Drittes Derby – dritter Fi-Gö-Sieg
23.01.2026 Eishockey, SportKBEHV-Cup: HC Fischbach-Göslikon – HC Wohlen Freiamt 8:2 (2:0, 2:1, 4:1)
Der HC Fischbach-Göslikon gewinnt auch das dritte Freiämter Derby der Saison und zieht im KBEHV-Cup in den Halbfinal ein. Beim HC Wohlen Freiamt ist trotz über weite ...
KBEHV-Cup: HC Fischbach-Göslikon – HC Wohlen Freiamt 8:2 (2:0, 2:1, 4:1)
Der HC Fischbach-Göslikon gewinnt auch das dritte Freiämter Derby der Saison und zieht im KBEHV-Cup in den Halbfinal ein. Beim HC Wohlen Freiamt ist trotz über weite Strecken guter Leistung die Laune im Keller. Erneut bricht das Team im letzten Drittel ein.
Josip Lasic
Eigentlich hat der HC Wohlen Freiamt gegen den Lokalrivalen aus Fischbach-Göslikon eine gute Leistung gezeigt. Und trotzdem steht eine 2:8-Niederlage auf der Anzeigetafel. In den letzten vier Minuten des Spiels haben die «Huskies» drei Gegentore kassiert. Bereits im Spiel zuvor gegen die Argovia Stars zeigten die Wohler zwei starke Drittel, lagen nur mit 1:2 zurück und gingen am Ende mit 1:9 unter.
Dass zwei Spiele in Serie auf diese Weise verloren gehen, frustriert die Wohler mehr als das Cup-Aus. Trainer Patrick Siegwart möchte vor lauter Frust lieber nichts sagen. Coach Simon Strebel äussert sich: «Es war eine ähnliche Leistung wie im letzten Spiel. Zwei Drittel sind gut, dann brechen wir ein. Das wurmt uns.»
Wohlen mit bester Leistung und höchster Niederlage
Die beiden Derbys in der Meisterschaft gegen Fischbach-Göslikon endeten mit 3:4 und 1:5. Im Cup gab es die höchste Niederlage, obwohl die Leistung besser war als in den ersten zwei Duellen. Im Tor stand erstmals Fabian Liniger, Bruder von Captain Robin Liniger. Er spielte zuletzt bei mehreren Klubs in der MySports-League, 1. Liga und 2. Liga, kam aber wegen einer Hüftoperation im Herbst bislang nicht zum Einsatz. Beim Debüt hielt er sein Team lange im Spiel. Nach dem ersten Drittel lag Wohlen mit 0:2 zurück. Michael Frei verkürzte beim Stand von 0:3 auf 1:3, später traf Raphael Amstutz zum 2:5. Kurz darauf ersetzte Rolf Franz Liniger. Wohlen hatte eine Chance in doppelter Überzahl, konnte aber nicht auf 3:5 verkürzen und kassierte im Gegenzug drei weitere Gegentore. «Spielerisch war es unser bester Auftritt in den drei Derbys. Doch oft fehlt die letzte Konsequenz», so Strebel. «Wir haben keine so starken Techniker wie Fi-Gö mit den Neher-Brüdern Boris und Lars. Die ersten vier Tore gehen auf ihr Konto. Da muss man mit Härte dagegenhalten, das hat uns gefehlt. Und wir brauchen zu viele Chancen, um zu treffen. Wir haben gegen einige Topteams gut gespielt und zu wenig mitgenommen.» Nach dem Cup-Aus spielt Wohlen nur noch um die Goldene Ananas. Mit 15 Punkten liegt das Team drei Runden vor Schluss auf Rang 6. Die Play-offs sind ausser Reichweite. Herzogenbuchsee (14 Punkte) ist den «Huskies» auf den Fersen. Die letzten drei Partien bestreitet Wohlen gegen Bucheggberg, Herrischried und Bern-Bümpliz. «Wir wollen unseren Tabellenplatz halten und an unseren Schwächen für die nächste Saison arbeiten», sagt Strebel. «Gegen Bucheggberg wollen wir unbedingt gewinnen. Auswärts in Herrischried schauen wir, was möglich ist. Das Heimspiel gegen Bern-Bümpliz am Schluss ist ein Pflichtsieg. Sechs Punkte wollen wir da mindestens noch holen.»
Fi-Gö: «Nehmen Cup sehr ernst»
Die Stimmung beim Nachbarn aus Fischbach-Göslikon ist deutlich besser als bei Wohlen. Nach holprigem Saisonstart hat sich Fi-Gö zuletzt in einen Rausch gespielt. Play-off-Kandidat Herrischried wurde mit 13:2 vom Eis gefegt. Schlusslicht Bern-Bümpliz wurde mit 23:2 gedemütigt. Und jetzt der Sieg gegen den Lokalrivalen. «Ich hatte gerade wegen des Spiels gegen Bern-Bümpliz etwas Respekt vor dem Derby gegen Wohlen», berichtet Spielertrainer Michel Simmen. «Gegen die Berner ist uns fast alles gelungen. Hier noch ein Trick, da noch etwas ausprobieren – ich habe befürchtet, dass es uns nicht gelingt, im Kopf umzuschalten, und habe das Team davor gewarnt. Wir konnten es zum Glück gut umsetzen.»
Unter Simmen gewann das Team in drei Jahren zweimal den Meistertitel in der 3. Liga Zentralschweiz. Diesmal fokussieren sich die «Indianer» stark auf den Cup. Lars Neher wurde beispielsweise am Dienstag aus den Skiferien an das Spiel gerufen, damit das Team gegen Wohlen nicht auf ihn verzichten muss «Wir haben im Achtelfinal mit Laufen den vermutlich härtesten Gegner ausgeschaltet. Es sind nur noch Teams im Rennen, die wir schlagen können müssten. Deshalb nehmen wir den Cup jetzt sehr ernst und wollen den Sieg. Aber jetzt konzentrieren wir uns zunächst wieder auf die Meisterschaft.» Dort hat der Tabellenführer die Play-off-Qualifikation schon gesichert. Es folgen nun Spiele gegen Reinach sowie gegen die Topteams Laufen und Burgdorf II. «Ich bin gespannt, wie wir uns gegen diese Teams schlagen», sagt Simmen. «Das wird uns zeigen, wo wir vor den Play-offs stehen.»
Aktuell wirkt Fi-Gö beinahe zu stark für die 3. Liga. Fassen die Fischbach-Gösliker den Aufstieg diesmal ins Auge, nachdem sie vergangene Saison darauf verzichtet haben? «Wir haben noch nicht darüber gesprochen», sagt Simmen. Er ergänzt allerdings, dass der Sieg in der Meisterschaft sicher kein Selbstläufer wird. «Thun-Lerchenfeld ist der grosse Favorit. Sie sollen als Farmteam der MySports-League-Mannschaft des EHC Thun aufgebaut werden. Dementsprechend wurden sie verstärkt und marschieren momentan ohne Probleme durch ihre Drittligagruppe. Sie wollen definitiv aufsteigen und wir müssten an ihnen vorbei.» Falls der Meistertitel nicht gelingt, bleibt für Fi-Gö der Cup.Dort stehen aktuell die Chancen auf einen Titel sehr gut.

