Mission Finnland startet

Di, 17. Nov. 2020
Die Welt steht kopf. Gygax beim Weltcup in Moskau in der vergangenen Saison. Im Bereich «Aerials» konnte diese beendet werden. Bilder: Alexey Shabanov/FIS, Swiss-Ski

Ski-Freestyle: Der Islisberger Nicolas Gygax bereitet sich in Finnland auf den ersten Weltcup-Start vor

Am 4. Dezember findet im finnischen Ruka der erste Weltcup der Ski-Freestyle-Disziplin «Aerials» statt. Das Schweizer Team mit dem Freiämter Nicolas Gygax ist seit Samstag im Trainingslager in Ruka und bleibt dort bis zum 20. Dezember.

Während ein grosser Teil der Sportwelt unter der Coronapandemie leidet, sind die Ski-Freestyler mit einem blauen Auge davongekommen. «Wir hatten Glück, dass die vergangene Weltcup-Saison gerade vor dem Lockdown zu Ende ging», erzählt der Islisberger Nicolas Gygax. Der 24-jährige Olympiateilnehmer von 2018 und Teamweltmeister von 2019 berichtet, dass nur die Schweizer Meisterschaften abgesagt werden mussten. «Vom sportlichen Stellenwert sind diese nicht so hoch anzusiedeln wie die Weltcups.»

Auch diese Saison scheinen die Weltcups planmässig durchgeführt werden zu können. Da Ski-Freestyle im Freien durchgeführt wird und ohne Kontakt zu anderen Personen, ist es vergleichsweise ungefährlich. «Wir mussten uns vor dem Flug nach Finnland testen lassen und ebenso bei der Einreise. Ansonsten sind die Einschränkungen für uns überschaubar.»

Ein Monat in der «Bubble»

Am Samstag ist die Schweizer Delegation nach Ruka in Finnland geflogen. Dort bleibt sie bis zum 20. Dezember. In Ruka findet am 4. Dezember auch der erste Weltcup der Saison statt. «Wir werden dort in einer Art ‹Bubble› sein. Also so abgeschottet, dass weder wir gross angesteckt werden, noch dass wir jemanden anstecken könnten. Dort schlafen, essen und trainieren wir», sagt der Islisberger lächelnd. Er freut sich auf die Trainingszeit und die Weltcups.

Bereits im Oktober hat die Schweizer Delegation in Saas-Fee eine Weile trainiert. Ende August fand in Mettmenstetten ausserdem das «Freestyle Aerials Masters» statt. «Normalerweise nehmen dort Athleten aus der ganzen Welt teil. Durch die Pandemie war es jetzt ein interner Wettkampf des Schweizer Teams», berichtet Gygax. Dennoch muss man erwähnen, dass ihn der 24-Jährige gewonnen hat. Trotz starker Schweizer Konkurrenz wie Noe Roth oder Pirmin Werner.

Erste Olympiapunkte sammeln

Gygax ist jedenfalls hungrig. Rund zehn Weltcups und die Weltmeisterschaft in China stehen auf dem Programm. Sein Ziel: «Konstant in den Final springen, also unter die besten zwölf. Und dann dort mein Maximum abrufen.»

Das ist in dieser Saison besonders wichtig, da ab dem 1. Januar die Punkte an den Weltcups für die Olympia-Qualifikation zählen. Es gilt bis zum letzten Wettkampf vor den Olympischen Spielen 2022 in Peking in der Weltrangliste unter den Top 25 zu sein.

2018 bereits dabei an Olympia

Für den Islisberger, der 2018 bereits Olympionike war, ist die erneute Qualifikation natürlich ein Ziel. Damals war er auf Rang 28. Jede Nation kann maximal vier Teilnehmer stellen. Wenn mehr als vier Springer einer Nation unter den besten 25 sind, wird der schwächste von ihnen gestrichen und der nächste Freestyler in der Rangliste rückt nach. «Wenn es mir gelingt, immer in die Finals zu springen, sollte es sich schon früh abzeichnen, ob ich in Peking dabei bin.»

Situation im Studium verbessert

Der Freiämter Ski-Freestyler profitiert in einem Bereich sogar von Corona. Der Wirtschaftsstudent der Universität Zürich musste Lernen, Prüfungen, Trainings und Wettkämpfe immer aneinander vorbeibringen. Durch die Pandemie haben die Hochschulen die Vorlesungen verstärkt von Präsenz- zu Onlineunterricht verlegt. «Die Studiensituation hat sich für mich massiv verbessert. Ich muss noch meine Bachelorarbeit abschliessen, dann sollte ich den Abschluss im Frühling haben», erklärt er. Umso mehr Zeit und Motivation sollte er dann haben anzugreifen. Die Vorzeichen stehen gut für Nicolas Gygax. Ob er sie in Ergebnisse umsetzen kann, wird man am 4. Dezember in Ruka zum ersten Mal sehen. --jl

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