Fasnacht für die ganze Familie
30.01.2026 Fasnacht, Region OberfreiamtDie Familiengugge Konfettipfuser aus Auw wird 30 Jahre alt
Sie sind eine der Guggenmusiken im Freiamt. Doch sie sind speziell. Denn ihre Mitglieder sind Familien. Die meisten Tamburen-Majoren sind Frauen. Und noch etwas sei sehr speziell, sagt der aktuelle Präsident ...
Die Familiengugge Konfettipfuser aus Auw wird 30 Jahre alt
Sie sind eine der Guggenmusiken im Freiamt. Doch sie sind speziell. Denn ihre Mitglieder sind Familien. Die meisten Tamburen-Majoren sind Frauen. Und noch etwas sei sehr speziell, sagt der aktuelle Präsident André Kurmann. «Manche sind schon zum zweiten Mal Mitglied bei den Konfettipfusern.»
Verena Anna Wigger
Die erste Mitgliedschaft bei den Konfettipfusern beginnt als Kind. Zusammen mit den Eltern und Geschwistern wird man Teil des heute 75 Kopf starken Musikcorps. Aktuell sind 32 Erwachsene und 43 Kinder dabei. Sie nehmen an Umzügen teil oder spielen in Altersheimen der Umgebung. Mit Sack und Pack, allen Instrumenten und den Kindern, reisen sie in ihren privaten Autos. Dazwischen hat es auch einzelne Teenager, die in der Musik mitspielen. Denn auch bei der Auwer Guggenmusik gibt es Bedarf an Bläsern. Diese Einzelmitglieder haben einen Götti oder ein Gotti. Wie damals bei André Kurmann, dem aktuellen Präsidenten, dessen Götti Thomas Wenger, einer der Gründer und der erste Präsident war. Der Götti kümmert sich um seinen Patensohn während der Fasnachtseinsätze.
Kurmann erzählt aus seiner Erfahrung: «Ich wurde grösser und ging meinen eigenen Weg.» Seine Laufbahn führte ihn nach Sins: «Man wird Mitglied der Väntilwörger», erinnert er sich, an seine 15 Jahre. Daneben gehe das Leben weiter. Er lernt seine Frau Sandra kennen und sie gründen ihr Familie. Drei lebendige und lebensfrohe Kinder im Vorschulalter gehören heute dazu. «Ich war glaube ich ein Jahr nicht in der Guggenmusik», erinnert er sich an den Wechsel zurück zu den Konfettipfusern nach Auw.
Kurmann, der mit seiner Familie nun in Alikon wohnt, erzählt, dass in der Zeit seiner Rückkehr die Konfettipfuser eine Kontroverse durchlebt haben. Der «alte» Präsident Thomas Wenger übernahm damals für zwei Jahre nochmals das Präsidium. Dann wurde Kurmann neuer Präsident und seit vier Jahren ist er der Kopf der Familienguggenmusik. Kurmann sagt, «wir haben keine Nachwuchsprobleme. Wir sind eher genug.» Dennoch würden sie sich aktuell über ein paar Blechbläser oder Blechbläserinnen freuen.
Eine Frau gibt den Ton an
Der Einsatz der verschiedenen Instrumente war schon in der Gründerzeit eine Aufgabe, der sich die erste Tambouren-Majorin Edith Ebnöter stellte. Sie erinnert sich, dass sie froh war, dass einige Mitglieder ihrer Kolleginnen und Kollegen der Musikgesellschaft Auw dabei waren. Dies haben einen guten Grundstock für den Klang gegeben. Das hat sie sich zunutzen gemacht. «Wir haben Lieder gespielt, die bekannt sind und bei denen man schunkeln kann. Nichts Kompliziertes», sagt sie. Am meisten freut es sie, wie die Mitglieder mitzogen und sie unterstützt haben. Damals sei es eher ungewöhnlich gewesen, dass eine Frau eine Musik dirigiert. Dies hat sie rund sechs Jahre gemacht. Die Kinder hat sie im Rhythmus eingesetzt. «Die haben sich voll ins Zeug gelegt», schmunzelt sie. Eine der Mütter habe sogar einen Kinderwagen umgebaut und dort eine Pauke montiert. Ebnöter, die 20 Jahre Mitglied der Familienguggenmusik war, hat ihre ersten «Guggen-Erfahrungen» in ihrer Jugend im heimischen Wald ZH gemacht. Damals war sie als Bläserin mit ihrer Trompete dabei.
Regeln, die den Betrieb bis heute möglich machen
Bei den Konfettipfusern spielte sie als Majorin Trompete. Eingespielt haben sich auch die Beschlüsse aus der Gründung. Damals habe man festgelegt, dass höchstens vier bis fünf Proben vor der Fasnacht stattfinden. Der Beginn der Proben starte jeweils nach der Weihnacht. Dies bestätigt auch der aktuelle Präsident Kurmann, das habe man beibehalten. Und die Familienmusik gehe nur zu Auftritten in der offiziellen Fasnachtszeit. Dabei dürfen die Auftrittszeiten nicht später als 20 Uhr sein. Damit die Kinder immer mitspielen dürfen. Was Ebnöter auch geschätzt hat. «So konnte mindestens ein Elternteil anschliessend den Abend geniessen», weiss sie noch. «Es war cool, mit der Familie unterwegs zu sein», so ihr Fazit.
Ziel erreicht, Fasnacht neu geniessen
Edith Ebnöter hiess damals Fischer. Sie und ihr Mann René waren die Nachbarn des Ehepaars Wenger, welches die Gründungsidee hatte. Thomas und Antonia Wenger haben Freude am Musizieren. Musiker sind sie keine, sagt Thomas Wenger. Doch die Idee hatten sie bereits, als sie in Cham eine Gugge gründen wollten. Damals scheiterte das Projekt an der Organisation, erinnert sich Wenger noch. Als sie in Auw das Haus gekauft haben, «lernten wir coole Leute kennen», sagt er. Wenger ist heute noch Mitglied der Konfettipfuser. Sein Ziel ist es, 30 Jahre als Mitglied zu erleben und dies zu feiern. So ist die bevorstehende Saison seine letzte als Aktivmitglied. «Vielleicht werde ich im nächsten Jahr, die Enkelkinder an der Fasnacht abholen», damit die Eltern sich auch mal den Abend freinehmen können, sinniert er. In seiner Aktivzeit war er zweimal Präsident. Heute freut er sich, dass alle Kinder und alle Enkel dabei sind. Auch freut es ihn, dass seine älteste Tochter Cécile die aktuelle Tambouren-Majorin und sein Sohn Josua Rhythmus-Chef ist. Auch die jüngste Tochter Rahel, welche vor 30 Jahren noch nicht auf der Welt war, ist mit ihren Töchtern dabei. Sein Schwiegersohn Marcel Gärtner, der in der bekannten Freiämter Blasmusikformation Sixpäck spielt, arrangiert die Stücke, welche die Familien-Gugge ins Repertoire aufnimmt. «Primär ist die musikalische Qualität immer gestiegen», sagt der Opa und Mitbegründer der Familien-Gugge. Er wünscht seinem «Baby», wie er die Formation neckisch nennt, «dass der Zusammenhalt der Familien und der Kinder untereinander so gut bleibt», so Wenger.
Ein galaktischer Jubiläumsball
Die Familienmusik erneuert ihr Kostüme alle fünf Jahre, erklärt André Kurmann. Was heisst: Zum Jubiläum gibt es ein neues Thema. Nach den Sujets Wasser, Paradiesvögel, Füür und Flamme, Elfen und Trolle, Eiszeit und Afrika geht es diesmal in die «Galaxy». «Ab ins All» heisst das Motto für den Jubiläumsball.
Dazu haben Sandra Kurmann und Andrea Schmid eine Fasnachts-Zeitung zum Jubiläum veröffentlicht. Alle Haushalte in Auw und Rüstenschwil wurden damit beliefert. Das Auftrittsprogramm wurde zurückgeschraubt, damit sie den Mehraufwand für den Ball stemmen können.
Seit dem Herbst sind sie fleissig am Basteln, damit die Dekoration für die Halle fertig wird. Sternen, Raketen und Planeten entstehen für ein stimmungsvolles Ambiente. Am Freitag, 13. Februar, heben sie zusammen mit allen Besuchern ab. In der Mehrzweckhalle gibt es am Nachmittag den Kinderball von 15.30 bis 18.30 Uhr und nach dem anschliessenden Monster geht es um 19.30 Uhr mit der Party «Ab ins All» los. Der Vorverkauf läuft bereits, im Volg in Auw können die galaktischen Tickets bezogen werden.



