Hörgenuss vom Feinsten
10.03.2026 Wohlen, MusikKantiforum präsentiert Giuseppe Verdis «Requiem»
Kantichor, Chor und Orchester Musikverein Lenzburg und Solisten präsentieren unter der Leitung von Beat Wälti einen absoluten Hörgenuss in der katholischen Kirche.
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Kantiforum präsentiert Giuseppe Verdis «Requiem»
Kantichor, Chor und Orchester Musikverein Lenzburg und Solisten präsentieren unter der Leitung von Beat Wälti einen absoluten Hörgenuss in der katholischen Kirche.
Die katholische Kirche ist restlos ausverkauft. Denn die Konzerte unter Leitung von Beat Wälti überzeugen immer wieder durch ihre Qualität und ihren Hörgenuss. Der Kantichor setzt sich aus rund 90 singbegeisterten Schülern und einigen Lehrkräften zusammen. Geleitet werden sie von den Schulmusikern Beat Wälti und Walter Siegel.
Für das geistliche Programm «Requiem» bekommt der Kantichor Verstärkung vom Chor und dem Orchester des Musikvereins Lenzburg. Es braucht eine gute Planung, damit alle rund 200 Sänger und Musiker ihren Platz im Altarraum finden. So ist sowohl auf den Kirchenbänken wie auch auf der Bühne der Raum knapp bemessen und eng.
Von Verdi in den Bann gezogen
Der Kantichor hat seit August wöchentlich eine Stunde an Verdi gearbeitet. «Das Stück war für viele Schülerinnen und Schüler sicherlich recht weit weg von ihrem Erfahrungshorizont, aber Verdis expressive Musiksprache und sein gut wahrnehmbares menschliches Fühlen haben die jungen Leute sofort in den Bann gezogen», erklärt Beat Wälti.
Vor den Konzerten in Möriken-Wildegg und Wohlen stieg die Spannung. Bei den drei grossen Tutti-Proben in der letzten Woche, mit Orchester und Solisten, spürten alle, dass sie ein Teil einer grossen Schicksalsgemeinschaft sind. Alle haben den Sog gespürt und alle wurden von einem regelrechten «Verdi-Fieber» gepackt. «Nach den Konzerten spürt man einen gewissen Stolz und Befriedigung, das Projekt mitgetragen zu haben», äussert sich Wälti zu seinen Schülern.
Bei der Auswahl der Programme gilt es aus Sicht der Chorleiter stets, die Anforderungen und das Potenzial im Auge zu behalten. «Ich wusste, dass wir dieses Jahr viele geübte und tolle junge Musiker in unsern Reihen haben, Leute, die mir auch vertrauen, so gab es keine grossen Schwierigkeiten mit der Umsetzung dieses Projekts», erklärt der Musiklehrer. «Der Musikverein Lenzburg freute sich aufgrund der Erfahrung vor elf Jahren mit dem gemeinsam gestalteten, erfolgreichen Brahms-Projekt auf die Zusammenarbeit mit den jungen Sängerinnen und Sängern.»
Die beiden Chöre haben im Januar eine gemeinsame Probe durchgeführt, die zeigte, was schon gut läuft und wo man sich noch besser vorbereiten musste. Danach kam man erst wieder bei den drei grossen Tutti-Proben zum gemeinsamen Musizieren.
Komponist und Grossmeister der Oper
Giuseppe Verdi war ein Grossmeister der Oper und schrieb ausschliesslich auf Italienisch und Latein. Die Chormusik war für den berühmten Komponisten eher eine Nebensache. Trotzdem schrieb er mit «Messa da Requiem» ein hervorragendes Chorstück geistlicher Art. Als Ausgangspunkt seines «Requiems» diente Verdi das bereits fertiggestellte «Libera me». Es handelt sich musikalisch um einen ausgesprochen vielgestaltigen Satz.
Dementsprechend hören die Konzertbesucher abwechslungsweise den Chor mit oder ohne Solisten oder die Solisten einzeln, im Duett oder als Quartett. Die Harmonie einzelner Passagen fasziniert die Zuhörer und man sieht hie und da einzelne Konzertbesucher, die sich mit geschlossenen Augen ganz dem Konzert hingeben.
Während des ganzen Konzerts wird auf den Applaus verzichtet, um die Konzentration der Sänger und Musiker nicht zu stören. Dafür dauern die Standing Ovations am Schluss um einiges länger und alle werden mit Gratulationen zur erfolgreichen Präsentation überschüttet. --mo

