Fahrverbote kein Thema
20.02.2026 Verkehr, MuriHasli-Anwohner sind enttäuscht
In einem offenen Brief machten die Bewohner des Murianer Weilers Hasli auf den stetig zunehmenden Durchgangsverkehr aufmerksam. Und sie stellten Forderungen, unter anderem nach einem Fahrverbot, ausgenommen Zubringerdienst. Nun ...
Hasli-Anwohner sind enttäuscht
In einem offenen Brief machten die Bewohner des Murianer Weilers Hasli auf den stetig zunehmenden Durchgangsverkehr aufmerksam. Und sie stellten Forderungen, unter anderem nach einem Fahrverbot, ausgenommen Zubringerdienst. Nun veröffentlicht der Gemeinderat die Reaktion auf diesen offenen Brief und erklärt, dass ein Fahrverbot kein Thema sei. Die Hasli-Anwohner sind enttäuscht, wollen aber nicht aufgeben. --ake
Gemeinderat zur Verkehrssituation im Hasli – Enttäuschung bei den Anwohnern
Der Gemeinderat Muri hat einen offenen Brief von Anwohnerinnen und Anwohnern des Weilers Hasli erhalten. Auf diesen reagiert er mit Verständnis, aber nicht mit zusätzlichen Massnahmen. Das sorgt für Frustration.
Im offenen Brief wird die aktuelle Verkehrssituation als stark belastend beschrieben. Der Gemeinderat nimmt die geschilderten Anliegen ernst. «Die Situation im Hasli ist bekannt und wird seit längerer Zeit beobachtet.» Insbesondere im Zusammenhang mit den Bauarbeiten an der Zürcherstrasse sowie der allgemeinen Verkehrsentwicklung hat die Belastung zugenommen.
Zwei Massnahmen wurden bereits beschlossen: Lastwagenfahrverbot im Hasli mit Ausnahme des Zubringerdienstes und zusätzliche Signalisation zur Sensibilisierung auf den Strassenzustand. Die Umsetzung dieser beiden Massnahmen hatte sich verzögert, da sich einzelne Signalisationen auf Kulturland befinden und es zu Einwendungen seitens der Grundeigentümerschaft kam. Diese Fragen konnten inzwischen geklärt werden. Die Fundamente für die Beschilderung wurden bereits gesetzt, die Umsetzung erfolgt planmässig nach Abschluss der formellen Verfahren.
Tempo-30-Zone erweitern, das geht laut Gemeinderat nicht
Zwei weitere geprüfte Sofortmassnahmen können aktuell nicht unmittelbar realisiert werden: Erweiterung der Tempo-30-Zone in Richtung Talstrasse und Temporeduktion auf 50 km/h auf der Albisstrasse. Das kantonale Departement Bau, Verkehr und Umwelt hat darauf hingewiesen, dass für beide Vorhaben gesetzliche Voraussetzungen erfüllt sein müssen. Insbesondere sind verkehrstechnische Gutachten gemäss Strassenverkehrsgesetz erforderlich. Zudem darf eine Tempo-30-Zone gemäss Vorschriften nur in unmittelbarem Zusammenhang mit einer Bebauung signalisiert werden.
Die Einführung von Tempo 30 auf sämtlichen Gemeindestrassen ist ein eigenständiges Projekt, das unabhängig von der Situation im Hasli bearbeitet wird. Entsprechende Konzepte wurden erarbeitet und mit dem Werkdienst vorbesprochen. Die Validierung durch die Regionalpolizei steht noch aus. Nach Abschluss aller Prüfungen wird das Vorhaben ordnungsgemäss publiziert. Es ist jedoch darauf hinzuweisen, dass eine generelle Einführung von Tempo 30 kurzfristig nicht umsetzbar ist und keine unmittelbare Verbesserung der Verkehrssituation im Hasli erwarten lässt.
Erreichbarkeit sicherstellen
Ein vollständiges Fahrverbot im Hasli wird derzeit nicht weiterverfolgt. Im Gebiet befinden sich Betriebe von öffentlichem Interesse wie das Murimoos oder Staublibeeren, deren Erreichbarkeit sichergestellt bleiben muss. Ein Vergleich mit früheren Verkehrsbeschränkungen in anderen Gebieten ist nur bedingt möglich, da dort keine publikumsorientierten Destinationen betroffen waren.
Im Rahmen der Bauarbeiten an der Zürcherstrasse wird unter anderem geprüft, ob temporäre Verkehrsführungen zusätzliche Entlastung bringen. Dabei sind auch mögliche Nebenwirkungen sorgfältig zu berücksichtigen. Auch die Frage verstärkter Geschwindigkeitskontrollen wird mit der Regionalpolizei besprochen. Der Gemeinderat, die Abteilung Bau und Planung und die Regionalpolizei beobachten die Situation weiterhin aufmerksam. Ziel bleibt es, die Verkehrssicherheit für Fussgängerinnen und Fussgänger sowie Velofahrende zu erhöhen und die Belastung für die Anwohnenden so gering wie möglich zu halten.
Lastwagen fahren trotzdem
Auf mehr als nur Verständnis hofften die Autoren und Mitunterzeichnenden des offenen Briefes. Christine Meyer spricht von Frust und von Enttäuschung. «Wir begreifen nicht, dass ein Durchgangsverbot nicht möglich ist.» Denn ein komplettes Fahrverbot, das haben die Anwohner des Hasli nie verlangt. «Zubringerdienst soll weiterhin gestattet sein, dann ist weder das Murimoos noch Staublibeeren negativ betroffen.» Es gehe ihnen nur um den Durchgangsverkehr. Fahrzeuge, die das Hasli passieren, ohne anzuhalten. «Wir wollen das in dieser Dimension nicht mehr.» Dass der Gemeinderat mit «öffentlichem Interesse» argumentiere, erachtet Meyer als suspekt.
Dass ihr offener Brief noch ohne erhoffte Wirkung blieb, entmutigt die Anwohner des Hasli nicht. «Wir geben nicht auf, kämpfen weiter.» Und erste Etappenziele sind erreicht. Beschilderungen mit Bodenwellen sind installiert und «wirken hoffentlich verkehrsberuhigend». Auch das Lastwagenverbot steht. «Vorgestern Vormittag passierten mindestens drei Lastwagen den Weiler, die nicht ins Murimoos fuhren», weiss Christine Meyer. Genau beobachten werden die Leute im Hasli die Verkehrssituation weiterhin. «Es gibt Ideen für weitere Aktionen», verrät Meyer. Zudem informiert der Gemeinderat, dass bei konkreten Verkehrsverstössen direkt die Regionalpolizei Muri unter Telefon 056 416 04 00 kontaktiert werden könne. «Das werden wir ganz sicher machen.» --gk/ake

