Drei Männer mit dem gleichen Ziel
08.11.2022 RottenschwilIn Rottenschwil kommt es am 27. November erneut zu einer Kampfwahl um einen Gemeinderatssitz
Wie schon Ende September hat die Bevölkerung von Rottenschwil auch Ende November die Wahl. Vergeben wird der Sitz im Gemeinderat als Nachfolger von Susanne Merz. Darum ...
In Rottenschwil kommt es am 27. November erneut zu einer Kampfwahl um einen Gemeinderatssitz
Wie schon Ende September hat die Bevölkerung von Rottenschwil auch Ende November die Wahl. Vergeben wird der Sitz im Gemeinderat als Nachfolger von Susanne Merz. Darum kämpfen mit Jürg Walker, Marcel Kindler und Peter Huber drei Männer. Für Kindler und Huber ist es die erste Kandidatur, für Walker allein in diesem Jahr die zweite.
Annemarie Keusch
Kurz nachdem er die Kampfwahl im September verloren hatte, wusste Jürg Walker nicht, ob er wieder kandidieren würde. Mittlerweile hat er sich entschieden, erneut anzutreten – zum vierten Mal gesamthaft. «Ich stelle mich erneut zur Wahl, weil 142 Wählerinnen und Wähler mir ihre Stimme gegeben haben. Mit dem erneuten Versuch will ich ihr Vertrauen wertschätzen und dafür Danke sagen», erklärt der 59-Jährige. Sein Engagement für die Gemeinde sei von der Überzeugung geleitet, der Gemeinschaft etwas geben zu wollen und zu ihrer weiterhin positiven Entwicklung etwas beitragen zu können.
Rottenschwil sei seine Heimat, «mein geschätzter Wohnort», der Standort seiner Unternehmung. Walker ist Gründer und Eigentümer eines schweizweit tätigen Landmaschinenund Kranbau-Unternehmens. «Wir sind im ganzen Land unterwegs, der Heimathafen bleibt immer Rottenschwil Allmend», sagt Walker. Hier sei er aufgewachsen, gleich wie seine drei mittlerweile erwachsenen Kinder. In seiner Freizeit schätzt Walker das Reisen und die Technik und verbringt gerne Zeit mit der Familie.
Sachliche Kriterien
In der Gemeinde sei er kein Greenhorn. «Ich nehme in Anspruch, die Situationen und Leute, zu deren Wohl ich als Gemeinderat eintreten dürfte, einigermassen zu kennen.» Wichtig sei ihm, dass Entscheide anhand sachlicher Kriterien gefällt werden. «Vetterliwirtschaft darf in keiner Behörde Platz haben», betont Walker. Er bringe Lebenserfahrung, Fachwissen in verschiedenen Bereichen und Engagement mit ins Gremium. Für die Gemeinde will er sich nicht zum ersten Mal einsetzen. 19Jahre war er Teil der Feuerwehr, aktuell ist er in der Kommission für laufende Ortsund Nutzungsplanung engagiert. Besonders wichtig seien ihm die soziale Gerechtigkeit, ein gesundes Wachstum und ein verantwortungsvoller Umgang mit öffentlichen Finanzen.
Lange Zeit ein eigenes Geschäft geführt hat auch Peter Huber. Und auch er bringt Erfahrung in öffentlichen Ämtern mit sich. Er ist seit 18 Jahren Teil der Finanzkommission und fast so lange deren Präsident. Zudem war Huber Präsident des Handwerkerund Gewerbevereins Bremgarten und Umgebung. Bei Gemeinderatswahlen erhielt er schon Stimmen, ohne überhaupt kandidiert zu haben. Und Huber sagt: «Wir hatten noch nicht mal Wohnsitz in Rottenschwil, wurde ich bereits für die Kandidatur in den Gemeinderat angefragt.» Damals sagte er ab, weil es mit dem eigenen Geschäft nicht vereinbar war. «Ich sage nur zu etwas Ja, wenn ich mich wirklich einbringen kann.»
Leute sollen sich wohlfühlen
Nun habe sich die private Situation verändert. Seine Frau und er haben das Geschäft verkauft. «Jetzt kann ich zeitlich unabhängig mein Wissen und meine Erfahrung in den Gemeinderat einbringen.» Die Zukunft der Gemeinde sei ihm wichtig. Obwohl er in Unterlunkhofen aufgewachsen ist, kennt er Rottenschwil bestens, etwa aus den 28 Jahren in der gemeinsamen Feuerwehr. «2004 konnten wir uns mit der Familie in Rottenschwil den Traum des Eigenheims erfüllen», erzählt er. Rottenschwil gebe ihm und seiner Familie alles, was sie gerne haben. «Wir können uns keinen anderen Wohnort vorstellen», sagt er.
Einsetzen will sich Huber, dessen Hobbys das Biken und das Wandern, vor allem aber die Musik sind, dafür, dass sich die Leute im Dorf wohlfühlen. Es gebe viele Herausforderungen, die man angehen müsse. «Ich bin es gewohnt, Probleme zu lösen, Führungsaufgaben wahrzunehmen und umsichtige und breit abgestützte Entscheide zu treffen», wirbt er. «Alles Voraussetzungen, die eine zielführende Mitarbeit im Gemeinderat positiv beeinflussen.»
Konstanz in Gemeinderat bringen
Erst seit zwei Jahren lebt der 55-Jährige Marcel Kindler in Rottenschwil. «Ich wohne gerne hier und fühle mich wohl», sagt er. Ein kleines, überschaubares Dorf, das in die Natur eingebettet ist – für ihn bedeute dies Lebensqualität und Heimat. Wie Walker und Huber bringt auch er viel Erfahrung als selbstständiger Unternehmer mit. «Lebens- und Führungserfahrung sowie zielorientiertes Arbeiten zeichnen mich aus», sagt der Landwirt und Gärtner, der sich in seiner Freizeit um seine Tiere und seinen Garten kümmert, gerne in der Natur ist und wandert.
Entsprechend liegen ihm die natürlichen Ressourcen und die damit verbundenen Themen wie Natur, Bauwesen, ländlicher Dorfcharakter besonders am Herzen. Kindler sagt aber auch, dass er sich für ein gut funktionierendes soziales Zusammenleben einsetzen möchte, «damit sich Jung und Alt wohlfühlt». Er möchte sich für das Dorf engagieren, Konstanz in den Gemeinderat bringen, «damit die mittel- und langfristigen Ziele entwickelt werden und entstehen können». Er arbeite gerne im Team, Lösungen zusammen zu erarbeiten und umzusetzen, bereitet ihm Freude. «Neue Herausforderungen reizen mich. Geht nicht, gibts für mich nicht.» Kindler ist überzeugt, dass es auch Vorteile mit sich bringt, dass er erst seit zwei Jahren in Rottenschwil lebt. «Ich entscheide neutral und ohne Vorurteile.»
Dadurch, dass er im Dorf wohne und arbeite, sei er nahe an der Bevölkerung und nehme am Dorfgeschehen teil. «Die Rottenschwiler Bevölkerung würde einen lebens- und führungserfahrenen, innovativen, belastungsfähigen, engagierten und motivierten Menschen wählen», sagt Marcel Kindler.