Freude und Respekt fahren mit
08.07.2025 Wohlen, Muri, RadsportBerufsbildungszentrum BBZ Wohlen: Biketour ans Mittelmeer in Muri gestartet – Ziel am Freitag
Sie sind unterwegs, die mutigen BBZler auf dem Fahrrad. Am Samstag startete die Tour. Für die 34 Teilnehmenden stellen die sieben Etappen ans Mittelmeer eine ...
Berufsbildungszentrum BBZ Wohlen: Biketour ans Mittelmeer in Muri gestartet – Ziel am Freitag
Sie sind unterwegs, die mutigen BBZler auf dem Fahrrad. Am Samstag startete die Tour. Für die 34 Teilnehmenden stellen die sieben Etappen ans Mittelmeer eine Herausforderung dar. Aber sie wollen das Erlebnis auch geniessen.
Daniel Marti
«Wir sind alle bereit», sagte Martin Erne am frühen Samstagmorgen. Um ihn herum versammelten sich die Teilnehmenden der BBZ-Biketour. Pünktlich waren alle startbereit. Begleitet von Eltern, Freunden und Freundinnen wurde der Treffpunkt bei der Raiffeisenbank Muri von den jungen Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrern in Beschlag genommen, während Martin Erne sämtliche Koffer in sein Begleitfahrzeug packte. Er spüre auch den Respekt der jungen Menschen, erklärte er, währenddem er Koffer für Koffer verstaute. Logisch, es warteten sieben Etappen oder gesamthaft 713 Kilometer mit 5000 Höhenmetern. Eine Tour mit vielen Herausforderungen. Die Reise nach Sottomarina di Chioggia in Italien ist also nicht ohne. «Und sie ist happiger und nahrhafter als die Strecke nach Südfrankreich ans Mittelmeer», fügte Erne noch an. Italien und Südfrankreich – diese beiden Varianten werden abwechslungsweise von den BBZ-Tourverantwortlichen angesteuert.
Paul Huwiler: Dabei sein ist Ehrensache
Einer, der fast immer dabei ist, wenn es irgendwie geht, ist Paul Huwiler. Der Wohler ist Präsident des Schulvorstandes des Berufsbildungszentrums. Auch Huwiler hatte wie so viele andere vor dem Start Respekt. Sein Vorbereitungsstand sei nicht ganz so gut wie sonst, gab er zu. Bei anderen Austragungen hatte er stets so um die 700 Vorbereitungskilometer in den Beinen, heuer nur 500. Er sei rund um den Betrieb des sanierten Chappelehofs halt ziemlich ausgelastet, sagte Huwiler, der in seiner Funktion als Präsident des Vereins St. Leonhard auch zum Chappelehof schaut.
Vor allem die Höhenmeter, die auf ihn warten, beschäftigen Huwiler vor dem Tourstart. Aber er werde sie alle meistern, versprach er. Als Schulvorstand sei es fast schon Pflicht, bei der Velofahrt ans Mittelmeer dabei zu sein, meinte er noch. «Alle gehen hier respektvoll und freundlich miteinander um», weiss er aus Erfahrung. Aber hauptsächlich wolle er die Fahrt ans Mittelmeer geniessen. «Wir sind wie eine grosse Familie», sagte Projektleiter Martin Erne dazu.
Paul Huwiler ist nun zum sechsten Mal dabei. Und das bei neun Austragungen. Viermal wurde er von seiner Frau Gisela begleitet, heuer ist es Schulvorstandsmitglied Tobias Knecht, der zum Team Huwiler zählt. Die Schulvorstände Roland Vogt (Wohlen) und Simon Zubler (Waltenschwil) leisteten immerhin Gesellschaft vor dem Beginn der sieben Etappen.
Wertvoller Ratschlag: «Es ist kein Rennen»
Begeistert vom Grossaufmarsch bei seiner Bank war Marc Jordan von der Raiffeisenbank Muri. Drinnen gab es vor dem Start noch ein stärkendes Frühstück. Und da wandte sich der Vorsitzende der Bankleitung und Leiter der Geschäftsstelle Muri an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Im Jahr 2011 hat der Start der BBZ-Tour bereits in Muri stattgefunden. Damals habe er sich inspirieren lassen von den jungen Menschen, gab Jordan bei seiner Begrüssung zu. Und so nahm er dann eine Tour an die Ostsee unter die Räder. Dies sei ein besonderes Erlebnis gewesen.
Die Raiffeisenbanken im Freiamt und die IB Wohlen AG übernahmen auch heuer das Sponsoring. «Das passt», so Jordan, «das Freiamt ist ja unser Einzugsgebiet, das gilt auch für das BBZ.» Dank diesen beiden Unternehmen konnten die Kosten für die Teilnehmenden praktisch halbiert werden. Eine schöne Geste. «Es ist toll, wie schnell die Plätze für diese Tour vergeben waren», betonte Jordan noch. 34 junge Radfahrerinnen und Radfahrer vom BBZ Freiamt konnte er bestens gestärkt auf die Reise nach Italien ans Mittelmeer schicken.
Auch Martin Erne gab vor dem Start noch wichtige Ratschläge. Die erste Etappe, die nach Mols an den Walensee führte, sei praktisch ein Einfahrtag. «Hört auf euch. Versucht, immer das gleiche Tempo zu fahren. Es ist kein Rennen. Und immer Helm auf», sagte er. «Und am Walensee gibt es dann einen Sprung ins Wasser, einen grösseren Hotelpool gibt es dann auf der gesamten Tour nicht mehr.»
Herausforderung für Handbiker Cornel Villiger
Ein Teilnehmer freute sich ganz speziell auf diesen Trip. Cornel Villiger, ehemaliger Rollstuhlsportler. Im Jahr 2017 stieg er aufs Handbike um. Villiger nahm an den Weltmeisterschaften in den Jahren 2018 und 2019 teil, und zwar im Strassenrennen und im Zeitfahren. Er belegte dabei die Ränge zwischen 17 und 31.
Ähnliche Platzierungen schauten an den European Para Championships vor zwei Jahren in Rotterdam heraus. «Ich freue mich riesig auf diese Tour», liess Cornel Villiger alle wissen. Sonst sei er sich an Wettkämpfe gewöhnt, erklärte er weiter, «aber ich habe auch den nötigen Respekt vor dieser Tour». Vor allem die Distanzen der Etappen und die Höhenmeter seien für ihn nicht alltäglich. Auf der Fläche werde er wohl ein bisschen schneller unterwegs sein als die Velofahrer, vermutete er noch. Aber letztlich geht es auch bei ihm um den Teamgedanken.
Am Freitag lockt der Sprung ins Mittelmeer
Bis zum Gardasee wird Cornel Villiger dabei sein können, danach wird er zur Familie heimkehren müssen. Das sei aber nicht weiter schlimm, die Freude sei trotzdem riesig.
Heute Dienstag steht bei der BBZ-Tour die längste Etappe an, von Nauders nach Salurn sind es 142 Kilometer. Die eigentliche Königsetappe war gestern Montag, da ging es über den Arlberg. Am kommenden Freitag geht die Tour zu Ende. Da winkt bei Sottomarina, 60 Kilometer von Padova entfernt, der erfrischende Sprung ins Mittelmeer.