Das Gemeinschaftswerk kommt an
26.08.2025 Gewerbe, MuriTolles Projekt würdig gekrönt
Der Hofladen vom Lehrlingsatelier hat endlich ein Zuhause gefunden
Nun kann er seiner Bestimmung nachkommen, der Hofladen, entstanden an der Gewerbeausstellung ...
Tolles Projekt würdig gekrönt
Der Hofladen vom Lehrlingsatelier hat endlich ein Zuhause gefunden
Nun kann er seiner Bestimmung nachkommen, der Hofladen, entstanden an der Gewerbeausstellung «Muri2022». Das wurde im Hasli gefeiert.
Thomas Stöckli
Die damals beteiligten Jugendlichen dürften ihre Ausbildung alle schon abgeschlossen haben. Entsprechend sind es nicht viele, die zum Apéro auf den Biohof Staubli gefunden haben. Und doch ist es ein würdiger Abschluss für ein tolles Projekt. Ein Projekt, das von ganz viel Herzblut gelebt hat – und deutlich grösser geworden ist, als ursprünglich angedacht.
Deutlich länger hat es schlussendlich auch gedauert, einen geeigneten Standort für den Hofladen zu finden, den die Lernenden geplant und erbaut haben. Umso glücklicher sind die Beteiligten über die gefundene Lösung. In Muri, wo die Ausstellung stattfand. Und sogar im Hasli, wo Josef Müller, dessen Stiftung das Projekt finanziert hat, seine Kindheit verbrachte.
Stiftungsratspräsidentin Caroline Somma spricht von einem «einmaligen Gemeinschaftswerk», Gewerbevereinspräsident Urs Beyeler lobt derweil die Arbeitsmoral der Jugendlichen, «die sich vom Morgen bis zum Abend am Freiämter Lehrlingsatelier engagiert haben», und seine Vize Stefanie Stöckli-Joho, die das Projekt betreute, hielt fest, dass dieses «noch lange in den Köpfen hängen bleibt».
Für Magdalena und Ramon Staubli bietet der neue Selbstbedienungs-Hofladen die Gelegenheit, ihre Bio-Produkte täglich an die Kundschaft zu bringen. Und das kommt auch bei dieser gut an.
Der Hofladen vom Freiämter Lehrlingsatelier an der Gewerbeausstellung «Muri2022» ist nun im Hasli
Endlich hat er ein bleibendes Zuhause gefunden, der Hofladen, der im Rahmen des Freiämter Lehrlingsateliers an der Gewerbeausstellung «Muri2022» entstanden ist. Für den Biohof Staubli bietet er die Möglichkeit, hofeigene Produkte täglich zugänglich zu machen.
Thomas Stöckli
Wie die Lernenden mit viel Herzblut und Berufsstolz einen Hofladen bauten, das haben Magdalena und Ramon Staubli an der Gewerbeausstellung «Muri2022» selber miterlebt. Dass der Hofladen dereinst bei ihnen im Hasli zu stehen kommt, hätten sie sich da noch nicht vorstellen können. Schliesslich haben sie den Biohof Staubli erst 2024 übernommen. Die Freude sei gross, so Ramon Staubli, «unsere Produkte in dem schönen Hofladen verkaufen zu dürfen.» Vor dem Laden würdigt eine Tafel die 27 Ausbildungsbetriebe, deren Lernende am Lehrlingsatelier beteiligt waren.
Grosses Interesse am Lehrlingsatelier
Stefanie Stöckli-Joho, Vizepräsidentin des Gewerbevereins Muri und Umgebung, war es, die das Projekt Lehrlingsatelier betreut hat. Ein Projekt, dessen Dimensionen immer grösser wurden. Im Zelt waren es über hundert Quadratmeter, im Aussenbereich 240, die das Lehrlingsatelier schliesslich einnahm. Schliesslich hat schon der Hofladen selbst eine Grundfläche von über 25 Quadratmetern. Grösser wurde das Projekt, weil das Interesse der Freiämter Firmen enorm war. Aus ursprünglich zehn angefragten Firmen, die im Lehrlingswesen besonders aktiv sind, machten schliesslich 27 mit. 29 Berufe wurden präsentiert. 122 Lernende waren involviert.
Und das von Grund auf: Die Detailplanung und die Bauleitung lagen bei zwei Hochbauzeichner-Lernenden. Ganz viele Berufe waren in die konkrete Umsetzung des Baus involviert, nicht nur die eigentlichen Bauhandwerker. Die kaufmännischen Lernenden betreuten die Finanzierung oder rechneten Versicherungslösungen, die Informatiker verknüpften unter anderem die Zeitrafferkamera mit der Website der Gewerbeausstellung.
Schwierige Suche nach dem passenden Platz
Klar war, der Hofladen sollte nach der Gewerbeausstellung weiter genutzt werden. Das gestaltete sich allerdings schwieriger als gedacht. «Man könnte Bücher schreiben, wo der Hofladen seither überall war – ob geplant oder nicht», so Urs Beyeler, Präsident des Gewerbevereins Muri und Umgebung.
Umso toller sei es nun, dass die Josef Müller Stiftung nun endlich ein bleibendes Plätzchen gefunden habe. Zum festlichen Anlass, zu dem alle Beteiligten eingeladen waren, hat Beyeler nochmals das Gewerbeschau-Hemd mit dem Jahr 2022 am Kragen aus dem Schrank geholt. «Das ist die allerletzte Gelegenheit», sagt er und lacht.
Dass der Hofladen nun ausgerechnet im Hasli angekommen ist, passt auch für die Josef Müller Stiftung, die sich als «soziale Investorin» und Impulsgeberin zum Wohl der Menschen aus dem Freiamt und – in zweiter Linie – aus dem Kanton Luzern engagiert. «Das Hasli hatte für den Stifter eine grosse Bedeutung», verrät Stiftungsratspräsidentin Caroline Somma: «Er ist hier in einer Pflegefamilie aufgewachsen, bevor er nach Luzern ausgewandert ist.» Auf welchem Hof genau, das habe sich allerdings nicht herausfinden lassen.
Ergänzung zum bedienten Hofladen
Staublis haben ihren neuen Hofladen um ein Kühlregal ergänzt. Neu ist auch das Dach, in der Lehrlingswerkstatt waren noch PV-Panels verbaut worden. Und weiter haben die Bauern die Beleuchtung ergänzt. «Wir haben einen fünfstelligen Betrag investiert», sagt Ramon Staubli.
Dafür haben sie in kurzer Zeit einen Hofladen erhalten, der nun vielen Leuten Freude bereitet. Insbesondere natürlich all jenen, die schon die Entstehung an der Gewerbeausstellung mitverfolgt haben. Im neuen Selbstbedienungsladen kann sich die Kundschaft nun täglich von 7 bis 20 Uhr mit hofeigenen Produkten eindecken – «innovative Bio-Produkte» seien es, wie Caroline Somma präzisiert. Das neue Angebot versteht das junge Paar als Ergänzung zum bestehenden, bedienten Hofladen. Dessen Öffnungszeiten seien schliesslich in der Wintersaison sehr reduziert.