Gefordert im Ressort Personal
01.05.2026 Sins, Region OberfreiamtGelungener Start
Jakob Sidler: Seit vier Monaten Ammann in Sins
Anfang Jahr hat in Sins Jakob Sidler als Gemeindeammann von Josef Huwiler übernommen. «Wir sind recht gut gestartet», vermeldet er nach vier Monaten im neuen Amt. Gefordert sei ...
Gelungener Start
Jakob Sidler: Seit vier Monaten Ammann in Sins
Anfang Jahr hat in Sins Jakob Sidler als Gemeindeammann von Josef Huwiler übernommen. «Wir sind recht gut gestartet», vermeldet er nach vier Monaten im neuen Amt. Gefordert sei er bezüglich Personalplanung gewesen: Mehrere Mitarbeitende traten im Januar ihre Stelle auf der Kanzlei an. Zudem konnte für die verwaiste Position der Leitung Finanzen eine definitive Lösung gefunden werden. --tst
Vier Monate im Amt: Jakob Sidler, neuer Gemeindeammann von Sins, zieht Zwischenbilanz
Mit dem neuen Busbahnhof und der Schulraumplanung hat der Gemeinderat Sins für die soeben gestartete Legislatur bedeutende Projekte vor sich. Eine Herausforderung ist auch der Fachkräftemangel. Wobei bereits wichtige Personalien geklärt werden konnten.
Thomas Stöckli
«Wir sind recht gut gestartet», vermeldet Jakob Sidler. Per Anfang Jahr hat er als Gemeindeammann von Josef Huwiler übernommen. Chiara Bühlmann komplettiert das Gemeinderatsgremium. «Wir waren vorher schon gut aufgestellt und sind es auch jetzt», zieht der neue Ammann nach vier Monaten Zwischenbilanz. Für ihn persönlich halten sich die Überraschungen ebenfalls in Grenzen. Schliesslich bringt er eine Legislatur Erfahrung als Gemeinderat mit und hatte zuvor schon als Schulpflegepräsident Verantwortung übernommen. Auffällig sei, dass er im Dorf vermehrt erkannt und mit dem Titel angesprochen werde, als «Herr Gemeindeammann», stellt er fest.
Gute Leute gefunden
Die bisher grösste Herausforderung habe er in seinem zusätzlichen Ressort erlebt, so Sidler weiter: Als Ammann ist er neu auch fürs Personal verantwortlich. Und da haben im Januar gleich einige Mitarbeitende ihre Stelle auf der Kanzlei angetreten. Keine Selbstverständlichkeit, ist doch der Fachkräftemangel auch auf den Verwaltungen ein Thema – insbesondere auf der Ebene Abteilungsleitung. «Da braucht es die entsprechenden Weiterbildungen und Motivation.»
Entsprechend hoch schätzt er es ein, dass für die verwaiste Position der Leitung Finanzen eine definitive Lösung gefunden werden konnte. Die neue Abteilungsleitung werde ihre Stelle im Sommer antreten, so Sidler. «Für die Kanzlei haben wir sehr gute Leute gefunden», freut er sich. Dass dies auch für die Abteilung Finanzen gilt, ist er zuversichtlich: «Das wird sich im Sommer zeigen.»
Die Vakanz in der wichtigen Position wirkt sich allerdings auf die Legislaturplanung aus, die als Entwurf bereits vorliegt. So fehlen gemäss Gemeindeammann derzeit wichtige Inputs, um die grösseren Investitionsprojekte konkretisieren zu können. Von denen hat der Gemeinderat gleich zwei in Aussicht: einerseits den neuen Busbahnhof, der schwellenlosen Zugang gewährleisten und auch grösseren Gelenkbussen die Anfahrt ermöglichen soll. Der Baukredit soll auf die Winter- «Gmeind» spruchreif sein. «Wir sind ihn am Finalisieren und probieren, die Kosten noch etwas zu senken», sagt Sidler.
Umfassende Schulraumplanung
Andererseits ist im Rahmen der laufenden Schulraumplanung ein Schulhaus-Ersatzneubau am Standort Oberstufe in Vorbereitung. Konkret soll das alte Primarschulhaus einem Neubau weichen. So will der Gemeinderat den zusätzlichen Raumbedarf für moderne Unterrichtsformen decken. Darüber hinaus sollen auch der Werkunterricht, der seit rund zehn Jahren in ein Provisorium ausgelagert ist, und die Schulküche, die vor bald einem halben Jahrhundert «provisorisch» in einem Privathaus untergebracht wurde, wieder integriert werden. Sidler beschreibt dazu die Vision eines Oberstufen-Schulcampus, der alle Angebote an einem Ort vereint.
Ob der Planungskredit noch dieses Jahr an die «Gmeind» kommen kann, steht noch nicht fest. «Im Sommer sicher noch nicht», betont Jakob Sidler.
Klar ist: Der Ersatzneubau soll nur die erste Etappe einer umfassenden Schulraumplanung sein. Weitere werden folgen, wobei sich der Fokus da auf die dringend notwendigen Sanierungen von bestehender Infrastruktur richtet. Wie stark die einzelnen Massnahmen etappiert werden müssen, um finanziell gestemmt werden zu können, das müsse sich noch zeigen, so Sidler – womit sich der Kreis zur Vakanz in der Finanzverwaltung schliesst.
Gemeinde soll attraktiv sein
Klar ist: Am Steuerfuss will der Gemeinderat nach Möglichkeit nicht schrauben. Grundsätzlich ausschliessen lasse sich eine Steuererhöhung allerdings auch nicht, so Sidler. Ein allfälliger Bedarf hänge schliesslich nicht nur von den Investitionsabsichten ab, sondern auch von Faktoren, die auf kommunaler Ebene kaum beeinflusst werden können. Als Beispiele seien veränderte Rahmenbedingungen auf nationaler oder kantonaler Ebene oder die gesamtwirtschaftliche Entwicklung erwähnt. Unklar ist derweil auch, wie gross das finanzielle Polster sein wird, das durch den Verkauf des unüberbauten gemeindeeigenen Wohnbau-Areals Langweid in die Gemeindekassen fliessen wird.
«Das politische Wirken macht mir Freude», fasst Jakob Sidler zusammen: «Die Menschen sollen eine gute Grundlage haben, zum Leben, zum Arbeiten und um ihre Freizeit hier zu verbringen.» So sei es dem Gemeinderat auch ein Anliegen, das Gewerbe und die Freizeit-Angebote der Vereine zu unterstützen, wo sich die Möglichkeit biete. Schlussendlich zahle sich eine hohe Standortattraktivität auch bezüglich Steuereinnahmen wieder aus.
Raum zum Leben und Arbeiten
Eine langfristig nachhaltige Entwicklung im Sinne der kommenden Generationen, das heisse auch, sich nicht zu überschulden und sich in der Raumentwicklung nichts zu verbauen. «Sins will schauen, dass KMU sich entwickeln können», wird er konkreter, «darauf müssen wir raumplanerisch achten.»
Angesichts des Siedlungsdrucks aus dem Kanton Zug seien zudem neue Mobilitätsformen und ÖV-Anbindung gefragt. «Wir müssen Lösungen denken, die über Kantonsgrenzen hinausgehen», so der Gemeindeammann. «Auch wenn Taxito nicht funktioniert hat, müssen wir trotzdem offen bleiben für neue Ideen», ist er überzeugt.


