Längerer Weg zum besseren Ziel
13.03.2026 Waltenschwil, Fussball, Baugewerbe, Region OberfreiamtJetzt geht es schnell
Waltenschwil hat bald einen Kunstrasen
Eigentlich sollte der Fussballplatz längst saniert sein. Einwendungen und eine Beschwerde sorgten aber für zwei Jahre Verzögerung. «In dieser Zeit wurde das Projekt ...
Jetzt geht es schnell
Waltenschwil hat bald einen Kunstrasen
Eigentlich sollte der Fussballplatz längst saniert sein. Einwendungen und eine Beschwerde sorgten aber für zwei Jahre Verzögerung. «In dieser Zeit wurde das Projekt besser», betont Gemeinderat Pascal Vontobel. In Sachen Beleuchtung, in Sachen Entwässerung. Seit wenigen Wochen ist die Baubewilligung nun da und schon in wenigen Wochen fahren die Bagger auf. Die Fussballschule Waltenschwil, Untersektion des FC Wohlen, mit Co-Leiter Michael Zehn, freuts. «Für uns ist das eminent wichtig.» --ake
Zwei Jahre später als ursprünglich geplant kann nun der Fussballplatz in Waltenschwil saniert werden
Einwendungen, gar eine Beschwerde beim Regierungsrat. Nun aber ist die Baubewilligung für die Sanierung des Fussballplatzes in Waltenschwil samt Einbau eines Kunstrasenfeldes da. Die Fussballschule Waltenschwil ist erleichtert. Gemeinderat Pascal Vontobel will aber nicht von verlorener Zeit sprechen.
Annemarie Keusch
Jetzt geht es plötzlich schnell. Schon am 13. April starten die Tiefbauarbeiten, am 11. April erfolgt der offizielle Spatenstich. «Wir hatten Glück», sagt der zuständige Gemeinderat Pascal Vontobel. Glück, dass die Tiefbaufirma eine Lücke in den Auftragsbüchern hat. «Sonst hätte es schnell noch ein Jahr länger dauern können.» Denn die Sanierungs- und Bauarbeiten müssen bei warmen Temperaturen erfolgen. Nach drei Monaten Bauzeit wird der Kunstrasenplatz schon nach den Sommerferien benutzt werden können. «Von Vereinen und der Schule», präzisiert Vontobel. Öffentlich bleibt das Rasenfeld gleich daneben. Aber dieses wird erst Mitte September offen sein. «Wir verlegen keinen Rollrasen, sondern säen Rasen an. Bis dieser gewachsen ist, dauert es eben seine Zeit.» Das sei die bessere und erst noch günstigere Variante.
«Wir sind froh, dass es nun so weit ist», sagt Pascal Vontobel. Vor allem mit Blick auf die Sicherheit, die wegen der vielen Unebenheiten im Rasen und der Steine, die immer wieder zum Vorschein kommen, nicht mehr gegeben ist. Dass es bei den wenigen Heimspielen, die die Fussballschule Waltenschwil weiterhin auf diesem Platz austrug, negative Bemerkungen der gegnerischen Mannschaften gab, weiss Pascal Vontobel. Fast alle Heimspiele und Turniere trug die Fussballschule in den letzten zwei Jahren sowieso in Wohlen aus.
Verbesserungen im Projekt
Im Juni 2023 wars, als die Waltenschwiler Bevölkerung über den Kreditantrag entschied. Sowohl an der «Gmeind» wie auch an der vorangegangenen Informationsveranstaltung gab es emotionale Diskussionen. «Wir haben den Dialog gesucht, insbesondere auch mit Personen, die Skepsis äusserten», erzählt Vontobel. Dass es Verzögerungen geben werde, damit habe man rechnen müssen. Das sagt auch Michael Zehn, Co-Leiter der Fussballschule. Weil es eben Zeit braucht, um die Einwendungen zu behandeln – eine Beschwerde beim Regierungsrat sowieso. Dass sie den sanierten Platz samt Kunstrasenfeld gerne früher gehabt hätten, das verneint Zehn nicht. Aber er sagt: «Einzelnen Beschwerdeführern muss zugutegehalten werden, dass sie nicht nur einfach Beschwerde, sondern trotz der eigenen Bedenken durchaus auch konstruktive Vorschläge eingereicht haben.» So fasst es auch Pascal Vontobel zusammen: «Wir blieben in den zwei Jahren nicht untätig. Das Projekt ist gereift und ist nun besser, als es damals war. Insofern ist es keine verlorene Zeit.» Der zuständige Gemeinderat spricht von Verbesserungen. Etwa im Bereich der Entwässerung. «Obwohl wir einen rein gewobenen Kunstrasen einbauen, ist eine Entwässerung in die Bünz problematisch», weiss er. So war es aber bisher, «wenn die Drainage noch funktioniert hätte».
Im Dialog mit dem Kanton einigte man sich darauf, die Entwässerung neu in die Kanalisation zu leiten. Verbesserungen gab es auch bei der Beleuchtung. Mittels drei Masten erfolgt diese. «Der Lichteinfluss auf die nahe Natur wird minimiert, denn dank LED-Technik können gewisse Gebiete ausgeblendet werden», führt Pascal Vontobel aus. Und im Betriebskonzept ist festgehalten, die Einsatzstunden für die Beleuchtung sowieso möglichst tief zu halten.
Sicherheitszone leicht verkürzt
Eine weitere Verbesserung ist westlich des Fussballplatzes geplant. Nachdem dies in einer Einwendung moniert wurde, entsteht dort nun ein Ruhebänkli, mit zwei Schatten spendenden Bäumen. «Eine schöne Sache», findet auch Pascal Vontobel.
Bestandteil der sieben Einwendungen waren nicht selten auch die Vermassungen. «Hier konnten wir einen Kompromiss finden», erzählt der Gemeinderat. Die Sicherheitszone konnte in Absprache mit dem Aargauer Fussballverband um total einen Meter verkürzt werden. «Sonst hätten wir das Buneggli etwas abtragen müssen, was gerade finanziell nicht verhältnismässig wäre.» Betriebs- und Verkehrskonzept gehören ebenfalls zum Projekt. Ab der Bünz- und der Gotthardstrasse gilt Fahrverbot. «Auch für Eltern, die ihre Kinder ins Training fahren», betont Pascal Vontobel.
Nicht an Doppelturnhalle gekoppelt
Apropos Training – dieses kann während der Bauzeit natürlich nicht auf dem Fussballplatz in Waltenschwil stattfinden. «Noch ist diesbezüglich nicht alles restlos geklärt», sagt Michael Zehn. Die Trainingsmöglichkeiten sind auch in Wohlen knapp. Vontobel stellt Möglichkeiten auf der Wiese beim Schulhaus in Aussicht. «Sobald der Kunstrasen fertig ist, kann darauf trainiert werden.» Im Herbst länger und im Frühling früher als auf Naturrasen. «Das gibt uns Luft und davon profitieren im Bezug auf die Hallenbelegungen auch andere Vereine und die Schule», ist Vontobel überzeugt.
Die Sanierung des Fussballplatzes ins Konzept einer geplanten neuen Doppelturnhalle einzubeziehen, auch darauf wurde in den Einwendungen hingewiesen. «Das machte wenig Sinn. Weil die Sanierungen aus Sicherheitsgründen sowieso dringend nötig wären. Wir spielen und trainieren mit einer Ausnahmebewilligung des Fussballverbandes», betont Pascal Vontobel. Die Sanierung würde alleine ein Drittel der 1,2 Millionen Franken verschlingen, die nun für das Gesamtprojekt investiert werden. «Zudem sind wir froh, gerade auch mit Blick auf die Finanzen, etappieren zu können.» Was Vontobel dabei auch gleich sagt: «Wegen der Verzögerungen sollte das Projekt nur leicht teurer werden. Der bewilligte Verpflichtungskredit sollte aber auch mit diesen Mehrkosten eingehalten werden können.»
Dank an Bauamtsmitarbeitende
Nun geht es also bald los. «Es waren intensive zwei Jahre», sagt Michael Zehn rückblickend. Zwischen Hoffen und Bangen, zwischen wachsendem Druck. «Für uns ist dieses Projekt elementar wichtig.» Eine funktionierende und gepflegte Infrastruktur wirke motivierend für die Kinder und für das Trainerteam, beuge Verletzungsgefahren vor und sporne Kinder auch ausserhalb der Fussballschule an, sich sportlich zu betätigen.
Was Zehn aber unbedingt festhalten will: «Unsere Bauamtsmitarbeitenden haben sich in den zwei Jahren stets bemüht, den Platz unter den gegebenen Umständen bestmöglich zu unterhalten und herzurichten. Dafür sind wir sehr dankbar.»


