Genuss und Ehrgeiz
16.01.2026 Eishockey, SportEin besonderes Jahr
Fabio Rampa ist Teil des Eishockey-Nationalteams
Seit 2017 ist Fabio Rampa aus Aristau als Physiotherapeut mit dem Schweizer Eishockey-Nationalteam unterwegs. In dieser Funktion hat er schon einiges erlebt. Dieses Jahr gibt es für ...
Ein besonderes Jahr
Fabio Rampa ist Teil des Eishockey-Nationalteams
Seit 2017 ist Fabio Rampa aus Aristau als Physiotherapeut mit dem Schweizer Eishockey-Nationalteam unterwegs. In dieser Funktion hat er schon einiges erlebt. Dieses Jahr gibt es für ihn aber zwei Premieren. Es werden seine ersten Olympischen Spiele in Europa und die erste Weltmeisterschaft in der Schweiz. Der gebürtige Tessiner freut sich darauf. --jl
Fabio Rampa vor den Olympischen Spielen und der Heim-WM
Der Aristauer Fabio Rampa ist Physiotherapeut des Schweizer Eishockey-Nationalteams. In dieser Rolle steht ihm ein besonderes Jahr mit zwei Grossanlässen in unmittelbarer Nähe bevor.
Josip Lasic
Anfang Februar macht sich das Schweizer Eishockey-Nationalteam auf den Weg in Richtung Mailand. Mit dem Spiel gegen Frankreich am 12. Februar starten die Schweizer ins Olympia-Abenteuer. Mit dabei ist auch Fabio Rampa aus Aristau. Für den Physiotherapeut des Nationalteams wird es die vierte Olympia-Teilnahme. 2012 in London war er noch Physiotherapeut des Rudernationalteams. In Pyeongchang 2018 und Peking 2022 begleitete er das Eishockey-Nationalteam. «Zum ersten Mal seit 2006 kehren die Olympischen Winterspiele nach Europa zurück und ich darf ein Teil dieses besonderen Ereignisses sein. Ich freue mich sehr darauf.»
Die Vorfreude auf dieses Jahr wird noch grösser, weil im Mai die Heim-Weltmeisterschaft in Zürich und Fribourg ansteht. 2020 hätte das Turnier bereits in der Schweiz stattfinden sollen, wurde aber wegen der Coronapandemie abgesagt. Auch die letzten Olympischen Spiele in Peking waren noch von den Massnahmen zur Bekämpfung der Pandemie geprägt. Zudem war das Interesse an Eishockey in China, wie auch 2018 in Südkorea, nicht so gross. «Jetzt werden es zwei spezielle Turniere», erklärt Rampa, der in Lugano aufgewachsen ist. «Olympische Spiele in Norditalien fühlen sich aufgrund der Nähe wie ein Heimturnier an. Freunde und Familie können vor Ort sein, ich verstehe die Sprache und kenne mich aus. Das ist ein besonderes Gefühl.»
Reicht es diesmal für Gold?
Rampa, der eine eigene Physiotherapie-Praxis in Obfelden führt, ist auch sportlich ehrgeizig. «Es ist jedes Mal eine Ehre, sein Land repräsentieren zu dürfen. Natürlich sind wir Staffmitglieder im Gegensatz zu den Sportlern eher im Hintergrund. Aber wir schaffen die Rahmenbedingungen, damit die Spieler sich auf ihre Leistungen fokussieren können. Wir spüren im Team, dass unsere Arbeit ein wichtiger Bestandteil des Ganzen ist», so Rampa. «Ich bin seit 2017 Teil des Teams. Das ist eine Ehre für mich. Offenbar passt mein Beitrag gut ins Team.» An den Olympischen Spielen hofft er darauf, dass die Schweiz möglichst weit kommt. «Am liebsten wäre mir natürlich die Goldmedaille. Ganz so einfach wird es aber nicht. Die NHL pausiert dann, und alle Teams werden mit den bestmöglichen Spielern antreten. Es wird eine Freude, dieses Niveau zu sehen. Aber die Konkurrenz ist stark. Ich hoffe, dass wir das Turnier rocken und den Zuschauern Freude bereiten.»
Für die Weltmeisterschaft sind die Ambitionen grösser. Seit Rampa Mitglied des Nationalteam-Staffs ist, stand die Schweiz dreimal im WM-Final. 2018 in Dänemark gegen Schweden, 2024 in Tschechien gegen den Gastgeber und letztes Jahr in Schweden und Dänemark gegen die USA. Dreimal gingen die Schweizer als Verlierer vom Eis. Rampa erinnert sich, dass besonders im Final 2024 die Tschechen von ihrem Publikum beflügelt waren. Die Hoffnung ist, dass die Schweiz jetzt ihren Heimvorteil nutzen und den WM-Titel holen kann. «Sportlich hat das Team die letzten Jahre jedenfalls gezeigt, dass es das Potenzial dazu hätte. In den Finals hat oft auch Glück gefehlt.»
Begeisterung bei den Menschen auslösen
Die Vorfreude auf die Atmosphäre vor eigenem Publikum ist gross. Rampa erinnert sich an die Stimmung, die letztes Jahr in Dänemark herrschte. «Unter den Schweizer Fans gab es eine riesige Euphorie. Man konnte zahlreiche Schweizer in den Städten antreffen, die voller Begeisterung waren. In Zürich wird das sicher noch intensiver. Unser primäres Ziel ist es, sportlich erfolgreich zu sein. Mit starken Auftritten wollen wir gleichzeitig den Schweizer Fans Freude bereiten und Begeisterung auslösen. Und es ist das letzte Turnier unter Trainer Patrick Fischer. Da werden die Spieler sicher zusätzlich motiviert sein, ihm ein Abschiedsgeschenk zu bereiten.» Die beiden Turniere in der Nähe erleichtern dem Physiotherapeuten auch die Arbeit. Letztes Jahr gab es vor der WM viel logistischen Aufwand für ihn und den restlichen Staff. Während die Nati am Freitag vor dem Turnier noch in Kloten trainierte, fuhr Rampa mit anderen Staffmitgliedern nach Brünn und richtete die Garderobe ein, damit sie bereit war, als das Team am nächsten Tag für das Spiel gegen Finnland eintraf. Am Sonntag packten sie alles zusammen und reisten nach Dänemark. «Wichtig war, nichts zu vergessen. Jetzt könnte ich während der WM schnell nach Kloten fahren und Sachen holen. In Mailand geht das zwar nicht ganz so schnell, aber immer noch leichter als aus Peking. Allgemein ist vieles einfacher. Wir wissen, wo wir uns verpflegen könnten, wo alles zu finden ist, können uns einfach verständigen.»
Nach Olympia und der WM endet die Ära von Nationaltrainer Patrick Fischer. Jan Cadieux übernimmt das Amt. Fabio Rampa wird Teil des Staffs bleiben. «Diese Arbeit macht mir immer noch grossen Spass. Ich möchte die beiden Turniere jetzt aber trotzdem geniessen.»


