Zum Tod von Bruno Käppeli, Dorfchronist und Ehrenbürger
Kaum eine Gemeinde hat so ein umfangreiches Foto- und Filmarchiv wie Merenschwand. Jedes Fest, jede Schulhaueinweihung, jeder grössere Vereinsanlass, alles ist filmisch und fotografisch verewigt. Das ist das ...
Zum Tod von Bruno Käppeli, Dorfchronist und Ehrenbürger
Kaum eine Gemeinde hat so ein umfangreiches Foto- und Filmarchiv wie Merenschwand. Jedes Fest, jede Schulhaueinweihung, jeder grössere Vereinsanlass, alles ist filmisch und fotografisch verewigt. Das ist das Verdienst von Bruno Käppeli, der vom Schweizer Fernsehen dafür zum «Dorfchronisten» geadelt wurde. Als begnadeter Filmer und Fotograf hat er das Leben und das alteingesessene Arbeiten im Dorf festgehalten, hat mit viel Gespür für spannende Geschichten Menschen zu Wort kommen lassen, um ihr Wissen für die Nachwelt zu bewahren.
Jahrzehnte fürs Ortsmuseum
Am 27. Dezember ist Bruno Käppeli nun selbst den Weg alles Irdischen gegangen, im Alter von 87 Jahren. «Du besch für immer i eusne Herze», heisst es in der Todesanzeige. «Die Gemeinde Merenschwand hat Bruno so unendlich viel zu verdanken, er hinterlässt ein kulturelles Erbe, welches einzigartig ist», sagt Claudia Dober, langjährige Weggefährtin in der Kulturkommission. «Durch sein unermüdliches Arbeiten hat Merenschwand ein Museum mit unzähligen Schätzen von ehemaligen Arbeitsgeräten aus den diversen Handwerksberufen aus unserem Dorf und unserer Region», würdigt Gemeindeammann Rainer Heggli die grossen Verdienste des Verstorbenen.
Während 55 Jahren hat sich Bruno Käppeli in der Kulturkommission und im Ortsmuseum engagiert. «Als die Gemeinde 1986 das Postlonzihus kaufte, war der Scheunenteil eine leere Hülle», veranschaulicht Claudia Dober. Zusammen mit Josef Küng und Fredy Keusch hat Bruno Käppeli den Scheunenteil dann während fast zwanzig Jahren ausgebaut, hat über Jahrzehnte gesammelt, eingerichtet und ausgestellt, mit dem Ziel, das Leben und das Arbeiten zu zeigen, wie es war und zum Teil auch noch ist.
Abschiedsgottesdienst
Am 30. November 2015 hat die Einwohner-«Gmeind» Merenschwand ihren Dorfchronisten einstimmig zum Ehrenbürger ernannt. Im Protokoll jener Versammlung ist auch festgehalten, wie Bruno Käppeli sich 1960 als Hochzeitsfotograf seine erste Filmkamera verdiente. Das erste filmische Projekt sei dann 1962 die Einweihung der Schulanlage an der Zürichstrasse gewesen. Rund 250 weitere sollten folgen.
Am Trauergottesdienst vom kommenden Freitag, 16. Januar, um 14.30 Uhr in der Kirche Merenschwand wird Bruno Käppeli nun feierlich verabschiedet. Die Urnenbeisetzung findet im engsten Familienkreis statt. --tst