Aristau: Meier demissioniert

Fr, 15. Okt. 2021

Als Gemeinderat von Aristau wurde er zwar wiedergewählt, trotzdem reichte René Meier beim Kanton das Gesuch ein, auf Ende Jahr aus dem Amt zu demissionieren. Diesem wurde stattgegeben. Nach 16 Jahren im Gemeinderat hört Meier also auf.

Der Ursprung dieses Entscheids liegt knapp drei Wochen zurück. Im Rennen um das Amt des Ammanns unterlag der bisherige Gemeindeammann René Meier seinem Herausforderer und bisherigen Vizeammann Erwin Gerber – mit 185 zu 249 Stimmen. Auch die Wiederwahl in den Gemeinderat erfolgte damals ohne Glanzresultat. --ake


«Jetzt sind andere in der Pflicht»

Aristau: René Meier tritt die nächste Amtsperiode im Gemeinderat nicht an

Seit 2006 sitzt er im Gemeinderat. Seit 2015 ist René Meier Aristaus Gemeindeammann. Ende September verlor er die Kampfwahl um das Ammann-Amt gegen den bisherigen Vizeammann Erwin Gerber. Meier zieht daraus die Konsequenzen und demissioniert per Ende Jahr aus dem Gemeinderat.

Annemarie Keusch

Eigentlich will er nichts mehr dazu sagen. René Meier hat ein schriftliches Statement zu seiner Demission vorbereitet. «Ich brauche keinen Grund, um zu gehen, wenn ich keinen mehr habe, um zu bleiben. Das Schweigen ist manchmal die beste Antwort. Ich weiss, dass man ruhiger lebt, wenn man nicht alles sagt, was man weiss, nicht alles glaubt, was man hört, und vor allem mich nur die Menschen verstehen, die mit mir fühlen.» Er danke allen für die langjährige und ehrliche Unterstützung und wünsche der Gemeinde Aristau für die Zukunft nur das Beste.

Es sind seine Worte zum Entscheid, die nächste Amtsperiode im Aristauer Gemeinderat nicht anzutreten. Dabei wurde Meier im ersten Wahlgang als Gemeinderat gewählt – es wäre seine fünfte Amtsperiode. Aber Meier verlor die Kampfwahl um das Ammann-Amt. Der amtierende Vizeammann erreichte mehr Stimmen. Daraus zieht er seine Konsequenzen.

Von der Wahlkommission zur Kandidatur

Ende Jahr ist also Schluss. Meier hört auf im Gemeinderat von Aristau, nach 16 Jahren. Leicht fiel ihm der Entscheid nicht. «Ja, es gibt Projekte, die ich gerne beendet hätte», sagt er. Etwa die Revision der Bau- und Nutzungsordnung.

2005 wars. René Meier sass in der Wahlkommission, die dafür zuständig war, einen freien Sitz im Aristauer Gemeinderat neu zu besetzen. «Wir haben zig Leute angefragt», erinnert sich Meier. Gefunden wurde niemand, stattdessen fiel der Fokus auf ihn. Und schliesslich sagte er zu. Es seien schöne Jahre gewesen. 2012 wurde er Vizeammann, 2015 Ammann. «Ich liess mich überreden», sagt er rückblickend. Aber wiederum spricht Meier von einer guten Zeit. «Allgemein, die 16 Jahre im Gemeinderat waren interessant und lehrreich.» Es sei nun nicht plötzlich alles schlecht, ganz und gar nicht.

Es steht noch einiges an bis Ende Jahr

Mit viel Herzblut habe er sich für die Gemeinde eingesetzt. Meier ist Aristauer Ortsbürger, hier aufgewachsen. «Es ist und bleibt meine Heimat und für diese habe ich mich gerne eingesetzt.» Das Lastwagenfahrverbot von Althäusern nach Muri war eine seiner ersten Amtshandlungen, viele weitere folgten, etwa der Strassenausbau der Kantonsstrasse. Erweitert wird die Liste bald nicht mehr. Nur noch bis Ende Jahr gehört Meier dem Aristauer Gemeinderat an. Warum er nicht per sofort zurücktrat? «Ich bin keiner, der davonrennt», sagt er bestimmt. Es gebe Geschäfte, die er noch abschliessen wolle, die «Gmeind» steht an, die Nachfolge der Gemeindeschreiberin, die Mutterfreuden entgegenblickt, muss bestimmt sein.

Die Enttäuschung über die Abwahl als Ammann ist auch mit Abstand noch da. René Meier kann und will diese nicht verbergen. Für ihn ist es eine bittere Pille. «Ja, ich habe mich darauf eingestellt als Ammann, weiterzumachen», sagt er. Nicht, weil Meier ein Sesselkleber ist, sondern «im Sinne der Kontinuität», wie er sagt. «Jetzt sind andere in der Pflicht.» Nichtsdestotrotz spüre er auch eine Vorfreude, ab dem neuen Jahr mehr Zeit zur Verfügung zu haben, die er etwa mit seinen Enkelkindern verbringen könne.


Ersatzwahlen im Februar

Aufgrund der Demission von René Meier als Mitglied des Gemeinderates hat der Gemeinderat den Termin für die Ersatzwahlen auf den 13. Februar angesetzt. Wahlvorschläge sind von zehn Stimmberechtigten zu unterzeichnen und bei der Gemeindekanzlei bis spätestens am Freitag, 31. Dezember, 12 Uhr, einzureichen. Die erforderlichen Formulare können bei der Gemeindeverwaltung bezogen werden. Im Übrigen wird auf den Grundsatz verwiesen, dass im ersten Wahlgang jede in der Gemeinde wahlfähige Person als Kandidatin oder Kandidat gültige Stimmen erhalten kann. Für die Ersatzwahl in den Gemeinderat ist in jedem Fall eine Urnenwahl notwendig. --gk

 

 

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