Mehr als nur Theater
23.12.2022 Theater, Oberrüti, Region OberfreiamtTheatergruppe Oberrüti zeigt das Stück «D’Priisgwönner»
Mit dem Stück «D’Priisgwönner» präsentiert die Theatergruppe Oberrüti eine Komödie in drei Akten, die es in sich hat. Ein anspruchsvolles ...
Theatergruppe Oberrüti zeigt das Stück «D’Priisgwönner»
Mit dem Stück «D’Priisgwönner» präsentiert die Theatergruppe Oberrüti eine Komödie in drei Akten, die es in sich hat. Ein anspruchsvolles Stück nach dem Roman von Erich Kästner «Drei Männer im Schnee». Regisseur Beni Kreuzer liebt Herausforderungen.
«Lustig soll es sein, aber nicht nur. Das Publikum soll auch zum Nachdenken gebracht werden. Der Dreiakter hat wahnsinnig viel Inhalt und ganz viele Emotionen», so die Aussage des 76-jährigen Regisseurs. Die grossen Themen sind Freundschaft, Vertrauen, Liebe, Vorurteile und Fehlinterpretationen, die zu Verwechslungen und einem nicht vorhersehbaren Schluss führen. Es sei nicht einfach nur ein Lustspiel, hier gehe es mit den Gefühlen in die Tiefe, informiert er.
Auch werden Filmsequenzen gezeigt, die extra in Engelberg gedreht wurden. Die Regie liess sich einiges einfallen, um dem heimischen Publikum nach zweijähriger Pause ein Theater zu bieten, das alle Erwartungen übertreffen wird.
Wer hat nun Geld und wer nicht?
Die Schauplätze sind Zürich und das Hotel «Brunni Palace» in Engelberg. Der Millionär und Fabrikbesitzer Nationalrat Tobler hat unter falschem Namen den zweiten Preis eines Wettbewerbs seiner eigenen Firma gewonnen: einen Aufenthalt in den Bergen, im «Brunni Palace» in Engelberg. Er will aber inkognito reisen, unter falschem Namen und als armer Schlucker, denn er will die Menschen studieren und etwas erleben. Zur Beruhigung seiner Tochter nimmt er den Diener Johann mit. Der soll als Besitzer einer Schifffahrtsgesellschaft auftreten und so tun, als ob er Tobler nicht kenne.
Der Zufall will es, dass der erste Preis wirklich von einem armen Schlucker gewonnen wurde. Dieser reist vor Tobler im Hotel an und wird vom Personal als der vermeintliche Millionär angesehen, denn im Hotel wurde ein entsprechender Tipp abgegeben.
Dieses Stück ist das zehnte unter der Leitung von Beni Kreuzer. Vier Frauen und sechs Männer teilen sich die Rollen. Drei aus der Truppe stehen dieses Jahr das erste Mal auf der Bühne. «Aber sie machen ihre Arbeit richtig gut», betont Kreuzer.
Nationalrat und Fabrikbesitzer Tobler wird von Rolf Mösch gespielt. Fritz Hagedorn (Giacomo Florida) und seine Mutter (Margrith Rüegsegger) hadern mit dem Schicksal der eher einfachen, armen Leute. Jo Kaufmann spielt den geduldigen Lehrer Franke und Jürg Guhl verkörpert den Hoteldirektor Kühne.
Vreni Kreuzer ist Gründungsmitglied der Theatergruppe Oberrüti. Dieses Jahr spielt sie die Frau Kunkel und verkörpert so die leibhaftige Haushälterin. Sie ist entsetzt ob des Nationalrats Vorhaben. Ein Dorn im Auge ist ihr auch das Hausmädchen Isolde (Beatrice Kälin). Diener Johann indes, gespielt von Roger Müller, fühlt sich sichtlich unwohl beim Gedanken, seinen Chef nicht kennen zu dürfen. Und Hilde, die liebe Tochter des Nationalrats, gespielt von Marlou Henzen, löst mit ihrer Überfürsorglichkeit eine Lawine aus – aber nicht aus Schnee. Man darf sich also überraschen lassen, meinen die Schauspieler.
Herzhaftes Lachen garantiert
Nun, es ist voraussehbar, dass die vielen Verwechslungen zu falschen Schlussfolgerungen führen und das Publikum sicher herzhaft lachen wird. Doch will Kreuzer mit dieser Komödie das Publikum auch zum Sinnieren bringen. Indirekt und doch sehr präzise fordert er mit dem Theaterstück das Publikum auf, über Bewertungen wegen Äusserlichkeiten nachzudenken. Jeder soll sich in Erinnerung rufen, wie wichtig Vertrauen, Freundschaft und Liebe sind.
Der Anlass wird von den 60 Mitgliedern der Theatergruppe und zirka 20zusätzlichen Helfern gestemmt. Dazu gehören das Kochen für die Zuschauer (ein Nachtessen kann mitgebucht werden), der ganze Einkauf, die Tombola, der Service und die Abendkasse. Im Service hilft eine Gruppe des Damenturnvereins mit, dafür sind die Theaterleute dankbar.
Damit die Besucher etwas gemütlicher und weniger eng sitzen können, werden weniger Sitzplätze pro Anlass geboten, dafür gibt es eine Aufführung mehr in diesem Jahr. Walter Baumann, zuständig für die PR, meint: «Wir freuen uns über alle Zuschauer und insbesondere über das Stammpublikum, das Jahr für Jahr auch von weither anreist, um unser Theater zu sehen. Das ist für uns eine grosse Anerkennung.» --ci