Erneut die schönste Fasnacht
20.02.2026 Fasnacht, Muri, KulturAn der Schlüsselrückgabe ziehen die Schultheissen Fazit über die fünfte Jahreszeit
Das Kulturgut leben und weitergeben – das haben die Vereinigten Fasnachtsgesellschaften in den letzten Tagen und Wochen erneut getan. Nun sind die Schlüssel ...
An der Schlüsselrückgabe ziehen die Schultheissen Fazit über die fünfte Jahreszeit
Das Kulturgut leben und weitergeben – das haben die Vereinigten Fasnachtsgesellschaften in den letzten Tagen und Wochen erneut getan. Nun sind die Schlüssel der Macht wieder beim Gemeinderat. Die Fasnächtler blicken dabei mit viel Genugtuung zurück.
Annemarie Keusch
Die Ferien sind für den Gemeinderat vorbei. «Jemand muss hier zum Rechten schauen», meint Hans-Peter Budmiger und sorgt damit für einige Lacher. Die Schlüssel wieder zu übernehmen, sei aber auch schon einfacher gewesen. Bezug nehmend auf die Mottos der Vereinigten Fasnachtsgesellschaften habe er in den Ferien gefroren, die Blüemlisalp erwandert, gecampt und Freizeitparadiese erlebt. «Ferien, die das volle Programm boten. Es war einmal mehr die schönste Fasnacht des Jahres, die ihr organisiert habt», sagt Budmiger und spricht den vier Fasnachtsgesellschaften den besten Dank aus. Dem schliesst sich auch Herbert Meier an, selber grosser Fasnächtler.
Und auch von Anita Thielken, Vizeammann in Buttwil, kommt nur Lob. «Ihr habt uns allen eine schöne Fasnacht beschert und mir persönlich viel beigebracht und eine schöne Tradition in ihrer ganzen Vielfalt gezeigt.»
Ein grosses Miteinander
Die Dankbarkeit ist aber nicht nur seitens der Politik spürbar. Katja Fahler, Schultheissin von Hohenwien-Wissenburg, sagt an der Schlüsselrückgabe: «Anita kam überall mit, wollte sogar beim Aufräumen helfen. Ich bin überzeugt, wenn Politik auf Fasnacht trifft, dann gewinnen alle und dann können wir anfangen, die Welt zu verändern.» Die funkelnden Augen – von Kindern bis zu Pensionären – sind das, was ihr in Erinnerung bleibt. Und die Tatsache, dass sich in Buttwil ganz viele ihrem Motto getreu verkleideten. «Das habe ich so noch nie erlebt.» So viel Offenheit, Dankbarkeit und Liebe an den vielen verschiedenen Anlässen habe sie gespürt. «Es war eine sehr tolle Fasnacht.» Am besten gefallen hat ihr dabei das Miteinander, ob in der eigenen Stadt oder in den Vereinigten Fasnachtsgesellschaften. Und Fahler ist überzeugt: «Die Fasnacht ist ein Kulturgut, das wir ganz intensiv leben und für das es sich einzusetzen lohnt.» Diese enge Zusammenarbeit untereinander spricht auch Daniela Schweizer an. Sie ist Co-Schultheissin von Muri-Wien, wurde aber wegen eines gesundheitlichen Ausfalls kurzfristig zur alleinigen Schultheissin. «Streng und intensiv», sei die Fasnacht entsprechend gewesen. «Aber auch wunderschön.» Sie sei froh gewesen, auf Unterstützung zählen zu können, aus dem Stadtrat, aus Muri-Wien, aus anderen Städten. «Nicht allein zu sein, wenn etwas dazwischenkommt, das ist eine schöne Erkenntnis.» Entsprechend gefiel ihr ein gemeinsamer Anlass auch am besten: die Familienfasnacht «Schnetz und Plonder» auf dem Klosterhof. «Und natürlich unsere Réunion, samt Wiener Party. Diesmal mit anderem Guggen-Dialekt», meint sie lachend. Eine Guggenmusik aus Lungern war zu Gast.
«Mit Humor und Kafi Zwetschge»
Auf eine «stürmische Ferienzeit» blickt René Neiger, Schultheiss Neuenburg, zurück. Toll und intensiv sei es gewesen. Auch er lobt die Zusammenarbeit untereinander. «Es braucht alle, wenn dieses Kulturgut weiterleben soll.» Dafür müsse man hie und da auch Neues wagen, wie es die Neuenburger mit der Réunion in der Eventhalle Ars Anima getan haben. «Der Erfolg hat uns gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.» Nur auf Bestehendes zu setzen, das sei nicht die Lösung. «Es ist deutlich spürbar, dass es zäher wird, Leute zu finden, die sich engagieren, und auch genügend Publikum zu finden.» Dennoch ist die Vorfreude auf 2027 schon spürbar. Und Neiger sagt: «Die Fasnächtler sind allwettertauglich, nahmen es mit Humor und Kafi Zwetschge.» Das sind gute Voraussetzungen.
Von der Wettertauglichkeit sprechen auch Willi Staubli und Kurt Küng, Co-Schultheissen Muri-Adelburg. An ihrem Nationalfeiertag, dem Schmutzigen Donnerstag, war das Wetter besonders trist. Entsprechend sagen beide: «Es hat uns überrascht, dass die Fasnächtler trotzdem in Scharen kamen. Die Sonne schien trotz Regenwetter.» Klar, dass auch ihr Fazit positiv ausfällt. Die Freude und die Begeisterung am Kifa-Ball sind Willi Staubli besonders in Erinnerung. Die gute Zusammenarbeit hebt auch Kurt Küng hervor. Friedlich, schön, miteinander – die Fasnacht 2026 geht als rundum erfolgreich in die Geschichte ein.


