Werber-Genie Dennis Lück

  04.10.2022 Wohlen

Er erzählte locker, wie Weltklasse-Werbung von Wohlen aus funktioniert. Dennis Lück, ein Genie der Kreativität, kann die Menschen begeistern. Er ist mehrfacher Weltmeister. Und er war bei über 1000 Awards und Kreativpreisen mitbeteiligt. Lück wurde auch schon als Werber des Jahres ausgezeichnet. Und kaum gegründet, wurde seine Firma brinkertlück Agentur des Jahres. Was Lück kreiert, wird zum Erfolg. --dm


«Alle meinen, es ist Magie»

Volkshochschule: Dennis Lück referierte über Weltklasse aus Wohlen im Schlössli

Unterhaltsam war der Abend mit Dennis Lück allemal. Hochspannend und bereichernd sowieso. Der Titel seines Vortrags «Weltklasse Kreativität – Made in Wohlen» klingt verlockend und vielversprechend. Der Werber des Jahres hält alle Versprechen. Mit seiner Agentur und als Referent.

Daniel Marti

Was kostet denn eine gute Idee, wie lange dauert das? Und gibt es auch unlösbare Probleme, die man dann mit Leichtigkeit reinziehen und trotzdem lösen kann? Alle diese Sprüche hört er sich immer wieder gerne an. Kein Problem, er klopft ja auch gerne Sprüche. Dennis Lück, Werber des Jahres 2017, als Starkreativer bezeichnet, hat schon etliche Geistesblitze in die grosse Werbewelt hinausgetragen. Und Awards am Laufmeter gewonnen. Ob als junger Texter-Praktikant in Hamburg oder als Inhaber einer Agentur hier in Wohlen – eigentlich zeigte sein Weg immer nach oben. Und die Werbewelt war schon mehrmals baff, was da alles aus der Feder von Lück stammt.

Von anderen abheben als Werteagentur

Als junger Praktikant schaffte er es zum Weltmeister, als gebürtiger Deutscher mit Wohnsitz in Wohlen wurde er zum Werber des Jahres in der Schweiz gekürt. «Was, wie kein Zürcher?», so habe die Reaktion gelautet, als er im Jahr 2017 zum Werber des Jahres gekürt wurde. Nein, kein Zürcher, einer aus Wohlen.

«Und wie denn, Lück verlässt seinen Arbeitgeber Jung von Matt/Limmat?», rieb sich die Fachwelt im Spätsommer 2020 die Augen. Dennis Lück gründete Anfang 2021 mit Raphael Brinkert, seinem besten Kollegen aus Hamburger Zeiten, seine eigene Agentur, mit Sitz in Wohlen/Zürich und Hamburg. «Was sind denn das für Idioten, fragte sich die Branche?» So haben damals die Experten reagiert. Mitten in der Pandemie gründet man doch keine Werbeagentur…

Egal, Lück und Brinkert taten es. In Hamburg und in Wohlen. «Wir wollen diese Trennung und weil wir unsere Städte mögen», sagt Lück heute. Mittlerweile zählen beide Sitze rund 30 Angestellte. Kaum gegründet, stand der erste Kunde vor der Tür: Die Graubündner Kantonalbank. Wenig später fragte das SPD-Wahlkampfteam von Bundeskanzler-Kandidat Olaf Scholz an. «Habt ihr Bock?» Und wie (siehe Artikel unten).

«Beide sind uns heilig», sagt Lück heute. Gefolgt sind unzählige Kunden: Migros, BMW, Swisscom, Ikea, Tourismus von Zürich, Luzern, Aargau. «Wir sind Werteagentur statt nur Werbeagentur», betont Lück, «und es ist schön, sich von anderen abheben zu können.» Das tat Dennis Lück eigentlich schon immer. Auch beim Einstieg als Texter-Praktikant in Hamburg, ganz unten unter 400 Mitarbeitenden startete er. Neben ihm sass bereits in den ersten Tagen Raphael Brinkert. «Wir werden Weltmeister», sagten sich die beiden rotzfrech im Alter von 23. Sie schnappten sich einen Auftrag, den niemand wollte: Eine Spenderkarte für die Kinder-Nothilfe. Der Clou: Wer den Einzahlungsschein aus der Werbekarte zieht, befördert symbolisch das leidende Kind in Sicherheit. Und plötzlich stand der Chef im Büro (den sie noch nicht mal kannten): «Ihr müsst nach Cannes, ihr habt einen Löwen gewonnen.» Weltmeister. Das wiederholte sich.

Dennis Lück könnte Dutzende solcher Geschichten erzählen. Von der Aktion Doppel-Herz, Alpina, Carlsberg vom Fussballclub Schalke 04. Nach vier Jahren wurde er in Hamburg zum Geschäftsführer ernannt. Nach zehn Jahren hatte das Duo Brinkert-Lück 120 Awards oder Kreativpreise gesammelt. «Jetzt brauchten wir Erholung voneinander», blickt er zurück. Lück reizte die Schweiz, Brinkert blieb in Hamburg. Zwei Jahre wirkte Lück in Zürich, wohnte in Richterswil. Null Awards. Wie denn?

900 Awards in zehn Jahren Wohlen

Tapetenwechsel, Wohnortwechsel. Unbedingt. Dann sah er ein Inserat. Was ist das denn, alleine wohnen, an der Steingasse, da werde man sogar persönlich empfangen. «Was ist das denn, eine Wohlfühlzone?», habe er sich gefragt. «Wir sind also nach Wohlen gezogen. Und das war die beste Entscheidung. Ever.» Logisch, dass er bei dieser Erzählung im Schlössli viel Beifall bekam. Vom Wohnortswechsel an ging der Erfolg durch die Decke. Und zwar volles Tempo. Ein Vergleich ist imponierend: 900 Awards in zehn Jahren – das ist die Lück-Zeit in Wohlen. Oder ein anderes Verhältnis seiner Arbeit: Wohlen – Deutschland 8:1. Imponierend. «Das hat auch mit der Atmosphäre zu tun», weiss Lück. Oben am Waldrand in Wohlen die Ruhe geniessen – das intensiviert die Kreativität.

Wohlen entschleunigt

Und tatsächlich, sein Erfolg hat etwas mit Wohlen zu tun. Es steckt schon im Namen: Dennis Lück setzt Wohlen mit Wohlgefühl gleich. Er brauche zu Hause Ruhe. «Und Wohlen entschleunigt.» Dies führe sogar zu einer Kettenreaktion, er könne sein gutes Gefühl an 30 Mitarbeiter im Geschäftssitz in Zürich weitergeben. Und ja, er habe mit seiner Familie Wurzeln geschlagen in Wohlen. Auch weil es hier einen so guten Weinhändler gibt. Ein gutes Glas Wein plus Ruhe, «dann funktioniere ich». Plus Kreativität, und die müsse man systematisch angehen, verrät er.

«Alle meinen, es ist Magie, das ist völlig falsch. Kreativität ist ein kompletter Prozess.» Nur wer Kreativität steuert, komme zu Erfolg.

Epizentrum bleibt hier

Dennis Lück will seine Arbeit mit seinem Team mit Cleverness und Geschmeidigkeit angehen. «Und permanent auf die Tube drücken, das ist nicht gut.» Die Mitarbeiter möchten auch um 18 Uhr nach Hause. Kreativität ist gemäss Lück wie Sport. Trainieren. Trainieren. Trainieren.

Dazu gibt es noch ganz viele Grundsätze: Wechsle die Perspektive, Mach das Problem zur Lösung. Oder macht eure Marke zum Helden. Dennis Lück scheint beides zu sein: Eine echte unschlagbare Marke und Held.

Und bleibt Wohlen tatsächlich das Epizentrum der Kreativität? Dennis Lück gibt die Antwort gleich selber: «Sicher, so lange es hier genug guten Wein hat.» Und viel Ruhe oben am Waldrand.


Image Title

1/10

Möchten Sie weiterlesen?

Ja. Ich bin Abonnent.

Haben Sie noch kein Konto? Registrieren Sie sich hier

Ja. Ich benötige ein Abo.

Abo Angebote