Es lockt das Mittelmeer
01.07.2025 Wohlen, RadsportAm nächsten Samstag startet «bbz by bike» zum neunten Mal: Ziel ist Sottomarina di Chioggia in Italien
Mit dem Fahrrad ans Mittelmeer. Keine leichte Herausforderung, welche die 36 Velofahrerinnen und Velofahrer des BBZ Freiamt meistern möchten. Eine ...
Am nächsten Samstag startet «bbz by bike» zum neunten Mal: Ziel ist Sottomarina di Chioggia in Italien
Mit dem Fahrrad ans Mittelmeer. Keine leichte Herausforderung, welche die 36 Velofahrerinnen und Velofahrer des BBZ Freiamt meistern möchten. Eine Distanz von rund 730 Kilometern wartet auf die Mutigen. Das Ziel ist Sottomarina di Chioggia, rund 50 Kilometer von Padova entfernt.
Daniel Marti
Sieben Etappen. 730 Kilometer, fast 5000 Höhenmeter. Das wartet auf die Teilnehmenden von «bbz by bike». Mols, Stuben am Arlberg, Nauders im Südtirol, Salorno, Bussolengo, Padova, Sottomarina di Chioggia am Mittelmeer sind die Etappenziele. Vom Freiamt über den Zürich- und den Walensee nach Österreich und Italien – und das mit dem Fahrrad über sieben Etappen. Start ist am Morgen des nächsten Samstags, 5. Juli, ab 8.30 Uhr.
Unter den Radlern sind auch Paul Huwiler (Schulvorstandspräsident des BBZ Freiamt), Tobias Knecht (Schulvorstand), Arnd Wiedmann und Simon Villiger (Lehrpersonen) sowie Cornel Villiger, der ein Handbike-Team zusammenstellt. Zudem stellen sich 28 Schülerinnen und Schüler der Herausforderung. Total 36 Teilnehmende – eine Rekordzahl.
Ab 2019 zwei Strecken
Vom Freiamt ans Mittelmeer. Diese Strecke hat eben ihren Reiz. Schon acht Mal. Früher ging es jeweils nach Südfrankreich, nun nach Italien. «Wir haben uns entschieden, alternierend die Routen nach Les Saintes-Mariesde-la-Mer und nach Sottomarina di Chioggia zu befahren, um den Lernenden, die zweimal mitfahren wollen, eine Abwechslung zu bieten», sagt BBZ-Lehrer Martin Erne, der zugleich Projektleiter ist. Diesen Wechsel hat man im Jahr 2018 angestrebt. In den Sommerferien 2018 wurde die neue Strecke nach Italien rekognosziert. Nach einer gelungenen Premiere 2019 wurde die Adriaroute definitiv ins Programm aufgenommen. Die Vorbereitungsarbeiten gehen nie aus – welche Strecke auch gefahren wird. «Es gilt von Austragung zu Austragung immer Anpassungen an Route, Restaurant-Mittagshalt und Unterkunft am Etappenziel vorzunehmen», so Erne. Die Auswertung des Feedbackfragebogens der Lernenden am Ende einer Tour führt immer wieder dazu, «dass wir ein anderes Restaurant für den Mittagshalt wählen. Auch die Route passen wir teilweise an, denn oft ist es in Frankreich beispielsweise ratsamer, auf Nebenstrassen zu fahren als auf Velowegen.» Bei Tagesetappen von teilweise bis 140 Kilometern sind die Schülerinnen und Schüler dankbar, «wenn wir ihnen möglichst viele Steine aus dem Weg räumen».
Hotels mit Pool oder Seeanschluss
Der grösste Aufwand resultiert jeweils, wenn eine neue Route ins Programm aufgenommen wird. Seit im Jahr 2006 die Frankreichroute rekognosziert wurde, «hat sich einiges getan». Früher fuhr die BBZ-Truppe mit ausgedruckten Karten, auf denen der Weg markiert war. «Die Italienroute konnten wir vorgängig mithilfe einer App planen.» Und die Etappenziele wurden so festgelegt, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer «langsam mit ihrer Aufgabe wachsen können. Von Etappe zu Etappe steigen die Anforderungen und es sind entweder mehr Kilometer oder mehr Höhenmeter oder beides zu absolvieren.» Zudem müssen natürlich die Unterkünfte passen, sie müssen Platz bieten, um eine Gruppe von gegen 40 Personen beherbergen zu können. Dies wird vor allem auch durch die Sponsoren ermöglicht (Freiämter Raiffeisenbanken und ibw Energie AG). «Wir wollen Unterkünfte auswählen, auf die sich die Teilnehmenden freuen können.» Nach der Ankunft am Etappenziel soll ein nahe gelegener See oder ein Hotelpool für Erfrischung sorgen.
Die Hotelübernachtungen müssen jeweils fast ein Jahr im Voraus gebucht werden. Trotzdem gibt es Überraschungen. «Seit der letzten Italientour im Jahr 2019 haben wir trotz frühzeitiger Anfrage drei der sieben Unterkünfte nicht mehr buchen können.» Das hatte dann wieder Auswirkungen auf die gesamte Routenplanung.
Guter Fitnessstand, keine E-Bikes
Der eigentliche Start zur Tour ist bereits am Infoabend im Februar erfolgt. Danach folgte die wichtige Vorbereitungsphase. Alle Teams, bestehend aus zwei bis vier Teilnehmenden, müssen eine vorgegebene Einfahrroute absolvieren und über ihre Erfahrungen und Erkenntnisse berichten. Wichtige Themen sind Materialtest (Velo, Bekleidung), Formstand der Gruppenmitglieder und Erfahrungen mit der App. Die Teststrecke führte übrigens von Wohlen über den Zugersee, den Türlersee nach Heitersberg und zurück nach Wohlen. Die Länge beträgt 86 Kilometer, und die 890 Höhenmeter waren ebenfalls ein guter Test.
Diese Berichte über die Testfahrt stimmen Martin Erne zuversichtlich. «Viele sind in einer guten bis sehr guten Verfassung und mit ihrem Material zufrieden.» Bei drei Teilnehmerinnen haben die Erfahrungen am Einfahrtag gezeigt, «dass sie noch individuell trainieren müssen, wenn sie die 720 Kilometer und 5000 Höhenmeter bis Sottomarina die Chioggia tatsächlich mit Muskelkraft erreichen wollen». Denn E-Biker werden natürlich ganz bewusst nicht mitgenommen. Nur wer ohne Unterstützung die gesamte Strecke meistert, ist Finisher von «bbz by bike 2025».
Jedes Team muss zudem dafür besorgt sein, dass es nicht nur fit ist, sondern auch Defekte beheben kann. Wer einen Platten einfängt, muss in der Lage sein, diesen selbst zu flicken. Die mitgeführten Ersatzvelos stehen nur zur Verfügung, wenn ein Defekt nicht behoben werden kann.
Tour-Erlebnis für 550 Franken
Zur Route. Die erste Etappe startet am nächsten Samstag. Sie führt von Muri nach Pfäffikon und Mols über 97 Kilometer mit 839 Höhenmetern. Die zweite Etappe führt dann von Mols nach Österreich mit Zielort Stuben am Arlberg mit total 101 Kilometern und 1290 Höhenmetern. Die dritte Etappe: von Stuben über Prutz nach Nauders mit 91 Kilometern und 1550 Höhenmetern. Danach führt das vierte Teilstück von Nauders nach Salorno, die Länge beträgt 142 Kilometer plus 470 Höhenmeter. Von Salorno über Rovereto geht es nach Bussolengo mit 115 Kilometern und 530 Höhenmetern. Die beiden letzten Teilstücke sind dann praktisch Flachetappen. 6 Etappe: Bussolengo–Perarola–Padova mit 111 Kilometern und 190 Höhenmetern. 7. Etappe: von Padova nach Sottomarina di Chioggia mit 56 Kilometern und 60 Höhenmetern. Im Schnitt gibt es pro Tag knapp 100 Kilometer zu meistern. Die totale Länge beträgt 713 Kilometer, inklusive 4920 Höhenmetern.
Die ganze Tour ist nicht ganz gratis. Die Kosten pro Teilnehmerin oder Teilnehmer betragen 1141 Franken. 591 Franken werden durch Sponsoring übernommen, bleiben noch 550 Franken pro Fahrradfahrerin und Fahrradfahrer.