kulturellen Bereich – das Team, in dem er tätig ist, sei super. «Das macht es einem nicht leicht, einen solchen Entscheid zu fällen.»

Ressourcen anders einsetzen

Im Herbst 2009 wurde Nater in den Gemeinderat gewählt, am 1. Januar 2010 trat der CVP-Politiker sein Amt an. «Zwölf Jahre reichen für mich», sagt er. In den Vordergrund rückt er dabei die Kontakte, die er durch die vielseitige Tätigkeit im Murianer Gemeinderat knüpfen und pflegen konnte. Und trotzdem hat sich Nater entschieden, im Herbst für keine vierte Amtsperiode zu kandidieren. Auch sein Alter sei dabei ein Faktor gewesen. «Es ist auch in meinem Berufsleben so. Immer nach zehn, zwölf Jahren habe ich eine neue Herausforderung gesucht.» Und auch jetzt freut er sich, seine zeitlichen Ressourcen ab dem neuen Jahr anders einsetzen zu können.

Aber Heinz Nater freut sich auch auf die verbleibende Zeit als Murianer Gemeinderat. «Es macht wirklich Spass», versichert er. Die Arbeit im Team sei sehr bereichernd. «Ich bin seit gut elf Jahren gerne Teil des Gemeinderates», sagt er. «Jetzt ist für mich aber der richtige Zeitpunkt, um aufzuhören.»

Die anderen vier bisherigen Gemeinderatsmitglieder, Gemeindepräsident Hans-Peter Budmiger, Vizepräsidentin Milly Stöckli, Gemeinderat Beat Küng und Gemeinderat Daniel Räber treten im Herbst für eine weitere Amtsperiode an und hoffen, wiedergewählt zu werden. Sie sprechen über die Herausforderungen, die in ihren Ressorts in der kommenden Legislatur anstehen.


Vier von fünf wollen bleiben

Ausser Heinz Nater kandidieren alle Gemeinderäte für weitere vier Jahre

Zwei sind seit über zehn Jahren dabei, zwei weniger als vier Jahre. Erfahrung und neuer Schwung sind im Murianer Gemeinderat kombiniert. Auf dieser Basis wollen Hans-Peter Budmiger, Milly Stöckli, Beat Küng und Daniel Räber sich weitere vier Jahre als Gemeinderat für Muri einsetzen.

Annemarie Keusch

Die Kurve ist gemacht. «Wir sind daran, wieder Tempo aufzunehmen», sagt Gemeindepräsident Hans-Peter Budmiger, GLP. Viele, teils tragischen Umständen geschuldeten Wechsel auf der Verwaltung, Projekte, die nicht so realisiert werden konnten, wie es geplant war: «Ja, wir sind zurückgeworfen worden», sagt Budmiger. Nicht überall sei die Gemeinde so weit, wie sie es sich zu Beginn der Amtsperiode vorgestellt hätte. «Etwa im Digitalisierungsprozess, bei der Kommunikation mit der Bevölkerung.» Auch das Bewusstsein für die Themen Energie und Umwelt wolle der Gemeinderat noch mehr schärfen. «Langfristig denken», lautet gemäss Budmiger das Credo, auch wenn es um möglichst hohe Qualität im Baubereich geht.

Auch konkrete Projekte stehen als Herausforderungen für die nächste Legislatur an. Etwa beim Bahnhof. «Ich glaube nicht, dass ich noch im Gemeinderat bin, wenn beim Bahnhof gebaut wird», sagt Budmiger. Auch die Sportstättenplanung wird den Gemeinderat in den nächsten vier Jahren beschäftigen. «Zudem wollen wir uns noch mehr als Dienstleistungsbetrieb positionieren», sagt Budmiger. Und wenn er von «wir» spricht, ist klar, dass er die nächsten vier Jahre Teil des Gemeinderats sein will.

Noch immer voll im Saft

Seit 2006 gehört Budmiger dem Gemeinderat an, seit 2014 ist er Gemeindepräsident. «Ich bin immer noch sehr motiviert», sagt er. Dabei spiele es keine Rolle, dass er seit Anfang Jahr Teil des Grossen Rates ist. «Wenn das Wahlresultat in Muri sehr schlecht gewesen wäre, hätte ich mir Fragen stellen müssen, ob der Rückhalt noch da ist.» Dass er auch von der Murianer Bevölkerung mit einem sehr guten Resultat in den Grossen Rat gewählt wurde, motiviere. «Und es kann für eine Gemeinde wertvoll sein, wenn ein Gemeinderat im Grossen Rat seine Fäden spinnt.»

Nicht mehr im Grossen Rat, aber nach wie vor voller Motivation, sich als Gemeinderätin für Muri einzusetzen, ist Milly Stöckli, SVP. «Es gefällt mir, mit den Leuten im Dorf zu arbeiten, Projekte voranzubringen und etwas zu bewirken», sagt sie. Zudem sei sie noch immer voll im Saft und habe noch ganz viele Ideen. Seit 2010 ist Stöckli Teil des Gemeinderats. «Wir sind ein tolles Team», betont die Vizepräsidentin. Als Gemeinderätin tätig zu sein, öffne den Horizont unglaublich. «Auch wenn man sich teilweise Entscheide anders gewünscht hätte, merkt man, dass es auf andere Arten auch geht.» Herausforderungen des Gemeinderats und der Bevölkerung zu lösen, das gefalle ihr.

Kontinuität ist für das Gremium wichtig

Und auch in Stöcklis Ressort Umwelt, Verkehr und Tiefbau stehen in der kommenden Legislatur einige solcher Herausforderungen an. Der Langsamverkehr soll optimiert werden, die ARA wird saniert, Entwässerungsprojekte stehen an und eine von Stöcklis Herzensangelegenheiten ist die Entschärfung der Luzernerstrasse beim Doppel-S «Frohsinn» und «Engel». «Ich freue mich auf diese Projekte und hoffe, sie vorantreiben zu können.»

Alle loben die Zusammenarbeit im Gremium

Stöckli und Budmiger sind beide über zehn Jahre im Gemeinderat dabei. Darüber, dass Kontinuität für das Gremium sehr wichtig ist, sind sich die beiden einig. «Besonders wertvoll ist das, weil es in Schlüsselpositionen auf der Verwaltung in den letzten Monaten einige Wechsel gab», sagt Gemeindepräsident Budmiger. Er sagt aber auch, dass Qualität wichtiger sei als Kontinuität. «Wie überall, der Mix machts aus.»

Und diesen Mix gibt es aktuell. Nach dem Rücktritt von Heinz Nater, CVP, wird Beat Küng, Grüne, hinter Budmiger und Stöckli am drittlängsten dem Gemeinderat angehören. Seit vier Jahren ist er Teil des Gremiums und er kandidiert auch für die nächste Legislatur. «Ich konnte in den letzten vier Jahren viel lernen und einiges bewirken, daran will ich anknüpfen», begründet er. In sein Ressort Hochbau, Planung und Liegenschaften fällt das Projekt Entwicklung Bahnhof. Darauf, dieses weiterzubringen, freut sich Küng. «Die Arbeit ist wirklich interessant», sagt er. Und auch er lobt die Zusammenarbeit im Gremium.

Ihm gleich tut es Daniel Räber, CVP, der seit gut einem Jahr als Gemeinderat tätig ist. «Wir sind solid aufgestellt und ich bin zuversichtlich, dass wir gemeinsam vieles bewegen können.» Er habe Freude an seinem Amt bekommen. «Es ist ein tolles Ressort mit viel direktem Kontakt zu Menschen», sagt Räber. Aber Bildung, Soziales, Gesellschaft und Gesundheit ist auch ein Ressort mit grossen Herausforderungen, etwa die neuen Führungsstrukturen der Volksschule oder die ärztliche Grundversorgung oder die Auswirkungen der Pandemie auf die Sozialen Dienste. Daniel Räber sagt: «Es gefällt mir, im Gemeinderat mitzuarbeiten. Ich habe Freude daran, dass ich die Chance habe, mitzugestalten.» Entsprechend würde er dies gerne für weitere vier Jahre tun.

Werden alle Bisherigen wiedergewählt, ist also für die neue Legislatur ein Sitz im Murianer Gemeinderat neu zu besetzen. Die kommunalen Gesamterneuerungswahlen finden am 26. September statt. Ein allfälliger zweiter Wahlgang wäre am 28. November.

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