20 Spiele

Di, 15. Dez. 2020

Chregi Hansen, Redaktor.

36 Partien brauchen die Schweizer Fussballer, um ihren Meister zu küren. Im Eishockey werden allein 50 Spiele benötigt, um zu bestimmen, wer ins Play-off darf. Dort wird dann gar jede Begegnung im Best-of-Seven-Modus ausgetragen. Es ist also möglich, dass der Meister 71-mal auf dem Eis antreten muss.

Wie anders beim American Football. Da starten bereits nach 16 Runden die Play-offs. Die dauern – je nachdem – drei oder vier Runden. Und dabei entscheidet immer ein einzelnes Spiel über das Weiterkommen. Gut möglich also, dass der Super-Bowl-Sieger nur gerade 19 Partien bestreiten muss. Maximal sind es 20.

Doch bedeuten mehr Spiele auch immer mehr Spannung? Gefühlt wird jeden Tag in der Schweiz Eishockey gespielt. Und jede Woche findet irgendwo ein «Spitzenspiel» statt. Obwohl nach Ende der Quali die Karten neu gemischt werden und alles davor bedeutungslos ist. Noch schlimmer im Fussball. Da hat nach der Hälfte der Meisterschaft die Mehrheit der Teams mit dem Titel nichts mehr zu tun. Langeweile pur. Schlimmer haben es nur die Deutschen. Da weiss man schon vor dem Saisonstart, dass am Schluss die Bayern oben stehen.

Beim Football hingegen hat fast jede Partie entscheidenden Charakter. Dieses Jahr sind nach 13 Wochen erst vier von 32 Teams definitiv aus dem Rennen ausgeschieden. Die Saison ist kurz, dafür fiebert man 20 Wochenenden lang mit. Ja, Wochenenden, denn die Spiele finden mit wenigen Ausnahmen immer sonntags statt. Während ich in Sachen Fussball längst übersättigt bin, weil jeden Abend irgendeine Partie übertragen wird, sind die Football-Sonntage weiterhin heilig. Von August bis Februar hat der «Tatort» Pause.

Nun kann man zu Recht einwerfen, dass dieses System extrem glückslastig ist. Eine einzelne schlechte Partie kann das Aus bedeuten. Das stimmt. Anderseits ist Sport in erster Linie Unterhaltung. Soll Emotionen erzeugen. Und die sind definitiv höher, wenn jede Runde das Aus droht und nicht lange vor dem Saisonende alles entschieden ist. Spätestens ab Februar sorgt dann wieder der «Tatort» sonntags für Spannung, Es muss ja nicht immer nur Sport sein.

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