Mittelmässigkeit bekämpfen
27.01.2023 Oberwil-Lieli, MutschellenSVP-Nationalrat Andreas Glarner aus Oberwil-Lieli kandidiert erneut an den Nationalratswahlen 2023
Am Nominationsparteitag der SVP wurde die Kandidatenliste des Kantons Aargau präsentiert. Aus dem Bezirk Bremgarten wirft nebst dem bisherigen Nationalrat und amtierenden ...
SVP-Nationalrat Andreas Glarner aus Oberwil-Lieli kandidiert erneut an den Nationalratswahlen 2023
Am Nominationsparteitag der SVP wurde die Kandidatenliste des Kantons Aargau präsentiert. Aus dem Bezirk Bremgarten wirft nebst dem bisherigen Nationalrat und amtierenden Kantonalpräsidenten Andreas Glarner auch der Oberlunkhofer Christoph Hagenbuch den Hut in den Ring. Vom Bezirk Muri ist niemand vertreten.
Celeste Blanc
Ständeratssitz behalten, sechs Sitze im Nationalrat verteidigen und den siebten Sitz zurückgewinnen – die Ziele der Aargauer SVP-Kantonalpartei für das Wahljahr 2023 sind klar definiert. Dafür zieht die wählerstärkste Partei des Kantons mit einer starken Liste ins Rennen. 16 Namen, darunter sechs Bisherige und 10 Neunominierte, wurden für die eidgenössischen Wahlen im Oktober am Parteitag von den 300 anwesenden Delegierten einstimmig angenommen.
Auf dem zweiten Listenplatz: Andreas Glarner aus Oberwil-Lieli. 2015 wurde Glarner in den Nationalrat gewählt. Mit seiner Nomination steigt er zum dritten Mal in den Wahlkampf um einen Platz im Bundesparlament. «Es gibt noch viel zu tun», so die Begründung des amtierenden Nationalrats zu seiner Wiederkandidatur.
Vertrauen der Wählerinnen und Wähler gewinnen
Deutlicher formulierte es Glarner in seiner Begrüssungsrede vorgestern Abend am Delegiertenparteitag in Suhr. «Das anstehende Wahljahr ist entscheidend», erklärt er gegenüber den anwesenden Delegierten. Endgültig solle der Mittelmässigkeit, in der die Schweiz zunehmend versinke, entgegengewirkt werden. Diese verortet der polarisierende Politiker unter anderem in altbekannten Themen wie der ungebremsten Massenzuwanderung, welche «die Schweiz an den Rand eines Kollaps» dränge, dem anhaltenden Asyl- und Sozialmissbrauch und dem abnehmenden hiesigen Bildungssystem, aber auch in aktuellen Themen wie der Energieversorgung. Glarner zeigte sich kämpferisch: «Unsere Aufgabe in den kommenden Monaten wird es sein, die Bevölkerung wachzurütteln und zu informieren.» So stehe der Wahlkampf unter anderem im Zeichen der Vertrauensgewinnung bei den Wählerinnen und Wählern. «Die Themen, die aktuell beschäftigen, sind genau auf uns SVP zugeschnitten», ist sich der Kantonalpräsident sicher. Kämpferisch war das Stichwort an diesem Abend. So plädierte er darauf, den anstehenden Wahlkampf «hart, aber fair, beherzt und engagiert» anzugehen.
Stromkrise in den Griff bekommen
Absolute Priorität bei einer Wiederwahl habe für Glarner persönlich nebst der Masseneinwanderung und dem Asylmissbrauch die Sicherstellung der Energieversorgung. «Vorab gilt es für die SVP, die Stromkrise, die uns Linksgrün zusammen mit FDP und Mitte eingebrockt hat, in den Griff zu bekommen», erklärt er. Lösungsansätze für eine künftige Sicherstellung sieht er unter anderem in der sofortigen Planung von mindestens drei neuen Kernkraftwerken. Zusätzlich müssen die bestehenden KKW so lange weiterlaufen, bis ein brauchbarer Ersatz vorhanden ist, zudem seien Stauseen auszubauen sowie das Verbandsbeschwerderecht zu sistieren respektive abzuschaffen.
Scharfe Worte und Kritik am Bestehenden: Andreas Glarner wird, wie er es am Nominationsparteitag einmal mehr gezeigt hat, auch im anstehenden Wahlkampf kein Blatt vor den Mund nehmen. Auf die Frage, wie er mit Kritik, zuletzt aus den eigenen Aargauer Reihen, er möge doch weniger polarisieren, umgeht, meint er: «Ich habe die Kritik ernst genommen und mich etwas zurückgenommen. Insgesamt profitiert die Partei.» Nebst seinem persönlichen Ziel für die Partei, den siebten Sitz im Nationalrat zurückzugewinnen, sieht er künftige Aufgaben auch im Ausbau und Nachzug des politischen Nachwuchses. Und schliesslich: «Nach den Wahlen ist bereits wieder vor den Wahlen.»
Keine Nomination aus dem Bezirk Muri
Nebst Nationalrat Benjamin Giezendanner, der für den scheidenden Hansjörg Knecht für den Ständerat kandidiert, und Andreas Glarner zählen zu den Bisherigen Thomas Burgherr und Martina Bircher (Bezirk Zofingen), Stefanie Heimgartner (Bezirk Baden) und Alois Huber (Bezirk Lenzburg). Von den 16 Nominationen gehen insgesamt 10 neue Nominierte ins Rennen. Darunter aus dem Bezirk Bremgarten Christoph Hagenbuch aus Oberlunkhofen. «Ich bin der Finanzpolitiker. Das ist zwar nicht sexy, aber wichtig», erklärt Hagenbuch am Parteitag. Finanzpolitiker brauche es aktuell, da die Bundesfinanzen explodieren. «Wir müssen entgegenhalten, weshalb es die SVP noch mehr braucht.»
Auf der Liste vergeblich sucht man Nominationen aus dem Bezirk Muri. Die Findungskommission habe mit Nicole Müller-Boder, Grossrätin und Präsidentin SVP Bezirk Muri, vereinbart, diesen Platz zugunsten eines anderen Kandidaten nicht zu beanspruchen, erklärt Glarner auf Anfrage. «Das mag für Muri ein Wermutstropfen sein.»