Endlich wieder Training

Di, 30. Jun. 2020
Der Wohler Andrea Faggiano, der heute in Waltenschwil lebt, ist Chefcoach des Schweizer Nationalteams. Bild:er: Stefan Sprenger/zg

Kickboxen: Nationalteam trainiert in Wohlen – Trainer Andrea Faggiano spricht über die Coronazeit

Das Kickboxen stand monatelang still. Am Wochenende traf sich das Nationalteam in Wohlen – unter Aufagen. «Schön, dass wir wieder trainieren dürfen», sagt Andrea Faggiano. Der Wohler ist seit Jahren der Trainer der Schweizer Equipe.

Stefan Sprenger

Ein Spätzünder war Andrea Faggiano. Erst im Jahr 2001 kam er so richtig zum Kickboxen. Damals war er 18 Jahre alt. «Ich habe Fussball und Handball probiert und bin schliesslich beim Kickboxen gelandet», erzählt er lachend. Trotz spätem Start wird er gut. Er nimmt an Welt- und Europameisterschaften teil und gewinnt an internationalen Turnieren Medaillen.

Nach Skiunfall zurückgekämpft

2007 hat er einen Skiunfall und verletzt sich schwer an der Wirbelsäule. Sieben Wirbel sind gebrochen. Die Ärzte meinten, die Chancen, wieder Sport machen zu können, sind gering. Doch Faggiano kämpft sich zurück. Mithilfe des ganzen Kickboxing Wohlen – allen voran Trainer und Chef Rocco Cipriano. Individuell und mit viel Geduld kehrt er auf die Matte zurück. «Ich habe nie aufgegeben und immer weiter gekämpft. Das ist sicherlich einer der grössten Erfolge. Ich verdanke diesem Sport und dem Team in Wohlen sehr viel», so der heute 37-Jährige.

Faggiano, der in Wohlen aufwuchs und heute in Waltenschwil mit seiner Frau und einer Tochter wohnt, ist seit 2015 Trainer des Kickbox-Nationalteams. Er ist der Chefcoach. Sein grösster Wurf: Der Junioren-Weltmeistertitel von Roy Cipriano 2018. Zudem holten die Schweizer Kämpfer an WM und EM zahlreiche Medaillen. Faggiano, Schwarzgurtträger (3. Dan), ist zufrieden mit der Entwicklung des Sports. Seit 2018 ist Kickboxen zudem Mitglied bei Swiss Olympic. Ob die Sportart olympisch wird, ist immer wieder ein Diskussionsthema. «Die Chancen sind da», meint Faggiano. Ob und wann es im Kickboxen olympische Medaillen zu gewinnen gibt, steht noch in den Sternen.

Geprägt von Kickboxing Wohlen

Faggiano, der das Amt des Nati-Trainers ehrenamtlich durchführt, hatte in der Coronazeit hauptsächlich administrativen Aufwand. Alle Wettkampftermine wurden abgesagt. Die Junioren-WM im November in Serbien und die Elite-EM im Dezember in der Türkei sollten allerdings stattfnden. «Diese zwei Turniere sind auch die Hauptziele für uns.» Mit dabei wären auch einige Wohler. In der Elite beispielsweise Stefanie Richner, Antonio Lo Prete und Danylo Mancari. Kickboxing Wohlen ist sowieso sehr stark im Nationalteam vertreten. Rund die Hälfte des Teams entstammt Kickboxing Wohlen. Der Verband ist in Wohlen ansässig. Der Präsident ist Beat Richner, ebenfalls Mitglied bei Kickboxing Wohlen. Und eben: Trainer ist Andrea Faggiano. «Wohlen war und ist schon immer eine Kickbox-Hochburg», meint er. Am letzten Wochenende wurde erstmals seit Monaten wieder gemeinsam in Wohlen trainiert. Es war erst das zweite gemeinsame Nati-Training im Jahr 2020. Pro 10 m2 durfte ein Paar trainieren. Im Dojo im Wohlen hatte es so Platz für 30 Kämpfer. 22 Kickboxer und drei Trainer waren dabei. «Nun hoffen wir, dass wir bald wieder Wettkämpfe bestreiten dürfen», meint Faggiano. Die Schweizer Meisterschaften starten Anfang September in Reinach. «Wichtig war, dass wir uns alle wieder mal gesehen haben», meint Trainer Faggiano. «Wie es weitergeht, zeigt sich in der Zukunft.»

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