Gross träumen – das Beste erwarten
17.03.2026 WohlenPremiere im Sternensaal: Sina fragt: Wiä geits …? Eva Wannenmacher antwortete und begeisterte das Publikum
Das neue Musik- und Gesprächsformat im Sternensaal ist geglückt. Sina fragte und Eva Wannenmacher antwortete vor ausverkauftem Haus. Die ...
Premiere im Sternensaal: Sina fragt: Wiä geits …? Eva Wannenmacher antwortete und begeisterte das Publikum
Das neue Musik- und Gesprächsformat im Sternensaal ist geglückt. Sina fragte und Eva Wannenmacher antwortete vor ausverkauftem Haus. Die Sängerin und die TV-Frau sorgten für beste Unterhaltung.
Daniel Marti
Sie habe einfach mal nachgefragt, wie das denn mit dem neuen Format sein könnte, sagte Sina, die Sängerin aus dem Wallis, die am Hallwilersee lebt. «Und die Leute vom Sternensaal waren total begeistert und haben mir den roten Teppich ausgelegt», blickte sie zurück. Sina fragt: Wiä geits …? Ein neues Format. Erfrischend, informativ, unterhaltsam war die Premiere. Dies lag einerseits an Sina selbst, eine wahre Entertainerin, und andererseits an Eva Wannenmacher, die aus ihrem spannenden Leben erzählte. Und zwischendurch gab es ein paar Songs von Sina.
Die Zuschauerinnen und Zuschauer waren jedenfalls von der Premiere begeistert. Ihre «Gästin» sei eine Aargauerin, «wie ich», betonte die Walliserin. Hauptsächlich sei Eva Wannenmacher bekannt als «blutjunges Gesicht» der Sendung «10 vor 10», sie sei wie ein «Labor der Lebensfreude, und darüber wollen wir viel wissen. Wie auch über die Macht der Kommunikation.» Und Eva Wannenmacher liess keine Antwort aus. Authentisch und offen gab sie sich. Vielleicht lag es auch an der «Rosa Rose» oder am «Pfarrerssohn», zwei Drinks für die beiden Hauptdarstellerinnen des Sternensaal-Abends.
Von Zufikon aus zum Gesicht der Schweiz
In Bremgarten sei sie aufgewachsen, heisst es immer wieder. «Nein, Zufikon ist meine Heimat», korrigierte sie. Und in Zürich wohnt die Mutter von zwei Töchtern und eines Sohnes. Und jetzt, als sie durch den Wohler Wald gefahren sei, «hat es mich so richtig angeheimatet». Die KV-Schule besuchte sie in Wohlen, und hier hats auch erstmals gefunkt mit dem ersten Freund
Beim «Bremgarter Bezirks-Anzeiger» startete sie in ihre Journalismus-Karriere. 1994 lockte der Zürcher Privatsender TeleZüri. Und ab April 1998 wurde Eva Wannenmacher als Moderatorin der Nachrichtensendung «10vor10» im Schweizer Fernsehen der ganzen Deutschschweiz bekannt. Bis im Dezember 2000 war sie das junge Gesicht der Schweiz. Es folgten TV3, Big Brother, und ab 2002 bis 2011 kehrte sie für die Sendung «Kulturplatz» zum Schweizer Fernsehen zurück. Im letzten Jahr verliess sie SRF definitiv, heute arbeitet Wannenmacher als Business-Coach. Nach 30 Jahren am TV-Bildschirm wagte die Moderatorin den Schritt in die Selbstständigkeit.
Die totale Überforderung als «Super Woman»
Als Mitglied des Gründerteams von TeleZüri habe sie «Tag und Nacht gearbeitet», erklärte sie. «Und mit 27 Jahren kamen die Scheinwerfer. Damals hatte das Fernsehen noch eine ganz andere Bedeutung, und ich stand für einen Generationenwechsel. Die junge Blonde kam in den Olymp.»
Praktisch aus dem Nichts sei sie gekommen. Und viele Konkurrentinnen hätten auch gerne dorthin gewollt, an den Moderationstisch von «10 vor 10», sprach sie den Neid schonungslos an. «Viele Mitbewerberinnen warteten auf die Preise, die ich schon lange erhalten habe.» Das Gesicht der Nation zu sein, «das war allerdings nicht immer lustig. Es war zwar toll, aber auch anstrengend.» Die Öffentlichkeit sei förmlich auf sie eingestürzt.
Sie sei eben die «Super Woman» gewesen, ergänzt Sina. Ach was, erwiderte Wannenmacher, «es war die totale Überforderung». Und sowieso, sie habe doch nicht der ganzen Schweiz gehört.
Eva Wannenmacher wollte lieber Revoluzzer und Revolutionärin sein und schon gar nicht jedermanns Darling. Und selbstkritisch ist die 55-Jährige auch: «Ich würde heute meinem halb so alten Ich gerne ein paar Tipps geben.»
«Ich sehe immer das Gute»
Als sogenanntes «Schätzchen der Nation» ging sie zur Sendung «Big Brother» und TV3, um zu erkennen, dass sie diese Domäne gar nicht beherrscht. Dafür war der tolle Vertrag lukrativ.
Ob sie denn ganz ohne Angst durchs Leben gehe, wollte Sina wissen. Frei von Angst zu sein, das sei nicht die totale Wahrheit, so Wannenmacher. «Ich war oft mutig, aber nie ohne Angst.» Sie habe ein Ur-Vertrauen, «und ich sehe immer das Gute, damit kommt man doch besser durch den Tag». Selbst dann, als sie etliche Promis traf für die Sendung «Kulturplatz». Zudem meditiert Wannenmacher jeden Tag seit zwanzig Jahren. So finde sie bereits am Morgen den Fokus für den Tag. Und sie glaube fest daran, «dass man das bekommt, was man erwartet».
Und an diesem Punkt lebt Eva Wannenmacher ihre eigene Philosophie: «Man soll und darf gross träumen und das Beste erwarten», obwohl gerade in der Schweiz Bescheidenheit gelehrt werde. Das gilt auch heute als Business Coach. Da versucht sie allen Menschen auf Augenhöhe zu begegnen und mit Respekt. Da duldet sie kein «Anschmachten» von mächtigen Männern. Die Menschen gehen da bewusst auf Eva Wannenmacher zu, und dies sei eine Art «Bewusstwerdung».
«Ich liebte Diego Maradona»
Es ging bei Sina und Eva Wannenmacher nicht nur um Business. Sondern auch um Persönliches. Am Familientisch in Zufikon wurde früher oft über Politik und Sport, speziell über Fussball diskutiert. Und an der Fussball-Weltmeisterschaft 1986 schafften es Deutschland und Argentinien in den Final. Ihr Vater tippte auf Deutschland. Eva, damals 15, wünschte sich Argentinien als Weltmeister, was dann beim 3:2-Sieg auch so passierte. «Denn ich liebte Diego Maradona», gestand sie 40 Jahre später im Sternensaal.
Auch dieser Liebesbeweis passt bestens zu Eva Wannenmacher. «Wir Menschen hören eben gerne Geschichten», betonte sie. Nur Kurzgeschichten wollte Sina zum Abschluss hören. Die eigenen Kinder aufwachsen zu sehen, sei das Prägendste in ihrem Leben gewesen. «Das ist unfassbar schön.» Was hat sie sich einfacher vorgestellt? «Das Älterwerden.» Und welche Emotionen sind am schwierigsten in Worte zu fassen? «Die Vergänglichkeit.» Was sei das Schwierige daran, entgegnete Wannenmacher, «ich habe doch stets etwas zu sagen». Stimmt.
Pfarrerssohn zeigte Wirkung
Selbstbewusst, frech und direkt. Auch darum haben die beiden Frauen beste Unterhaltung geboten. Sina freute sich über eine geglückte Premiere, «ich spüre das Publikum». Und Eva Wannenmacher war begeistert über eine wunderbare Talkshow. «Mir geht es super», sagte sie zum Schluss. «Auch wegen des Sohns des Pfarrers.» Damit meinte sie nicht eine weitere Liebelei, sondern den offerierten Drink.


