Die Reusstal-Gemeinde durfte ihre 4000. Einwohnerin willkommen heissen
Im September ist Eveline Stalder nach Merenschwand gezogen. Nun wurde sie im Gemeindehaus feierlich begrüsst. Gemeindeammann Rainer Heggli sprach von einem «grossen Moment».
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Die Reusstal-Gemeinde durfte ihre 4000. Einwohnerin willkommen heissen
Im September ist Eveline Stalder nach Merenschwand gezogen. Nun wurde sie im Gemeindehaus feierlich begrüsst. Gemeindeammann Rainer Heggli sprach von einem «grossen Moment».
In Merenschwand wohnen und in der Westschweiz arbeiten – «vor zehn Jahren wäre mir das nie in den Sinn gekommen», sagt Eveline Stalder. Gemeindeammann Rainer Heggli und Gemeindeschreiber Othmar Zihlmann heissen sie im Sitzungszimmer des Gemeindehauses mit der Dorfchronik und einem Korb voller regionaler Produkte willkommen. Das Standard-Prozedere ist das nicht: «Das ist ein grosser Moment, das gibt es nur einmal», sagt Heggli. Die Zuzügerin aus der Innerschweiz ist nämlich die 4000. Einwohnerin der Reusstalgemeinde.
Zweieinhalb Stunden dauert der Weg zwischen Merenschwand und Cressier, gelegen zwischen Bieler- und Neuenburgersee – mit öffentlichen Verkehrsmitteln. «Mit dem Auto hätte ich immer Stau», sagt sie. In der frühestmöglichen Verbindung findet sie selbst in der zweiten Klasse immer Platz. Genug, um unterwegs auch arbeiten zu können. Wobei sie nur an zwei Tagen pro Woche vor Ort sein muss, den Rest ihres Vollzeitpensums leistet sie zu Hause, oder zumindest von hier aus, etwa wenn sie zu Kunden nach Basel oder Zürich fährt.
«Merenschwand liegt sehr zentral», nennt die Verkaufsleiterin Detailhandel bei der Frigemo AG denn auch einen der Vorzüge ihres neuen Wohnorts. Darüber hinaus finde sie das Dorf super schön, sagt sie und schwärmt vom Spaziergang an der Reuss, den sie jüngst über Mittag gemacht habe. Auch das sei ein Vorteil des flexiblen Arbeitens: Sie könne das Tageslicht am Mittag nutzen und dafür abends etwas länger arbeiten.
Nicht schon dieses Jahr erwartet
«Ich hätte nicht erwartet, dass wir den Meilenstein noch dieses Jahr erreichen», so der Gemeindeammann Rainer Heggli. Und so schnell wird das nächste Tausend nicht voll werden. Die Prognosen der Einwohnerzahl sehen bis 2030 knapp 4400 Merenschwanderinnen und Merenschwander vor. Bis 2035 soll die Gemeinde dann 4600 Einwohnerinnen und Einwohner haben. «Zu schnelles Wachstum kann auch überfordern», sagt Gemeindeschreiber Othmar Zihlmann. Schliesslich müsse ja auch die Infrastruktur mithalten können. Und weiter gelte es, den dörflichen Charakter zu erhalten. Denn der macht durchaus auch einen grossen Teil des Reizes aus, nebst den guten Anschlüssen nach Zürich, Zug und Luzern.
Eveline Stalder hat jedenfalls vor, zu bleiben. Wobei sie bestehende Brücken nicht abreisst: Im luzernischen Willisau, wo sie aufwuchs, ist sie nach wie vor Co-Präsidentin der Stadtmusik und darüber hinaus in der Guggenmusik aktiv. Zeit, ihre neue Heimat zu erkunden, findet sie offenbar trotzdem. So rühmt sie den Hofladen der Familie Vollenweider in Benzenschwil. Die Produkte aus dem Geschenkkorb und die Lektüre der Ortschronik dürften weitere Anknüpfungspunkte schaffen. Um den Erinnerungswert des geschenkten Buchs noch zu erhöhen, schreibt Zihlmann auf die entsprechende Bitte der 4000. Merenschwanderin noch eine persönliche Widmung hinein, unterschrieben natürlich auch vom Gemeindeammann. --tst