Auf weitere 100 Jahre

Fr, 05. Mär. 2021
Sie sind zu Recht stolz, Teil der 100-jährigen Geschichte des Frauenvereins Beinwil zu sein: (v. l.) Margrith Bucher, Berta Rothenbühler, Agnes Stiefvater und Esther Huwyler. Bild: Sabrina Salm

Der Frauenverein Beinwil kann in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiern. «Das Jubiläum erfüllt uns mit Stolz», sagt Präsidentin Esther Huwyler. Noch heute ist es ein wichtiger Verein für die Gemeinde.


Von Frauen für alle

Der Frauenverein Beinwil feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges-Bestehen

Die Grundsteinlegung für den heutigen Verein fand im Jahr 1921 statt. Die eigentliche Vereinsgründung war dann im Jahr 1961. Noch heute hat der Frauenverein Beinwil im Dorf einen hohen Stellenwert.

Sabrina Salm

«Es ist wunderbar, dass der Frauenverein Beinwil sein 100-jähriges Bestehen feiern kann», sagt Agnes Stiefvater. Sie war von 1998 bis 2012 im Vorstand tätig und amtete auch als Präsidentin. «Beinwil kann stolz auf den Verein sein.» Dem stimmen die drei anderen Beinwilerinnen, die sich an diesem sonnigen, kalten Morgen auf dem Parkplatz der Kirche zum Austausch treffen, zu. Sie alle waren oder sind Vorstandsmitglieder des Frauenvereins Beinwil und haben viel für diesen getan. Gerne unterhalten sich Margrith Bucher, Berta Rothenbühler, Agnes Stiefvater und Esther Huwyler über die Angebote, die Arbeit oder die Bedeutung des Vereins. «Mit der Gründung des Vereins haben die Frauen für Frauen viel erreicht. Man hat etwas erschaffen, hat viel geschafft und macht weiter», meint die amtierende Präsidentin Esther Huwyler.

In guten und in schlechten Tagen  anderen beistehen

In den Gründungsjahren beschränkte sich die Tätigkeit der Ortssektion Beinwil des Schweizerischen katholischen Frauenbundes vornehmlich auf den Bezug der Mitgliederbeiträge. Diese wurden der Zentralkasse des Dachverbandes weitergeleitet. «Mit den Spendengeldern wurde versucht, armen Familien ein bisschen Sonnerschein und Lebensmut in den sorgvollen Alltag zu bringen», wie aus den Chroniken, die anlässlich des 60-Jahr-Jubiläums geschrieben wurden, zu entnehmen ist. Der Verfasser dieser Chronik ist Erhard Huwyler-Frei.

1961 ist dann der Grundstein des aktiven Geschehens gelegt worden. «Die Absicht, anderen Menschen in guten und schlechten Tagen beizustehen, fand schon bald ein breites Wirkungsfeld.» Liebe schenken, Trost spenden und Hoffnung erwecken waren die eigentlichen Attribute des Vereins. Auf geistige und schöpferische Bildungsarbeit der Frauen wurde aber auch viel Wert gelegt. Für Kindergarten und Familienhilfe hat sich der Verein eingesetzt. 1973 wechselte die Trägerschaft des Kindergartens vom Mütterverein auf die Einwohnergemeinde.

Prall gefülltes Jahresprogramm

Anfangs war der Verein sehr religiös geprägt, erinnern sich die Frauen. Der Dorfpfarrer Alois Boog war eine wichtige Kontaktperson des Vereins. «Lange lag der Vereinsbeitrag bei 2 Franken», erzählt Berta Rothenbühler. Sie war von 1973 bis 1991 als Aktuarin und Präsidentin im Vorstand. Bis vor einem Jahr hiess der Frauenverein Frauen- und Mütterverein. «Das passte damals, denn früher gab es keine ledige Frauen im Verein.» Auch die ehemalige Aktuarin Margrith Bucher, im Vorstand von 1983 bis 1991, erinnert sich: «Zu unserer aktiven Zeit war der Frauenverein ganz wichtig für die Frauen in unserer Gemeinde. Sie strömten regelrecht zu unseren Veranstaltungen und Treffen.» Die Mütter mussten sonst immer nur zu Hause sein und hatten kaum eine Möglichkeit, etwas für sich zu machen. Früher gab es bis zu zehn Kurse im Jahr sowie zusätzliche Ausflüge. «Heute haben wir sozusagen ein Jahresprogramm light», lachen die Frauen. Wichtige Anlässe wie etwa die Kinderkleiderbörse, die Kindernachmittage oder der Weihnachtsmarkt hat der Frauenverein Beinwil damals ins Leben gerufen. «Auch vom Dachverband gab es schöne Kurse und die Weiterbildungen waren toll», so Margrith Bucher.

«Ich hatte immer den Plausch im Vorstand», sagt Berta Rothenbühler. Es sei aber auch nicht immer alles gut gewesen, wirft Agnes Stiefvater ein. «Wir hatten auch magere Jahre im Verein, wo uns die Vorstandsmitglieder und die Vereinsmitglieder fehlten.» Es gab Jahre, da hatte man nur drei Vorstandsmitglieder. «Doch die Teams haben sich immer wieder gegenseitig unterstützt. Und so geht es dem Verein heute gut.»

Heute noch hohen Stellenwert

Mit seinen gemeinnützigen Engagement hat der Frauenverein einen wichtigen Stellenwert in der Dorfgemeinschaft erhalten. Er wird von der Bevölkerung noch heute geschätzt, da er immer noch einen wesentlichen sozialen Aspekt aufweist und die Geselligkeit über und für alle Generationen in Beinwil fördert. «Der Verein zählt 154 Mitglieder. Wir bieten im Jahr fünf Gottesdienste an, drei bis vier Kurse und eine Halbtages-Reise für unsere Seniorinnen wie eine Tages-Reise für die jüngeren Mitglieder», erzählt Esther Huwyler. Sie ist seit dreizehn Jahren im Vorstand, acht davon als Präsidentin. «Mit dem können wir unseren Mitgliederinnen etwas zurückgeben.» Im Frühling wie im Herbst bieten sie nach der Donnerstagmorgen-Messe einen Brunch an. Für die Kleinsten gibt es monatlich ein Treffen. Dieses wird durch den Chindertreff organisiert. «Unsere Witfrauen bekommen ab dem 75. Lebensjahr einen Weihnachtsbesuch. Im Jahr sind das zirka 23 Frauen.» Jubilarinnen-, Kranken-, Witfrauen- oder Babybesuche teilen sie im Vorstand auf. Beim Christbaumverkauf durch die Gemeinde übernehmen die Frauenvereinsmitglieder jeweils die Kaffeestube.

Neues Logo zum Jubiläum

Auf das diesjährige 100-Jahr-Jubiläum hat sich der Vorstand entschlossen, das Vereinslogo aufzufrischen. Trotz vieler Diskussionen ist der Vorstand immer wieder auf das Bild von René Villiger, Grafiker und Maler von Sins, zurückgekommen, welches er ihnen zum 75-Jahr-Jubiläum schenkte. «Es ist ein Unikat und sagt einfach alles zu unserem Verein aus: Frauen jedes Alters, Kinder, unsere Kirche, Zusammengehörigkeit», erklärt die Präsidentin.

Das Jubiläum will man natürlich gebührend feiern. Doch wie so oft seit Ausbruch der Pandemie ist die Durchführung der Aktivitäten fraglich. Die Jubiläums-GV wird wiederum schriftlich durchgeführt. «Und die Festaktivitäten haben wir auf den 21. August verschoben», sagt Huwyler. Sie hofft, dass ab dann die Massnahmen nicht mehr so streng sind und man wenigstens bei gutem Wetter draussen feiern kann. «Im Sommer haben wir die besseren Chancen für eine Feier.» Trotzdem freut sie sich auf ein tolles Jubiläumsjahr mit der einen oder anderen Überraschung. Die vier Frauen sind sich einig: «Hoffentlich sind Begegnungen und Erlebnisse zusammen mit den Mitgliedern wieder möglich.»

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