Isler-Areal nicht verschandeln
27.01.2026 Wohlen, Baugewerbe, ParteienMotion der Fraktion Die Mitte/Dorfteil Anglikon zum Stach-Bauprojekt
Das Bauprojekt Stach sorgt weiter für Unmut. Dies auch, weil während der Bauzeit längere Zeit Land auf dem benachbarten Isler-Areal beansprucht wird. Nun reicht die Fraktion Die ...
Motion der Fraktion Die Mitte/Dorfteil Anglikon zum Stach-Bauprojekt
Das Bauprojekt Stach sorgt weiter für Unmut. Dies auch, weil während der Bauzeit längere Zeit Land auf dem benachbarten Isler-Areal beansprucht wird. Nun reicht die Fraktion Die Mitte/Dorfteil Anglikon eine Motion ein. Sie will nicht, dass das Land genutzt werden kann.
Chregi Hansen
Die geplante Überbauung mit zwei Mehrfamilienhäusern und Tiefgarage am Freihofweg beschäftigt die Gemeinde schon lange. Die nun kurz vor Ende der Amtsperiode erteilte Baubewilligung sorgt für viel Kopfschütteln. Denn das Projekt kann nur dank ganz vieler Ausnahmebewilligungen realisiert werden. Viele fragen sich: Warum ist die Gemeinde gegenüber dem auswärtigen Bauherrn so grosszügig, während sie umgekehrt bei Bagatellbauten der eigenen Bürger strenge Massstäbe anlegt? Der Unmut kam in ganz vielen Leserbriefen zum Ausdruck und hat auch zu einer politischen Anfrage geführt.
Gemeinde soll nicht Hand bieten dazu
Wichtiger Teil der Baubewilligung ist auch ein provisorischer Park- und Installationsplatz auf dem benachbarten Isler-Areal. Von dort soll über eine provisorische Brücke über die Bünz eine Verbindung zur Baustelle geschaffen werden. Diese Zusage sorgt für weiteren Ärger. Schon Anfang Januar hat die Mitte eine Motion eingereicht, die verlangt, dass dieser Installationsplatz so platziert und bemessen wird, dass der Betrieb der beliebten «Sommerbar» auf dem Isler-Areal im bisherigen Rahmen immer noch möglich ist. Nun doppelt die Fraktion Die Mitte/Dorfteil Anglikon mit einer weiteren Motion nach und geht nun gar einen Schritt weiter. Die Fraktion verlangt in ihrem Vorstoss, dass der Gemeinderat für das Bauprojekt der Firma Stach Investment AG keine «provisorische Parkieranlage mit lnstallationsplatz» auf dem gemeindeeigenen Isler-Areal zulässt beziehungsweise hierfür nicht Hand bietet.
Platz bliebe für längere Zeit belegt
Sprecher Harry Lütolf verweist in der Begründung darauf, dass aus der erteilten Baubewilligung nur hervorgeht, dass die Stach Investment AG auf dem gemeindeeigenen Isler-Areal eine «provisorische Parkieranlage mit lnstallationsplatz» einrichten kann, welche der Ausführung des Bauprojekts der Stach Investment AG auf ihrem Grundstück dienen soll. Allerdings sei bis heute unklar, wo diese «provisorische Anlage genau zu liegen käme. «Der Motionärin ist nicht bekannt, ob der Gemeinderat der Stach Investment AG bereits eine Zusage erteilt hat, auf dem Isler-Areal eine Parkieranlage mit lnstallationsplatz zu betreiben. Unbekannt ist auch, zu welchen Konditionen dies erfolgen soll», heisst es dazu im Vorstoss. Klar sei aber, dass dieser Platz wohl für rund zwei Jahren bestehen bleiben könnte.
Für die Fraktion wäre dies in mehrfacher Hinsicht äusserst nachteilig für die Gemeinde Wohlen und die Wohler Bevölkerung, wie Lütolf ausführt. Zunächst müsste die Gemeinde ihr «eigenes» Bauprojekt auf dem Isler-Areal (in einer Baurechtsvergabe), das schon lange geplant ist und der Ausführung harrt, für weitere zwei Jahre zurückstellen. Baurechtszinse und andere geldwerte Vorteile würden der Gemeinde für diese zwei Jahre gar nicht oder nur verzögert zukommen. Weiter müsste zumindest ein Teil des schönen Baumbestandes auf dem Isler-Areal gerodet werden, ohne dass der Gemeinde daraus irgendein Vorteil erwächst.
Die Fraktion betont aber auch den wichtigen Wert des Areals für die Bevölkerung. Diese könnte den Ort für die nächsten Jahre nur noch eingeschränkt und teilweise gar nicht mehr nutzen. «Für rund zwei Jahre würde das Ortsbild rund um das Isler-Areal und mitten im Dorf durch eine hässliche Parkieranlage mit lnstallationsplatz verschandelt, ohne dass der Gemeinde daraus irgendein Vorteil erwächst», so die Kritik der Fraktion.
Gemeinde ist nicht zu solchem Angebot verpflichtet
Abschliessend halten Mitte und Dorfteil Anglikon in der Motion fest, dass die Gemeinde nicht verpflichtet ist, für einen privaten Bauherrn auf ihrem Gemeindeland eine «provisorische Parkieranlage mit lnstallationsplatz» anzubieten. Im Gegenteil. Für die Fraktion gehen die Interessen der Allgemeinheit denen von Privaten immer vor. Und darum soll der Gemeinderat dieser Lösung nicht Hand bieten.
Man kann gespannt sein, wie der Gemeinderat und das Parlament auf die Motion reagieren. Wird der Vorstoss überwiesen, würde die Baubewilligung quasi widerrufen. Denn ohne diesen Platz auf dem Isler-Areal lässt sich das Bauvorhaben kaum oder nur mit grösster Mühe umsetzen. Noch ist allerdings nicht bekannt, ob gegen die Bewilligung noch Beschwerde geführt wird und sich eine höhere Instanz damit beschäftigen muss. Angesicht des Widerstands in der Gemeinde gegen das Projekt ist damit zu rechnen.
Zudem muss der Gemeinderat auch auf die beiden bereits zuvor eingereichten Vorstösse noch reagieren. Das Thema Stach-Überbauung wird die Wohler also noch länger beschäftigen. Und das negative Beispiel am Rebberg zeigt, dass sich solch grosse Bauprojekte auch extrem in die Länge ziehen können. Und es manchmal gar zum Baustopp kommt. Dann können aus zwei Jahren ganz schnell viel mehr werden.

