Die erste Frau an der Spitze
11.02.2025 Aristau, Region OberfreiamtAristau wählt eine Frau
Isabelle Hediger ist neu Gemeindeammann
Sie ist vierzig Jahre alt und seit zwei Jahren Vizeammann. Isabelle Hediger wollte Gemeindeammann werden. Nun will sie die Arbeit anpacken und freut sich, dies mit dem neuen ...
Aristau wählt eine Frau
Isabelle Hediger ist neu Gemeindeammann
Sie ist vierzig Jahre alt und seit zwei Jahren Vizeammann. Isabelle Hediger wollte Gemeindeammann werden. Nun will sie die Arbeit anpacken und freut sich, dies mit dem neuen Gemeinderat zu tun.
Isabelle Hediger weiss, für was sie angetreten ist. Seit zwei Jahren arbeitet sie als Vizeammann im Gemeinderat Aristau. Nach dem Rücktritt von Erwin Gerber war es für sie selbstverständlich, dass sie für dessen Nachfolge kandidiert. Nach einem Monat der Ungewissheit, wie sie selbst sagt, freut sie sich über das klare Resultat. Dies sieht sie auch als Vertrauensbeweis für die Arbeit und sie bedankt sich bei der Wählerschaft.
Der Unterlegene Bruno Niederberger wurde ebenfalls klar als neuer Gemeinderat gewählt. Der Nidwaldner freut sich auf seine neue Herausforderung. --vaw
Isabelle Hediger gewinnt Gemeindeammann-Wahl in Aristau
Für sie war es der nächste logische Schritt in ihrer Politkarriere. Vizeammann Isabelle Hediger wird souverän zum ersten weiblichen Gemeindeammann in Aristau gewählt. Bruno Niederberger unterliegt klar, wird jedoch als neuer Gemeinderat gewählt.
Verena Anna Wigger
Sie ist die erste Frau an der Spitze der Gemeinde Aristau. Die parteilose Isabelle Hediger wurde mit 195 Stimmen, bei einem absolute Mehr von 168 Stimmen, im ersten Wahlgang zum ersten weiblichen Gemeindeammann gewählt. Sie ist damit die zweite Frau im Bezirk Muri, welche die Stelle als Gemeindeammann besetzt. Die 40-Jährige wohnt zusammen mit ihrer Tochter in Aristau, wo auch ihr ehemaliger Partner und dessen Eltern wohnen. «Es ist schön, dass wir ein gutes Einvernehmen haben», sagt die Notfallbetreuerin des Schweizerischen Roten Kreuzes. So teilen sie sich die Erziehung ihrer elfjährigen Tochter. Als Bezugspersonen ihrer Tochter besuchen sie zusammen auch gemeinsame Veranstaltungen wie ein Spiel des EHC Kloten, von dem die ganze Familie Fan ist. Dieses gute Verhältnis untereinander bringe für alle eine Entlastung und die Grosseltern freuen sich über den Kontakt zur Enkelin.
Politkarriere in Aristau gestartet
Aufgewachsen ist Hediger in Mellingen, wo auch ihre Eltern wohnen. Der Liebe wegen kam sie ins Freiamt. Frisch nach Aristau gezogen, wurde sie in die Schulpflege gewählt. Sie freute sich auf das Amt, doch damals machte sie sich noch nicht viele Gedanken über ihre Wahl. Kurz darauf wurde sie für den Gemeinderat vorgeschlagen und vor drei Jahren ins Amt des Vizeammanns gewählt. Dies jeweils mit einem klaren Resultat. Dies interessierte sie, doch es war weniger emotional. Im Monat der Bekanntgabe des Rücktritts von Erwin Gerber hat sie sich viele Gedanken gemacht. Sie hat Gespräche geführt und sich gefragt, was sie gegebenenfalls bei einer Niederlage machen würde. Wie wäre dies zu gewichten, wie würde sie damit umgehen können. «Ich bin sehr umgänglich», sagt Hediger. Doch stelle sie an sich und an ihre Vorgesetzten hohe Ansprüche. Nun will sie dies zum Wohl der Gemeinde einsetzen. Dass es bereits im ersten Wahlgang funktioniert hat, empfindet sie als Bestätigung ihrer Arbeit. Dies freut sie und diese Arbeit will sie weiterführen. «Ich bin froh, dass es vorbei ist», sagt die Gewählte. Ihr Gegenkandidat um das Amt als Gemeindeammann, Bruno Niederberger, der Kandidat der örtlichen SVP, unterlag mit 128 Stimmen, vereinzelte Kandidaten erhielten 11 Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 33,5 Prozent.
Verwaltung stärken
Hediger, die als Vizeammann die Gemeinde und die Verwaltung kennt, ist es wichtig, in den kommenden Jahren die Verwaltung zu stärken. «Es ist heute nicht mehr einfach, Mitarbeitende für die Gemeinde- und die Finanzverwaltung zu finden.» Die Stelle in der Finanzverwaltung ist zurzeit vakant und man habe bereits einiges unternommen, um sie wieder zu besetzen. Zurzeit leider noch ohne Erfolg. So habe man eine Überbrückungslösung gefunden. Das Team sei jung und dieses möchte sie stärken. Daher ist ihr eine regelmässige Nähe zu den Mitarbeitenden in der Verwaltung wichtig. Sie will auf deren Anliegen eingehen und so die Kontinuität in der Verwaltung ausbauen. «Ich weiss, wie es ist, wenn wir als Mitglieder des Gemeinderats ein Projekt vorantreiben wollen», dann achte man nicht immer auf die Bedürfnisse in der Verwaltung. Darauf will sie ein Auge legen. Das junge Team sei noch nicht lange in der Verwaltung tätig und es brauche Zeit und Verständnis, damit es zu einem erfahrenen Team wachsen kann. Hediger sieht sich als Vermittlerin. «Hier will ich den Druck herausnehmen», sagt die neue Frau Gemeindeammann.
Danke für das Vertrauen
Gemeindeammann Isabelle Hediger ist bewusst, dass mit der Sanierung der Turnhalle und der Friedhofsumgestaltung Arbeiten auf den Rat zukommen. Sie freut sich, diese mit dem neuen Gemeinderat anzugehen. Bezüglich der Ressorts wird sich Hediger überlegen müssen, welches sie abgeben wird. «Dies wird mir noch etwas Schlaf rauben», sagt sie, da sie die Arbeit in den einzelnen Ressorts sehr gerne macht. Sie bedauert auch den Rücktritt von Erwin Gerber. «Aus der Arbeit im Rat ist eine Freundschaft erwachsen. Ich werde ihn vermissen.» Und noch etwas ist Isabelle Hediger wichtig: «Ich bedanke mich für das Vertrauen und die Stimmen, welche mir die Bevölkerung gegeben hat.» Das freue sie und mache es ihr möglich, die Arbeit weiterzuführen.
Neuer Gemeinderat in Aristau
Im zweiten Anlauf wird Bruno Niederberger gewählt
Bruno Niederberger wird als neuer Gemeinderat in Aristau gewählt. Bei der Ausmarchung um das Amt des Gemeindeammanns unterliegt er Isabelle Hediger klar.
Der Nidwaldner Bruno Niederberger engagiert sich in seiner Freizeit für die Jugend. Dies durch sein Engagement im Sport. So geschehen auch am Wahltag. Niederberger, der als Delegierter im Zentralschweizer Skiverband tätig ist, war am Sonntag auf den Ski im Einsatz. Da er Sport für ein gutes Mittel hält, welches jungen Menschen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung bringt, engagiert sich Niederberger auch beim FC Muri als Trainer. Nach seinem sportlichen Einsatz auf den Ski nahm er am Abend sein Wahlergebnis genauer unter die Lupe. «Ich war erstaunt, dass die Wahlbeteiligung so hoch war und ich so viele Stimmen bekommen habe», freut sich der neu gewählte Gemeinderat. Er wurde mit 238 Stimmen gewählt, dies bei einem absoluten Mehr von 141 Stimmen. 43 einzelne Stimmen gingen an diverse Personen.
Die Gemeinde kennengelernt
Der dreifache Vater von Teenagern schaffte bei seiner zweiten Kandidatur die Wahl in den Gemeinderat von Aristau. Niederberger, der vor zwei Jahren Corsin Stöckli unterlag, hat die Zeit genutzt und sich mit seiner Wohnortgemeinde und den Persönlichkeiten im Dorf, wie er sagt, vertraut gemacht. Seit zwei Jahren ist er Mitglied der Katholischen Kirchenpflege Aristau und betreut hier die Liegenschaften. Seit Ende des vergangenen Jahres gehört er dem Samichlaus-Verein in Aristau an.
Will Herausforderung annehmen
Auf die neue Herausforderung freut sich der Informatiker. Er möchte sich für die Gemeinde Aristau einsetzen, in der er sich wohlfühlt, weil er es schätzt, dass man sich hier grüsst. Bezüglich der Ressortwahl ist Niederberger offen. «Ich nehme das, was kommt. Ich will alles lesen, was ich an Informationen erhalte, um eine echte Stellvertretung über meine Ressorts hinaus zu bieten», so das Ziel des SVP-Politikers. Ihm ist bewusst, dass er es nicht allen recht machen wird, da ist er offen: «Ich diskutiere gerne etwas aus und gehe anschliessend ein Bier trinken.» --vaw